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SpaceX-Aktien über SPVs: Wenn Investments für Anleger verschwinden

Investoren kauften Beteiligungen an SpaceX über Zweckgesellschaften – und verloren den Zugriff auf ihr Kapital, bevor sie profitieren konnten.

SpaceX-Aktien über SPVs: Wenn Investments für Anleger verschwinden

Ram Rupireddy konnte sein Glück im Jahr 2020 kaum fassen. Ein Freund hatte ihn auf eine Firma aus New Jersey aufmerksam gemacht, die Beteiligungsmöglichkeiten an SpaceX und anderen vielbeachteten, nicht börsennotierten Unternehmen anbot. Für den Dateningenieur aus Ashburn, Virginia, der mit seiner Frau und zwei Kindern ein stabiles Leben führte, war dies eine seltene Gelegenheit.

Rupireddy hatte Freunde in der Bay Area, die frühzeitig in gefragte Start-ups investiert hatten und damit erhebliche Gewinne erzielt hatten. Er wollte ebenfalls an solchen Chancen teilhaben – und glaubte, mit diesem Angebot endlich seinen Einstieg gefunden zu haben.

Was sind Special-Purpose Vehicles?

Die Investmentgesellschaft Late Stage Management verkaufte jedoch keine tatsächlichen Aktien an SpaceX oder anderen Unternehmen. Stattdessen bot sie Beteiligungen an sogenannten Zweckgesellschaften an – auf Englisch Special-Purpose Vehicles, kurz SPVs. Diese Fonds halten Anteile an privaten Unternehmen entweder direkt oder indirekt, indem sie selbst in andere Fonds mit entsprechenden Beteiligungen investieren.

SPVs sind im Bereich der Privatmarkt-Investments ein weit verbreitetes Instrument. Sie ermöglichen es, die gesetzliche Beschränkung der Gesellschafteranzahl bei privaten Unternehmen zu umgehen – denn viele nicht börsennotierte Firmen dürfen nur eine begrenzte Anzahl direkter Anteilseigner haben, ohne detailliertere Finanzberichte vorlegen zu müssen. Durch ein SPV werden viele Einzelinvestoren zu einem einzigen Gesellschafter gebündelt.

Wenig Regulierung, hohe Einstiegshürden

SPVs unterliegen nur wenigen regulatorischen Anforderungen. In den USA – und ähnlich in anderen Ländern – sind sie ausschließlich für sogenannte akkreditierte Anleger zugänglich. Das sind Personen, deren Nettovermögen oder Jahreseinkommen eine bestimmte gesetzlich definierte Schwelle überschreitet. Damit soll sichergestellt werden, dass nur erfahrene oder finanziell abgesicherte Investoren in diese wenig transparenten Vehikel investieren.

Für deutsche Privatanleger ist dieses Modell ebenfalls relevant: Auch hierzulande gibt es vergleichbare Strukturen, bei denen Investoren über Fonds oder Beteiligungsgesellschaften indirekt in nicht börsennotierte Unternehmen investieren können. Die Risiken sind dabei erheblich – mangelnde Transparenz, eingeschränkte Liquidität und eine schwache regulatorische Aufsicht gehören zu den größten Gefahren.

Risiken für Privatanleger

Der Fall von Ram Rupireddy und anderen Investoren, die über Late Stage Management in SpaceX-Beteiligungen investierten, verdeutlicht die strukturellen Risiken solcher Konstruktionen. Wenn Anteile nicht direkt gehalten werden, sondern über mehrere Zwischenstufen – also SPVs, die wiederum in andere Fonds investieren – verlieren Anleger schnell den Überblick darüber, was sie tatsächlich besitzen und welche Rechte sie haben.

Gerade bei hochbegehrten Unternehmen wie SpaceX, die nicht an der Börse notiert sind, ist die Nachfrage nach indirekten Beteiligungsmöglichkeiten groß. Das lockt nicht nur seriöse Anbieter, sondern auch solche, bei denen Transparenz und Anlegerschutz zu kurz kommen. Investoren sollten daher bei solchen Angeboten besonders sorgfältig prüfen, über welche Strukturen sie investieren und welche Rechte ihnen im Ernstfall zustehen.

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