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SpaceX-Börsengang: Größtes IPO der Geschichte steht bevor

Mit einer Bewertung von 1,77 Billionen Dollar trifft SpaceX auf einen euphorischen, aber fragilen Aktienmarkt.

SpaceX-Börsengang: Größtes IPO der Geschichte steht bevor

SpaceX steht kurz vor dem größten Börsengang der Geschichte. Wenn der Handel mit SpaceX-Aktien wie erwartet am kommenden Freitag beginnt, wird das Raketen- und Satellitenunternehmen von Elon Musk im Rahmen seines Börsengangs voraussichtlich 75 Milliarden Dollar einsammeln. Mit einer Bewertung von 1,77 Billionen Dollar debütiert SpaceX als eines der zehn größten börsennotierten Unternehmen der Welt – noch vor Meta Platforms, Tesla und Micron Technology.

Noch bemerkenswerter: Der Börsengang soll Elon Musk, der bei SpaceX als CEO, Chief Technical Officer und Verwaltungsratsvorsitzender fungiert, zum ersten Billionär der Welt machen. Musk soll über 85 Prozent der Stimmrechte im Unternehmen halten. Das verleiht ihm eine Kontrolle, die in der Geschichte großer Börsengänge nahezu beispiellos ist.

„SpaceX ist ein wegweisendes Ereignis", sagte Philip Blancato, Chef-Marktstratege bei Osaic, gegenüber CNBC. „Dieser Moment, in dem Billionen-Dollar-Unternehmen an die Börse gehen, ist ein Markttreiber, ob wir es zugeben wollen oder nicht." Blancato ergänzte: „All dies ist gleichzeitig aufregend und gefährlich."

Extreme Volatilität als bekanntes IPO-Risiko

Börsengänge sind generell für ihre Volatilität bekannt – und der SpaceX-IPO könnte dieses Muster noch übertreffen. Eine aktuelle Untersuchung von Truist Wealth, die 30 bedeutende Börsengänge der vergangenen 15 Jahre analysierte, zeigt ein ernüchterndes Bild: Auf Medianbasis sind neu börsennotierte Aktien ein Jahr nach ihrem Debüt um 9 Prozent gefallen. Nicht einmal die Hälfte der Unternehmen schloss das erste Jahr im positiven Bereich ab.

Noch drastischer: Innerhalb der ersten zwölf Monate erlitten die Aktien im Durchschnitt massive Kursverluste von 54 Prozent. Für Anleger, die beim SpaceX-IPO einsteigen wollen, ist das eine wichtige Warnung.

Zusätzlich verschärft wird die Situation durch jüngste Regeländerungen bei wichtigen Indizes wie dem Nasdaq 100. Anstatt den handelbaren Streubesitz von 75 Milliarden Dollar zur Gewichtung heranzuziehen, verwendet der Index einen 3-fach-Multiplikator. Dieser verleiht der SpaceX-Aktie eine Gewichtung basierend auf einer Marktkapitalisierung von 225 Milliarden Dollar. Das bedeutet: Alle Kursbewegungen nach dem Börsengang könnten verstärkt werden, da Investoren gezwungen sind, der Aktie hinterherzulaufen – mit entsprechenden Auswirkungen auf die allgemeine Indexvolatilität.

Inflationsdaten und Fed-Sitzung als zusätzlicher Gegenwind

Der SpaceX-Börsengang trifft auf ein makroökonomisch herausforderndes Umfeld. In der kommenden Woche werden die Verbraucher- und Erzeugerpreisindizes für Mai veröffentlicht. Laut Konsensschätzungen auf FactSet wird die jährliche Gesamtinflation der Verbraucherpreise voraussichtlich auf 4,3 Prozent steigen, nach zuvor 3,8 Prozent.

Diese Daten könnten Anlegern wichtige Hinweise auf den künftigen Zinspfad liefern. In der darauffolgenden Woche findet die erste Sitzung der Federal Reserve unter der Leitung von Kevin Warsh statt – am 16. und 17. Juni. Die Märkte preisen bereits eine Zinserhöhung vor Jahresende ein. Die Inflationsdaten werden zeigen, wie tragfähig die aktuelle Aufwärtsdynamik am Aktienmarkt wirklich ist.

Die jüngsten Marktsignale sind dabei wenig beruhigend. Am vergangenen Freitag schlossen alle drei Hauptindizes eine Verlustwoche ab. Der Nasdaq verzeichnete dabei die schlechteste Woche des gesamten Jahres, während Chip-Aktien einbrachen. Der S&P 500 fiel um mehr als 2 Prozent, auch der Dow Jones Industrial Average beendete die Woche mit Verlusten.

Weitreichende Folgen für den gesamten Aktienmarkt

Die Auswirkungen des SpaceX-Börsengangs gehen weit über das Unternehmen selbst hinaus. Zusammen mit den bevorstehenden Börsengängen von Anthropic und OpenAI werden mehrere Billionen-Dollar-Unternehmen gleichzeitig auf den Markt drängen. Die Aktienmärkte befinden sich aufgrund des Enthusiasmus für Künstliche Intelligenz bereits auf Allzeithochs und müssen nun die Angebots- und Nachfragedynamik dieser Megadebüts bewältigen.

Der SpaceX-Börsengang wird zudem zeigen, wie robust das KI-Narrativ bleibt, da ein Großteil des jüngsten Aufschwungs aus dem Halbleitersektor stammte. Für deutsche Privatanleger, die in US-Indizes investiert sind – etwa über ETFs auf den S&P 500 oder den Nasdaq 100 – sind die kommenden Wochen daher besonders aufmerksam zu verfolgen.

Wochenkalender: Die wichtigsten Termine im Überblick

Die kommende Woche hält neben dem SpaceX-Börsengang weitere marktrelevante Ereignisse bereit:

Dienstag, 9. Juni:

NFIB-Index für kleine Unternehmen (Mai), ADP-Beschäftigungsdaten, Verkäufe bestehender Häuser (Mai)

Mittwoch, 10. Juni:

Verbraucherpreisindex Mai (08:30 Uhr ET), Stundenlöhne und Wochenarbeitszeit (endgültig)

Donnerstag, 11. Juni:

Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, Erzeugerpreisindex Mai; Quartalszahlen von Lennar und Adobe

Freitag, 12. Juni:

Michigan-Verbrauchervertrauen (vorläufig, Juni) – und voraussichtlich der erste Handelstag der SpaceX-Aktie

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