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SpaceX-IPO: Stellt die Rekordbewertung den Elon-Aufschlag auf die Probe?

SpaceX strebt beim Börsengang eine Bewertung von 1,77 Billionen Dollar an – und testet damit die Grenzen des „Elon-Premiums".

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SpaceX-IPO: Stellt die Rekordbewertung den Elon-Aufschlag auf die Probe?

SpaceX steht kurz vor einem der größten Börsengänge der Geschichte. Das Raketenunternehmen von Elon Musk peilt beim IPO eine Bewertung von 1,77 Billionen US-Dollar an. Damit wäre SpaceX nach Marktkapitalisierung das siebtgrößte börsennotierte Unternehmen der USA.

Der geplante Börsengang stellt das sogenannte „Elon-Premium" auf eine harte Probe. Dieses Phänomen beschreibt den Bewertungsaufschlag, den Anleger bereit sind zu zahlen, weil sie auf Musks Fähigkeit vertrauen, überdurchschnittliche Renditen zu erzielen. Bei Tesla hat dieses Vertrauen das Unternehmen zum wertvollsten Automobilhersteller der Welt gemacht.

Bewertung weit über vergleichbaren Unternehmen

Die angestrebte Bewertung entspricht laut Reuters-Berechnungen dem 94,53-fachen des SpaceX-Umsatzes für 2025. Zum Vergleich: Tesla wird derzeit mit dem 16,73-fachen seines Jahresumsatzes bewertet. Erschwerend kommt hinzu, dass SpaceX im Jahr 2025 einen Nettoverlust von 4,94 Milliarden US-Dollar verzeichnete.

„Die Fundamentaldaten sind wirklich schwierig. Ohne die hohen Erwartungen gäbe es hier keinen Börsengang", sagte Ed O'Gorman, CEO von River Wealth Advisors, einem Unternehmen, das selbst in Tesla investiert ist. Diese Einschätzung spiegelt die Skepsis wider, die viele institutionelle Investoren und Analysten gegenüber dem geplanten Ausgabepreis hegen.

Dennoch gibt es überzeugte Befürworter. John Plassard, Leiter der Investmentstrategie beim Schweizer Vermögensverwalter Cité Gestion und selbst Tesla-Aktionär, erklärte, er sei bereit, 20 bis 30 Prozent mehr für Aktien eines gut geführten Musk-Unternehmens zu zahlen als für einen vergleichbaren Konkurrenten. „Wenn Sie auf den Menschen Elon setzen, warum sollten Sie dann nicht beide Aktien in Ihrem Portfolio haben?", ergänzte Adam Sarhan, CEO von 50 Park Investments.

Skepsis bei KI-Geschäft und Weltraum-Rechenzentren

Ein zentrales Fragezeichen bleibt das KI-Geschäft von SpaceX. Besonders orbitale Rechenzentren – also Rechenzentren im Weltraum – gelten als völlig unerprobte Technologie. „Weltraum-Rechenzentren sind noch völlig unbewiesen. Die Physik ist dabei das größte Fragezeichen von allem. Wie soll man etwas bewerten, das man schlichtweg nicht sehen oder testen kann und für das es keine Vergleichswerte gibt?", sagte Franco Granda, Senior Research Analyst bei PitchBook.

Auch der KI-Chatbot Grok, entwickelt von Musks Unternehmen xAI, hinkt etablierten Konkurrenten wie OpenAI und Anthropic hinterher. Nicolas Owens, Aktienanalyst bei Morningstar, kommentierte: „Wir sehen Grok heute nicht als eines der führenden KI-Labore, und obwohl wir eine Reihe von Ergebnissen für diesen Teil des Geschäfts modelliert haben, trägt keines davon wesentlich zu unserer Bewertung des KI-Geschäfts bei oder zieht davon ab." Owens selbst bewertet SpaceX mit lediglich 780 Milliarden Dollar – weniger als der Hälfte der angestrebten IPO-Bewertung.

Anleger raten zur Geduld

Trotz grundsätzlichem Interesse empfehlen manche Investoren, nicht sofort beim Börsengang einzusteigen. Sarhan etwa sagte, er würde SpaceX nicht unmittelbar nach dem Debüt kaufen, sondern einige Monate warten, bis sich der Preis stabilisiert hat, bevor er eine Entscheidung trifft. Diese Strategie ist bei hochbewerteten Technologie-IPOs nicht unüblich, da die Kurse in den ersten Wochen oft stark schwanken.

Tejas Dessai, Research-Direktor bei Global X, sieht Tesla und SpaceX als sich ergänzende Investments: „Wir betrachten Tesla und SpaceX als komplementäre Unternehmen. Wir sind zuversichtlich, dass beide Unternehmen erfolgreich sein können." Darüber hinaus kursieren Spekulationen über eine mögliche Fusion beider Unternehmen. Michael Hewson, Senior Market Analyst bei iForex, sagte dazu: „Irgendwann in der Zukunft, im Falle eines erfolgreichen Börsengangs, wird Tesla in SpaceX aufgehen." Die meisten Investoren stufen ein solches Szenario jedoch als komplex ein.

Für deutsche Privatanleger bleibt der SpaceX-IPO ein Ereignis mit hohem Symbolwert. Die zentrale Frage lautet: Reicht das Vertrauen in Elon Musk allein, um eine Bewertung zu rechtfertigen, die jahrelanges schnelles Wachstum und eine fehlerfreie Umsetzung voraussetzt?

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