SpaceX-Aktie nach IPO: Was aus 5.000 Dollar wurde
Seit dem Börsengang am 12. Juni entwickelt sich die SpaceX-Aktie je nach Einstiegszeitpunkt sehr unterschiedlich – mit teils herben Verlusten.

Der Hype um den Börsengang von SpaceX hat sich inzwischen etwas gelegt – doch die Bilanz für Anleger fällt je nach Einstiegszeitpunkt sehr unterschiedlich aus. Wer zum Emissionspreis von 135 Dollar pro Aktie einsteigen konnte, steht noch am besten da. Doch die wenigsten Privatanleger hatten dieses Glück.
Wer beim IPO am 12. Juni direkt zum Ausgabepreis von 135 Dollar zugeteilt bekam und 5.000 Dollar investierte, hält bei einem aktuellen Kurs von rund 152 Dollar nun etwa 5.590 Dollar in den Händen – ein Plus von etwas mehr als 12 Prozent. Das klingt solide, ist aber angesichts des enormen Vorfeld-Hypes für viele Anleger eine Enttäuschung.
Die Mehrheit der Investoren wurde jedoch nicht für die eigentliche Emission ausgewählt und musste die Aktie am freien Markt kaufen. Wer am ersten Handelstag zum damaligen Börsenkurs von rund 150 Dollar einstieg, liegt mit seiner 5.000-Dollar-Investition heute bei etwa 5.066 Dollar – also praktisch an der Gewinnschwelle.
Wer zum Höchstkurs kaufte, sitzt auf Verlusten
Besonders schmerzhaft ist die Situation für jene, die erst wenige Tage nach dem IPO einstiegen. Die SpaceX-Aktie (SPCX) erreichte am 16. Juni ein Hoch von 225,64 Dollar. Wer zu diesem Zeitpunkt 5.000 Dollar investierte, hält heute noch rund 3.370 Dollar – ein Rückgang von fast 33 Prozent. Dieses Szenario verdeutlicht die klassische Gefahr, bei einem gehypten Börsengang zu spät einzusteigen.
Das Muster ist aus der Börsengeschichte bekannt: Viele stark erwartete IPOs erleben in den ersten Wochen und Monaten eine volatile, oft enttäuschende Kursentwicklung, bevor sich ein fairer Wert einpendelt. Erfahrene Anleger wissen, dass spekulative Kräfte nach einem Börsengang erst nach einigen Monaten vollständig abgebaut werden.
Lock-up-Perioden als weiterer Unsicherheitsfaktor
Ein wichtiger Aspekt, den Anleger im Blick behalten sollten, sind die gestaffelten Haltefristen – sogenannte Lock-up-Perioden. Mitarbeiter und frühe Anteilseigner dürfen erst nach der Veröffentlichung der Quartalsergebnisse für das zweite Quartal Anfang August einen Teil ihrer Aktien verkaufen. In den drei Monaten nach diesem Bericht werden dann schrittweise weitere Aktien freigegeben.
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Zur AktienanalyseAndere Großaktionäre können ihre Anteile erst Anfang nächsten Jahres veräußern. Elon Musk selbst darf bis Juni 2027 überhaupt keine Aktien verkaufen. Der schrittweise Verkauf dieser Anteile könnte zusätzlichen Druck auf den Kurs ausüben – auch wenn viele Insider möglicherweise an ihren Positionen festhalten werden.
Hinzu kommt: Ein abschließendes Markturteil über SpaceX wird erst dann möglich sein, wenn mindestens zwei Quartalsberichte vorliegen. Diese müssen zeigen, ob sich das Unternehmen in eine Richtung und in einem Tempo bewegt, das den Premiumpreis der Aktie rechtfertigt. Bis dahin dürfte Unentschlossenheit den Kursverlauf prägen.
Für deutsche Privatanleger, die SpaceX im Depot haben oder einen Einstieg erwägen, gilt daher: Die bisherige Performance nach dem Börsengang ist zwar glanzlos, aber keineswegs ein Alarmsignal. Für mindestens ein Jahr wird SpaceX kein konventionelles Anlageobjekt sein. Der kurzfristige Handel mit der Aktie ist derzeit vor allem ein Spiel darum, die Stimmung der Masse in wenigen Tagen richtig einzuschätzen – eine Disziplin, die selbst erfahrene Investoren vor Herausforderungen stellt.


