SpaceX-Aktie: Extreme Volatilität nach rekordverdächtigem Börsengang
Nach einem euphorischen IPO-Start erlebt SpaceX heftige Kursschwankungen – Privatanleger investierten in fünf Tagen netto 405 Millionen Dollar.

Die ersten zwei Wochen von SpaceX als börsennotiertes Unternehmen gleichen einer Achterbahnfahrt. Nach einem rekordverdächtigen Börsengang (IPO) stieg die Aktie an mehreren aufeinanderfolgenden Tagen sprunghaft an, überholte kurzzeitig sowohl Amazon als auch Microsoft in der Marktkapitalisierung und kletterte um mehr als 60% über den ursprünglichen Emissionspreis von 135 US-Dollar.
Doch die Euphorie hielt nicht lange an. Auf tägliche Rückgänge von 5% und 4% folgte ein massiver Einbruch von 16%, als sich Nervosität am Markt breitmachte. Anschließend folgten stabilere Handelstage mit Bewegungen im einstelligen Bereich in beide Richtungen.
Die extreme Volatilität unterstreicht die sprunghafte Natur einer Aktie, die stark von Narrativen getrieben wird. Hochfliegende Science-Fiction-Ambitionen, eine enorme Medienberichterstattung und ein Gründer mit einer kultähnlichen Fangemeinde schürten eine Euphorie rund um das Unternehmen.
Privatanleger stürmen in die SpaceX-Aktie
Besonders Privatanleger sprangen in Scharen auf dieses zukunftsorientierte Narrativ an. Viraj Patel, globaler Makrostratege beim Analysehaus Vanda, erklärt die Begeisterung so: SpaceX „verkörpert viele der Qualitäten, die historisch gesehen bei Privatanlegern Anklang gefunden haben: eine transformative Technologie-Story, eine kühne Vision der Zukunft, einen prominenten Gründer und eine beispiellose Medienaufmerksamkeit."
In den ersten fünf Handelstagen kauften Privatanleger SpaceX-Aktien im Nettowert von 405 Millionen US-Dollar. Laut Vanda war dies das mit Abstand stärkste IPO-Debüt von Privatanlegern in der jüngeren Geschichte – ein eindrucksvoller Beleg für die Anziehungskraft des Unternehmens auf Kleinanleger weltweit.
Nach den bullishen ersten Handelstagen rückten jedoch die Fundamentaldaten stärker in den Fokus. Kyle Rodda, Senior-Marktanalyst bei Capital.com, beschreibt dies als eine Art „Katerstimmung", die sich nach der anfänglichen Euphorie einstellte.
Musks Billionen-Versprechen trifft auf harte Zahlen
Elon Musk hat in gewohnt ambitionierter Manier astronomisches Umsatzwachstum für die kommenden Jahre angekündigt. Am 14. Juni erklärte er, dass SpaceX im Jahr 2030 „ungefähr" einen Umsatz von 1 Billion US-Dollar erreichen könnte. Das wäre ein gewaltiger Sprung gegenüber dem Umsatz von 18,7 Milliarden US-Dollar, den SpaceX im Jahr 2025 erzielte.
Die aktuellen Finanzkennzahlen zeigen jedoch ein anderes Bild: Das Unternehmen verzeichnete 2025 einen Nettoverlust von 4,9 Milliarden US-Dollar und verlor im ersten Quartal dieses Jahres weitere 4,28 Milliarden US-Dollar. Diese Zahlen verdeutlichen die enorme Diskrepanz zwischen der aktuellen Ertragslage und den hochgesteckten Wachstumszielen.
Leerverkäufer zögern trotz Bewertungszweifeln
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Zur AktienanalyseTrotz der hohen Bewertung und der operativen Verluste sind bisher nur wenige Investoren bereit, gegen die SpaceX-Aktie zu wetten. Michael Burry, bekannt aus dem Film „The Big Short", erklärte am 16. Juni, dass er keine Position in SpaceX halte. Er argumentierte, dass Optionen für Wetten gegen die Aktie weiterhin zu teuer seien – auch wenn er den Marktwert des Unternehmens von fast 3 Billionen US-Dollar grundsätzlich infrage stellte.
Während SpaceX ein gewisses Interesse von Leerverkäufern erfährt, zögern viele weiterhin, gegen Musk zu wetten. Die Scheu, gegen den schillernden Unternehmer zu spekulieren, ist ein bekanntes Phänomen – ähnliches war in der Vergangenheit bereits bei Tesla zu beobachten.
Die Zeit wird zeigen, wie weit das Narrativ rund um SpaceX die Aktie tragen wird. Für Anleger gilt: Mit weiteren heftigen Wendungen auf dieser Achterbahnfahrt ist in jedem Fall zu rechnen.


