SpaceX-Börsengang: Was eine Investition von 5.000 Dollar wert sein könnte
SpaceX startete am 12. Juni mit einem IPO-Preis von 135 Dollar – doch die aktuelle Bewertung wirft ernste Fragen auf.

Space Exploration Technologies, besser bekannt als SpaceX, feierte am 12. Juni seinen mit Spannung erwarteten Börsengang. Der IPO-Preis lag bei 135 Dollar je Aktie. Bereits am ersten Handelstag kletterte der Kurs auf über 175 Dollar, bevor er bei 160,95 Dollar schloss – ein Tagesgewinn von mehr als 19 Prozent.
Der Aufwärtstrend setzte sich fort: Am darauffolgenden Montag notierte die Aktie gegen 13:30 Uhr bereits im Bereich von 183 Dollar. Die Wall Street zeigt sich bislang enthusiastisch. Doch für Anleger stellt sich die entscheidende Frage: Was steckt hinter dem Hype, und wie könnte sich die Aktie langfristig entwickeln?
Viele Investoren ziehen den Vergleich zu Tesla, einem anderen Unternehmen unter der Führung von Elon Musk. Die Tesla-Aktie legte in den zehn Jahren bis zum 12. Juni um beeindruckende 2.690 Prozent zu – und stellte damit die Gesamtrendite des S&P 500 von 319,7 Prozent im gleichen Zeitraum weit in den Schatten. Die Hoffnung, SpaceX könnte eine ähnliche Erfolgsgeschichte schreiben, treibt viele Anleger an.
Ein Blick auf die Fundamentaldaten
SpaceX ist heute ein breit aufgestellter Konzern. Nach der Fusion mit xAI – dem KI-Unternehmen von Musk, das zuvor die Social-Media-Plattform X (ehemals Twitter) übernommen hatte – umfasst das Geschäftsmodell mehrere Bereiche: den Bau und Start von Raketen für Astronauten und Satelliten, den Betrieb des Breitband-Internetnetzwerks Starlink, künstliche Intelligenz über xAI sowie die Social-Media-Plattform X. Das Management gliedert das Unternehmen in drei Segmente: Raumfahrt, Konnektivität und KI.
Trotz des Börsenhypes schreibt SpaceX derzeit rote Zahlen. Der Verlust im ersten Quartal weitete sich von 528 Millionen Dollar im Vorjahr auf 4,3 Milliarden Dollar aus. Der Umsatz stieg jedoch im Jahresvergleich um 15,4 Prozent auf 4,7 Milliarden Dollar. Das größte und profitabelste Segment, Konnektivität (Starlink), verzeichnete ein Umsatzplus von 31,6 Prozent auf 3,3 Milliarden Dollar, während das Betriebsergebnis dort um 15 Prozent auf 1,2 Millionen Dollar stieg. Das Raumfahrtgeschäft hingegen verzeichnete einen Umsatzrückgang von 28,4 Prozent auf 619 Millionen Dollar. Beide Segmente – Raumfahrt und KI – waren defizitär.
Für das Gesamtjahr 2025 wuchs der Umsatz um mehr als 33 Prozent auf 18,7 Milliarden Dollar. Sollte das Wachstumstempo des ersten Quartals anhalten, könnte der Umsatz 2026 auf rund 21,5 Milliarden Dollar steigen.
Bewertung auf astronomischem Niveau
Da SpaceX Verluste schreibt, lässt sich das klassische Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) nicht anwenden. Stattdessen bietet sich das Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) als Bewertungsmaßstab an. Zum Zeitpunkt des Börsengangs wies SpaceX eine Marktkapitalisierung von 1,8 Billionen Dollar auf – das entspricht dem 94-fachen des Jahresumsatzes 2025. Am Montag stieg die Marktkapitalisierung bereits auf rund 2,4 Billionen Dollar, was sogar dem 128-fachen des Umsatzes entspricht. Zum Vergleich: Der gesamte S&P 500 wird mit einem KUV von lediglich 3,7 gehandelt.
Diese Diskrepanz macht die Bewertung von SpaceX zu einer der ambitioniertesten an der Wall Street. Legt man den geschätzten Umsatz von 21,5 Milliarden Dollar für 2026 zugrunde und wendet das ursprüngliche IPO-KUV von 94 an, ergibt sich eine Bewertung von rund 2 Billionen Dollar – das entspricht etwa 73 Prozent des aktuellen Kursniveaus. Mit anderen Worten: Der Markt hat das erwartete Umsatzwachstum bereits weitgehend eingepreist.
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Zur AktienanalyseWas aus 5.000 Dollar werden könnte
Wer heute 5.000 Dollar in SpaceX-Aktien investiert und diese ein Jahr lang hält, muss mit einem möglichen Wertverlust rechnen – selbst bei einem Umsatzwachstum von 33 Prozent, sofern das KUV auf das IPO-Niveau von 94 zurückfällt. Noch drastischer wäre das Szenario, wenn das KUV auf die Hälfte des IPO-Niveaus sinken sollte: Bei einem KUV von 47 – was immer noch als hoch gilt – würde eine Investition von 5.000 Dollar nach einem Jahr auf rund 1.840 Dollar schrumpfen.
Die frühen Bewertungen von SpaceX spiegeln hohe Wachstumserwartungen und die Hoffnung auf künftige Gewinne wider. Sollte das Unternehmen diese Erwartungen nicht erfüllen, könnte die Aktie Anleger empfindlich enttäuschen. Für deutsche Privatanleger gilt daher: Der Blick hinter den Hype ist unerlässlich, bevor man in einen der teuersten Börsengänge der Geschichte investiert.


