SpaceX bricht Starship-Start ab – neuer Versuch am Freitag
Ein defekter Hydraulikstift am Startturm stoppte den zwölften Testflug der Starship-Rakete in Texas kurz vor dem Abheben.

SpaceX hat am Donnerstag den Start seiner zwölften Starship-Rakete in Texas in letzter Sekunde abgebrochen. Als Ursache nannte Elon Musk einen Hydraulikstift an einem der mechanischen Arme des Startturms, der nicht wie vorgesehen eingefahren sei. Ein neuer Startversuch ist für Freitag geplant – innerhalb eines 90-minütigen Zeitfensters, das um 17:30 Uhr Ortszeit (22:30 Uhr GMT) beginnt.
Der Countdown war bereits mehrfach unterbrochen worden, bevor der Abbruch endgültig erfolgte. Auslöser waren zunächst auffällige Messwerte zur Treibstofftemperatur und zum Druck. Musk schrieb auf X: „Wenn das heute Abend behoben werden kann, wird es morgen einen weiteren Startversuch geben."
Starship V3: Monatelange Entwicklung, zahlreiche Upgrades
Bei der Rakete handelt es sich um das sogenannte Starship V3 – eine unbemannte Version mit zahlreichen technischen Verbesserungen. Das Fahrzeug wurde nach einer Serie von Fehlschlägen im vergangenen Jahr grundlegend neu entwickelt. Die Upgrades zielen insbesondere auf schnellere Starlink-Satellitenstarts sowie auf künftige NASA-Mondmissionen ab.
SpaceX hat nach eigenen Angaben mehr als 15 Milliarden US-Dollar in die Entwicklung des vollständig wiederverwendbaren Starship investiert. Das Raumfahrzeug ist das Herzstück von Musks Ambitionen: sinkende Startkosten, ein wachsendes Starlink-Satellitengeschäft und langfristige Ziele wie die Erforschung des tiefen Weltraums sowie orbitale Rechenzentren.
Börsengang mit Billionen-Bewertung im Blick
Der Testflug findet zu einem besonders sensiblen Zeitpunkt statt. SpaceX steht vor einem möglichen Börsengang, der als der größte der Geschichte gelten könnte. Das Unternehmen strebt dabei eine Bewertung von 1,75 Billionen US-Dollar an. Ein erfolgreicher Testflug dürfte das Vertrauen potenzieller Anleger erheblich stärken – ein Fehlschlag hingegen könnte Fragen aufwerfen.
Musk versuchte vor dem Startversuch, die Erwartungen zu dämpfen. Er betonte, dass sich in der Fabrik eine „große Pipeline von V3-Schiffen und Boostern" befinde. Ein möglicher Fehlschlag würde die Frequenz künftiger Starship-Teststarts nach seiner Einschätzung „nicht um mehr als etwa einen Monat" verzögern.
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Zur AktienanalyseRisikofreudige Ingenieurskultur als Markenzeichen
Die Teststrategie von SpaceX unterscheidet sich grundlegend von der vieler etablierter Luft- und Raumfahrtunternehmen. Das Unternehmen setzt bewusst auf häufige Wiederholungen und treibt neu entwickelte Raumfahrzeuge gezielt bis an ihre Belastungsgrenze. Fehler werden als Lernquelle genutzt, um Verbesserungen schnell umzusetzen – ein Ansatz, der in der Branche als ungewöhnlich risikofreudig gilt.
Für deutsche Anleger und Raumfahrtbeobachter bleibt der Freitag damit ein wichtiger Termin. Ob SpaceX den nächsten Schritt in Richtung vollständig wiederverwendbarer Raumfahrt erfolgreich meistert, wird nicht nur technisch, sondern auch mit Blick auf den bevorstehenden Börsengang mit Spannung verfolgt.


