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SpaceX IPO-Prospekt: Musks KI-Wette kostet Milliarden

Der Börsenprospekt zeigt massive KI-Verluste, Musks Alleinherrschaft und eine Bewertung von bis zu 1,75 Billionen Dollar.

SpaceX IPO-Prospekt: Musks KI-Wette kostet Milliarden

SpaceX hat am Mittwoch seinen Börsenprospekt eingereicht und damit erstmals detaillierte Einblicke in die Finanzen des Raumfahrtunternehmens gewährt. Das Dokument offenbart, wie stark Gründer Elon Musk auf künstliche Intelligenz setzt – und wie teuer dieser Kurs bislang ist. Im ersten Quartal erzielte SpaceX bei einem Umsatz von 4,69 Milliarden Dollar einen operativen Gesamtverlust von 1,94 Milliarden Dollar.

Der Haupttreiber dieser Verluste ist die KI-Sparte: Sie verbuchte im ersten Quartal Verluste von 2,47 Milliarden Dollar bei einem Umsatz von lediglich 818 Millionen Dollar. Ursache ist vor allem die Übernahme von Musks KI-Unternehmen xAI im Februar, die allein 76 Prozent der gesamten Investitionen von 10,1 Milliarden Dollar im ersten Quartal ausmachte. Einzig das Konnektivitätssegment rund um den Satelliten-Internetdienst Starlink war profitabel und erzielte einen Betriebsgewinn von 1,19 Milliarden Dollar – reichte jedoch nicht aus, um die Verluste der anderen Sparten auszugleichen.

Bewertung könnte Saudi Aramco-Rekord brechen

Ein erfolgreicher Börsengang könnte SpaceX mit bis zu 1,75 Billionen Dollar bewerten. Das würde den bisherigen Rekord des weltgrößten IPO – den Börsengang von Saudi Aramco im Jahr 2019 mit einem Wert von 1,7 Billionen Dollar – übertreffen. SpaceX wäre damit sofort eines der wertvollsten börsennotierten Unternehmen der Welt. Im Rahmen des Angebots plant das Unternehmen, mehr als 75 Milliarden Dollar einzusammeln. Als Zeitplan ist ein Börsenstart bereits für den 12. Juni vorgesehen, mit dem Start der Roadshow am 4. Juni und dem eigentlichen Aktienverkauf am 11. Juni.

Für Investoren stellt sich die Frage der Bewertung als besonders schwierig dar. „Es gibt eine Art Halo-Effekt um Musk und seine unkonventionelle Vision", sagte Reena Aggarwal, Finanzprofessorin an der Georgetown University. „Es ist schwierig, solche Unternehmen zu bewerten, da es keine Vergleichsgruppe gibt." Analysten und Wissenschaftler betonen, dass Musks Status als prominenter CEO für viele Investoren wichtiger sein könnte als die reinen Geschäftszahlen.

Musk behält 85 Prozent der Stimmrechte

Der Prospekt zementiert Musks nahezu uneingeschränkte Kontrolle über SpaceX. Das Unternehmen verwendet eine duale Aktienstruktur: Class-B-Aktien, die bei Insidern verbleiben, gewähren jeweils zehn Stimmen, während die an öffentliche Investoren verkauften Class-A-Aktien nur eine Stimme tragen. Insgesamt wird Musk 85,1 Prozent der gesamten Stimmrechte behalten. Zusätzlich hat das Unternehmen zahlreiche Bestimmungen verabschiedet, die Aktionärsrechte stark einschränken: Rechtliche Ansprüche müssen über Schiedsverfahren abgewickelt werden, der Gerichtsstand für Klagen wird begrenzt, und Musk ist davor geschützt, von jemand anderem als sich selbst entlassen zu werden.

Die Vergütung von Musk ist an außergewöhnlich ambitionierte Ziele geknüpft: die Errichtung einer dauerhaften menschlichen Kolonie auf dem Mars sowie der Bau von Weltraum-Rechenzentren mit einer Rechenkapazität von 100 Terawatt – was der Leistung von 100.000 Kernreaktoren mit je einem Gigawatt entspricht.

Zukunft auf unerprobten Technologien

Ein Großteil des Wachstumsausblicks stützt sich auf Technologien und Märkte, die noch nicht existieren. Dazu zählen solarbetriebene Rechenzentren im Weltraum, mit denen SpaceX einen potenziellen Markt von 28,5 Billionen Dollar erschließen will, sowie Mars-Missionen. Für viele Investoren ist Musks bisherige Erfolgsbilanz dennoch überzeugend: Er hat Tesla zum wertvollsten Autokonzern der Welt gemacht, die weltweit erste voll wiederverwendbare Rakete entwickelt und das größte Satellitennetzwerk der Erde aufgebaut.

Seit seiner Gründung im Jahr 2002 hat sich SpaceX zum weltweit größten Raumfahrtunternehmen entwickelt. Der wegweisende Einsatz wiederverwendbarer Raketen hat die Wirtschaftlichkeit der Raumfahrt grundlegend verändert und zwingt Konkurrenten wie Jeff Bezos' Blue Origin zur Aufholjagd. Die Börseneinreichung erfolgt in einer symbolisch bedeutsamen Woche: Am Donnerstag plant SpaceX einen Testflug seiner Starship-Rakete der nächsten Generation. Ein erfolgreicher Börsengang würde Musk zudem auf den Weg bringen, der erste Billionär der Geschichte zu werden.

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