SpaceX-Börsengang: Musk plant unkonventionelles Debüt für Mitte Juni
Elon Musk bricht mit Wall-Street-Traditionen und lässt Investoren zu SpaceX kommen – nicht umgekehrt.

Elon Musk plant für SpaceX einen Börsengang, der nicht nur wegen seines schieren Volumens Geschichte schreiben könnte. Der 54-jährige Unternehmer setzt auf ein völlig ungewöhnliches Format: Statt selbst auf Roadshow-Reisen zu gehen, sollen Fondsmanager und Analysten die SpaceX-Standorte besuchen – und dort Fertigungsanlagen besichtigen sowie möglicherweise Raketenstarts live erleben. Das Debüt ist laut mit dem Vorgang vertrauten Personen für Mitte Juni geplant, kurz vor Musks Geburtstag.
Das Emissionsvolumen wäre rekordverdächtig: Der Börsengang soll zwischen 40 und 80 Milliarden US-Dollar einbringen, was ihn zum größten IPO aller Zeiten machen würde. Zum Vergleich: Der bisherige Rekordhalter Saudi Aramco erzielte beim Börsengang 2019 rund 25,6 Milliarden Dollar. SpaceX wird in den kommenden Tagen vertraulich die Unterlagen für seinen Börsengang bei den US-Aufsichtsbehörden einreichen, heißt es aus informierten Kreisen. Eine öffentliche Einreichung folgt typischerweise einige Monate später.
Als Veranstaltungsorte für die Investorentreffen sind der weitläufige SpaceX-Komplex nahe dem Flughafen von Los Angeles sowie der Raketenstartplatz im Gebiet von Cape Canaveral in Florida im Gespräch. Führungskräfte des Unternehmens könnten dennoch auch einzelne Investoren persönlich besuchen, so die Quellen.
Ungewöhnliche Konditionen für Anleger
Neben dem unorthodoxen Roadshow-Format prüft SpaceX weitere Abweichungen vom Branchenstandard. Dazu zählen ungewöhnlich lange Lock-up-Perioden, die Aktienverkäufe früher Investoren einschränken würden. Außerdem werden eine Vorzugsbehandlung für Investoren aus Musks anderen Unternehmen sowie eine überproportional hohe Aktienquote für Privatanleger erwogen – letzteres wäre ein klarer Bruch mit der üblichen Praxis, bei der institutionelle Großinvestoren bevorzugt werden.
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Zur AktienanalyseFür deutsche Privatanleger ist das Thema besonders interessant: Ein SpaceX-Börsengang würde erstmals die Möglichkeit schaffen, direkt in das führende private Raumfahrtunternehmen der Welt zu investieren. SpaceX betreibt unter anderem das Starlink-Satellitennetz und gilt mit einer zuletzt geschätzten Bewertung von rund 350 Milliarden Dollar als wertvollstes nicht-börsennotiertes Unternehmen weltweit. Ob und wie deutsche Anleger Zugang zu den Aktien erhalten werden, bleibt abzuwarten.


