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SpaceX im Indexfonds: Warum passive Anleger ruhig bleiben können

Nach dem SpaceX-Börsengang stehen passive Anleger vor einer Frage: Welcher Index ist der richtige – und macht es überhaupt einen Unterschied?

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SpaceX im Indexfonds: Warum passive Anleger ruhig bleiben können

Der Börsengang von SpaceX hat eine Debatte unter passiven Anlegern ausgelöst: Soll der eigene Indexfonds das Unternehmen von Elon Musk enthalten oder nicht? Verschiedene Indizes verfolgen bei großen Neuemissionen unterschiedliche Ansätze – und das zwingt Anleger zu einer Entscheidung, die sie beim passiven Investieren eigentlich vermeiden wollten.

Passiv investieren bedeutet zwar, keine Einzelaktien auszuwählen. Dennoch müssen sich Anleger für einen bestimmten Index entscheiden. Und genau hier liegt der Unterschied: Einige Indizes nehmen Börsengänge schnell auf, andere warten deutlich länger und stellen zusätzliche Kriterien.

Zwei Ansätze, zwei Welten

Der Vanguard Total Stock Market ETF bildet einen Index mit fast 3.500 Unternehmen ab und kann Börsengänge bereits nach wenigen Handelstagen aufnehmen. SpaceX wird in diesem Index künftig enthalten sein. Die großen ETFs, die den S&P 500 abbilden, hingegen nicht – zumindest vorerst.

Der S&P 500 bildet nicht nur größere Unternehmen ab, sondern wartet nach einem Börsengang deutlich länger und stellt zudem Rentabilitätskriterien für eine Aufnahme. Das bedeutet: Wer in einen S&P-500-ETF investiert, bekommt SpaceX mit seiner rasant steigenden Bewertung nicht automatisch ins Portfolio.

Für Anleger ergeben sich daraus zwei gegensätzliche Haltungen. Einerseits könnte man das Gefühl haben, ein großartiges Unternehmen wie SpaceX zu verpassen, wenn der eigene Index es nicht enthält. Andererseits möchten manche Anleger überhypte Börsendebütanten lieber meiden, bis sich der Staub des jüngsten IPO-Booms gelegt hat.

Renditeunterschiede sind überraschend gering

Die beruhigende Nachricht für passive Anleger lautet: In der Praxis hat dieser Unterschied in den vergangenen Jahren kaum eine Rolle gespielt. Ein Vergleich der beiden großen Vanguard-ETFs zeigt, wie gering die Lücke tatsächlich ist.

In den vergangenen zehn Jahren bis einschließlich Donnerstag erzielte der S&P-500-ETF von Vanguard laut FactSet-Daten eine jährliche Rendite von 15,6 Prozent. Der Total-Market-Index-ETF kam auf 15,1 Prozent. Das ist ein Unterschied von lediglich 0,5 Prozentpunkten pro Jahr – über einen Zeitraum von einem Jahrzehnt.

Betrachtet man einen kürzeren Zeitraum, dreht sich das Bild sogar um. In den vergangenen zwei Jahren erzielte der Total-Market-ETF eine jährliche Rendite von 18,9 Prozent, verglichen mit rund 18,5 Prozent beim S&P-500-ETF. Je nach Ein- und Ausstiegszeitpunkt hätte jede Abweichung innerhalb dieser Zeitspannen leicht zu einem anderen Ergebnis führen können.

Die eigentliche Frage für passive Anleger

Im Kern geht es um eine grundlegende Frage, vor der passive Anleger stehen: Soll der Index den gesamten Markt abbilden oder nur den Großteil davon? Der Total-Market-Ansatz ist breiter gestreut und nimmt neue Unternehmen schneller auf. Der S&P-500-Ansatz ist selektiver, setzt auf etablierte Rentabilität und lässt frische Börsengänge zunächst außen vor.

Für deutsche Privatanleger, die in US-Aktien-ETFs investieren, ist diese Debatte durchaus relevant – schließlich gehören sowohl S&P-500-ETFs als auch Total-Market-ETFs zu den beliebtesten Bausteinen eines passiven Portfolios. Die Daten legen nahe: Wer auf breite Diversifikation und niedrige Kosten setzt, muss sich wegen SpaceX keine großen Sorgen machen. Die langfristigen Renditeunterschiede zwischen beiden Ansätzen sind bislang minimal.

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