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SpaceX-Aktie fällt trotz starker Quartalszahlen deutlich

Piper Sandler erklärt den vorbörslichen Rückgang von über 11% mit drei strukturellen Faktoren – nicht mit schwachen Ergebnissen.

SpaceX-Aktie fällt trotz starker Quartalszahlen deutlich

Die SpaceX-Aktie notierte am Mittwoch vorbörslich mit einem Minus von über 11% – und das trotz glänzender Quartalszahlen. Das Analysehaus Piper Sandler erklärte seinen Kunden in einer Mitteilung, dass der Kursrückgang nicht auf operative Schwäche hindeutet, sondern auf strukturelle Faktoren zurückzuführen ist.

Analyst Alexander Potter hob hervor, dass SpaceX in seiner ersten Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen den Marktkonsens „problemlos übertroffen" habe. Der Umsatz im zweiten Quartal stieg im Jahresvergleich um rund 92% auf 7,8 Milliarden US-Dollar – etwa 1 Milliarde Dollar über den Analystenerwartungen. Das bereinigte EBITDA erreichte 3,5 Milliarden Dollar, ein Plus von beeindruckenden 191% gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Die Margen entwickelten sich ebenfalls stark: Die Bruttomarge kletterte auf 55%, die EBITDA-Marge auf 45%. Zusätzlich kündigte der Finanzvorstand an, dass SpaceX bis Dezember eine jährliche Run-Rate von mindestens 100 Milliarden US-Dollar an wiederkehrenden Umsätzen erreichen werde – ein Wert, der über dem bisherigen Marktkonsens liegt.

Drei Faktoren belasten den Kurs

Piper Sandler identifizierte drei konkrete Gründe für den Kursrückgang, die unabhängig von der operativen Stärke des Unternehmens wirken. Erstens steht ein massiver Anstieg der handelbaren Aktien bevor: Derzeit sind weniger als 5% der gesamten SpaceX-Aktien frei handelbar. Bis Juni 2027 soll dieser Anteil auf rund 50% steigen – ein Anstieg von mehr als 140%. Dieser sogenannte „Lockup Expiration Overhang" gilt als erheblicher Bewertungsgegenwind, da das Auslaufen von Haltefristen typischerweise Verkaufsdruck erzeugt.

Zweitens überraschten die geplanten Investitionsausgaben (Capex) für das Geschäftsjahr 2027 negativ: SpaceX plant rund 65 Milliarden US-Dollar – etwa 17 Milliarden Dollar mehr als Analysten erwartet hatten. Solch hohe Kapitalausgaben belasten den freien Cashflow und können die Bewertung unter Druck setzen, selbst wenn das operative Geschäft floriert.

Drittens nannte Piper Sandler die KI-Cloud-Verträge als Unsicherheitsfaktor. Diese Verträge gelten zwar als lukrativ, sind jedoch kündbar, was ihre langfristige Beständigkeit schwer einschätzbar macht.

Bewertungsmodell angepasst

Piper Sandler reagierte auf die veränderte Lage und passte sein Bewertungsmodell an. Obwohl das Analysehaus seine Umsatz- und Ergebnisschätzungen anhob, senkte es gleichzeitig das Ziel-Multiple von dem 20-Fachen auf das 12-Fache des EV/EBITDA für das Jahr 2031. Als neue Referenz dient das Allzeittief von Tesla, das angesichts der nachbörslichen Kursbewegungen nun als passenderer Vergleichsmaßstab angesehen wird.

Solange der Streubesitz weiter wächst, warnte Piper Sandler ausdrücklich, „könnte das Multiple nicht mit den Fundamentaldaten korrelieren". Für Anleger bedeutet das: Selbst starke operative Ergebnisse können kurzfristig nicht verhindern, dass strukturelle Marktmechanismen den Kurs belasten. SpaceX bleibt damit ein Paradebeispiel dafür, dass Börsenkurse nicht immer das unmittelbare Abbild der Unternehmensleistung sind.

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