SpaceX feiert größten Börsengang aller Zeiten mit $2,1 Billionen Bewertung
Das Raketen- und Satellitenunternehmen debütierte an der Nasdaq mit einem Kurssprung von 19 Prozent und setzt seinen Höhenflug fort.

Die Aktien von SpaceX (NASDAQ: SPCX) bauten ihre Gewinne am Montag weiter aus, nachdem sie beim Nasdaq-Debüt am Freitag um 19 Prozent in die Höhe geschnellt waren. Das Unternehmen von Elon Musk schloss damit den größten Börsengang (IPO) der Geschichte ab und beendete den ersten Handelstag mit einer Marktkapitalisierung von rund 2,1 Billionen US-Dollar.
Die Aktie eröffnete am Freitag bei 150 US-Dollar, nachdem SpaceX im Rahmen der Emission 75 Milliarden US-Dollar eingesammelt hatte. Im Handelsverlauf erreichte das Papier ein Intraday-Hoch von 176,52 US-Dollar und schloss schließlich bei rund 161 US-Dollar. Am darauffolgenden Montag legte der Kurs bis 09:33 Uhr ET (13:33 Uhr GMT) um weitere rund 7,9 Prozent zu – ein Anstieg, der die Bewertung um mehr als 160 Milliarden US-Dollar erhöhte.
Das Handelsvolumen am ersten Börsentag war beeindruckend: Mehr als 500 Millionen Aktien wechselten den Besitzer. Damit näherte sich SpaceX dem Rekord von Facebook, das bei seinem Debüt im Jahr 2012 rund 580 Millionen gehandelte Aktien verzeichnete.
Musk kündigt ehrgeizige Wachstumspläne an
In einem Livestream von JPMorgan Chase im Vorfeld der Börsennotierung erklärte CEO Elon Musk, dass SpaceX seit etwa 2015 einen positiven Cashflow verzeichne. Er bezeichnete den Börsengang als Beginn einer „bedeutenden Wachstumsphase". Zu den skizzierten Plänen gehören der Start von mehr als 100.000 Satelliten zu Kommunikationszwecken sowie der Aufbau von Rechenzentren für künstliche Intelligenz im Weltraum.
Weltraumwirtschaft als strategischer Wachstumsmarkt
Analysten von Jefferies veröffentlichten anlässlich des Börsengangs eine umfangreiche Studie zur Weltraumwirtschaft. Das Hauptargument der Brokerfirma: Der „Weltraum ist nun ein strategischer Industriesektor", in dem US-amerikanische und chinesische Staatspolitik sowie Geopolitik die Renditen antreiben werden.
Jefferies schätzt, dass die globale Weltraumwirtschaft bereits ein Volumen von 600 Milliarden US-Dollar erreicht hat und sich bis 2035 auf 1,8 Billionen US-Dollar verdreifachen könnte. Als am schnellsten wachsende Kategorie innerhalb der Branche gilt dabei der Verteidigungssektor.
Die Zahlen unterstreichen die geopolitische Dimension: Die US-Regierung ist mit rund 80 Milliarden US-Dollar für etwa 60 Prozent der weltweiten Staatsausgaben für die Raumfahrt verantwortlich – mehr als der Rest der Welt zusammen. China gibt nominal rund 20 Milliarden US-Dollar aus. Das Budget der US Space Force stieg im Geschäftsjahr 2026 im Vergleich zum Vorjahr um 40 Prozent auf 40 Milliarden US-Dollar – angetrieben durch das Raketenabwehrprogramm „Golden Dome". Damit liegt die Space Force deutlich vor der NASA, die über ein Budget von 24 Milliarden US-Dollar verfügt.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseSpaceX als unverzichtbarer Regierungspartner
SpaceX ist gemessen an den erhaltenen Geldern der zweitgrößte kommerzielle Auftragnehmer der NASA – direkt hinter dem California Institute of Technology (Caltech). Für das Gesamtjahr 2025 umfassen die Aufträge einen Gesamtwert von 2,1 Milliarden US-Dollar und beinhalten Startdienste, Kommunikation sowie IT-Infrastruktur.
Die Jefferies-Analysten brachten die enge Verflechtung zwischen SpaceX und dem US-Staat auf den Punkt: „Die US-Regierung hat bedeutende Weltraumaktivitäten effektiv an SpaceX ausgelagert, was eine untrennbare Verbindung zwischen den Ausgabenprioritäten des Bundes und dem Geschäft des Unternehmens schafft." Für Anleger bedeutet dies, dass SpaceX nicht nur von privatwirtschaftlichem Wachstum, sondern auch von staatlichen Haushaltsentscheidungen abhängt – ein zweischneidiges Schwert, das sowohl Stabilität als auch politisches Risiko mit sich bringt.


