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SpaceX-Börsengang: So reagieren passive Indexfonds und ETFs

Der spektakuläre SpaceX-IPO zwingt passive Fonds zur Positionierung – mit unterschiedlichen Zeitplänen je nach Indexanbieter.

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SpaceX-Börsengang: So reagieren passive Indexfonds und ETFs

Der Börsengang von Space Exploration Technologies Corp Class A (NASDAQ: SPCX) am 12. Juni 2026 ist nicht nur ein Ereignis für aktive Stockpicker. Auch Millionen von Anlegern, die ihr Geld in passive Indexfonds und ETFs investiert haben, sind betroffen – denn viele dieser Fonds werden SpaceX in naher Zukunft automatisch aufnehmen müssen. Die entscheidende Frage lautet: Wann und in welchen Fonds landet die Aktie?

Für aktiv verwaltete Fonds ist die Entscheidung eine Frage der Überzeugung: Entweder man glaubt an das Narrativ des Raumfahrtunternehmens von Elon Musk und kauft die Aktien, oder man hält sich zurück. Passive Fonds hingegen haben kaum eine Wahl – sie folgen den Regeln ihrer jeweiligen Indexanbieter. Und genau hier zeigen sich erhebliche Unterschiede zwischen den großen Branchenriesen.

Schnelle Aufnahme bei Nasdaq, FTSE Russell und MSCI

Die Nasdaq hat sich für eine beschleunigte Aufnahme von SpaceX entschieden. Sogenannte „Large IPOs" können bereits nach 15 Handelstagen in den Index aufgenommen werden, sofern sie bestimmte Kriterien zur Marktkapitalisierung erfüllen. SpaceX erfüllt diese Bedingungen, weshalb die Aktie in wenigen Wochen in Produkten wie dem Invesco EQQQ NASDAQ-100 ETF (LSE: EQQQ) enthalten sein dürfte.

FTSE Russell geht sogar noch schneller vor: SpaceX soll bereits nach nur fünf Handelstagen in US-Indizes wie den Russell 1000 aufgenommen werden. MSCI, der Anbieter hinter dem MSCI USA und dem MSCI World, plant die Aufnahme nach zehn Handelstagen. Ein weiterer Anbieter namens CRSP wartet ebenfalls nur fünf Handelstage ab. Für Anleger in globalen oder US-amerikanischen Indexfonds bedeutet das: SpaceX wird schon sehr bald Teil ihres Portfolios sein – ob sie wollen oder nicht.

S&P 500 bleibt vorerst außen vor

Eine wichtige Ausnahme bildet der S&P 500. Dessen Betreiber S&P Dow Jones hält zunächst an einer Wartefrist von einem Jahr fest. Noch entscheidender ist jedoch die sogenannte „Prüfung der finanziellen Tragfähigkeit": Unternehmen müssen sowohl im letzten Quartal als auch über die zurückliegenden vier Quartale insgesamt einen Gewinn ausgewiesen haben. Diesen Test besteht SpaceX derzeit nicht.

Das bedeutet, dass SpaceX vorerst nicht in populäre Produkte wie den iShares Core S&P 500 ETF (LSE: CSP1) aufgenommen wird. Ein historisches Beispiel verdeutlicht, wie lange dieser Prozess dauern kann: Tesla ging bereits 2010 an die Börse, erfüllte die Gewinnvoraussetzungen aber erst 2020 – und wurde entsprechend erst dann in den S&P 500 aufgenommen. Für SpaceX könnte ein ähnlicher Zeitraum gelten, sofern das Unternehmen nicht früher die Profitabilitätskriterien erfüllt.

Zusätzlich wird die Zusammensetzung des S&P 500 durch ein anonymes Index-Komitee bestimmt. Die Anonymität der Mitglieder soll Lobbyismus verhindern und die Unabhängigkeit der Entscheidungen sicherstellen.

Begrenzte Auswirkungen kurzfristig

Trotz der breiten Aufmerksamkeit rund um den SpaceX-IPO dürften die kurzfristigen Auswirkungen auf passive Fonds insgesamt begrenzt bleiben. Die Gewichtung eines neu aufgenommenen Unternehmens in einem breit diversifizierten Index ist zunächst gering, selbst wenn die Marktkapitalisierung von SpaceX beträchtlich ist. Für Anleger in globalen ETFs oder US-Indexfonds lohnt es sich dennoch, die Entwicklung zu verfolgen – denn je nach genutztem Produkt könnte SpaceX schon bald automatisch Teil des eigenen Depots sein.

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