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Space Pioneer: Jungfernflug der Tianlong-3 Rakete gescheitert

Chinas wiederverwendbare Rakete Tianlong-3 scheitert beim Erstflug – ein weiterer Rückschlag im Wettlauf mit SpaceX.

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Space Pioneer: Jungfernflug der Tianlong-3 Rakete gescheitert

Der Pekinger Raketenentwickler Space Pioneer hat am Freitag das Scheitern des Jungfernflugs seiner wiederverwendbaren Rakete Tianlong-3 bekanntgegeben. Das Unternehmen, offiziell bekannt als Beijing Tianbing Technology Co, veröffentlichte lediglich eine knappe Erklärung auf seinem WeChat-Konto – ohne technische Details zum genauen Hergang des Fehlschlags. Der Vorfall unterstreicht eindrücklich, wie groß die technologische Lücke zwischen China und dem US-amerikanischen Raumfahrtunternehmen SpaceX nach wie vor ist.

Space Pioneer gehört zu einer wachsenden Gruppe privater chinesischer Raketenentwickler, die von Peking aktiv gefördert werden. Die chinesische Regierung hat in den vergangenen Jahren gezielt politische Rahmenbedingungen geschaffen, die es solchen Unternehmen erleichtern, Kapital aufzunehmen und Börsengänge (IPOs) anzustreben. Ziel ist es, China als globale Weltraummacht zu etablieren und technologisch mit den USA gleichzuziehen.

Die Tianlong-3 wurde von Space Pioneer explizit als chinesisches Pendant zur Falcon 9 von SpaceX positioniert – dem einzigen Raketenmodell weltweit, das seine Wiederverwendbarkeit durch hunderte erfolgreicher Starts unter Beweis gestellt hat. Laut Unternehmensangaben soll die Tianlong-3 pro Start bis zu 36 Satelliten in den Orbit befördern können. Das macht sie theoretisch ideal für Chinas Ambitionen, riesige Satellitenkonstellation aufzubauen und SpaceX Starlink-Netzwerk Konkurrenz zu machen.

Milliardeninvestitionen trotz Rückschlägen

Das Scheitern des Jungfernflugs ist nicht der erste Rückschlag für das Programm. Erst im Juni 2024 hatte Space Pioneer eine Finanzierungsrunde über mehr als 1,5 Milliarden Yuan (umgerechnet rund 207 Millionen US-Dollar) abgeschlossen, die der Entwicklung wiederverwendbarer Raketen gewidmet war. Wenige Wochen nach dieser Finanzierung löste sich während eines Bodentests die erste Stufe einer Tianlong-3 aufgrund eines Strukturversagens von der Startrampe und schlug in einem hügeligen Gebiet der Stadt Gongyi in Zentralchina ein.

Insgesamt hat Space Pioneer in den vergangenen sechs Monaten fast 2,5 Milliarden Yuan (rund 363 Millionen US-Dollar) eingesammelt. Trotz der erheblichen Investitionen bleibt das Unternehmen damit hinter seinen eigenen Zielen zurück. Der erneute Fehlschlag dürfte Fragen bei Investoren aufwerfen, auch wenn die Risikobereitschaft im chinesischen Raumfahrtsektor bislang hoch ist.

China im Rückstand bei wiederverwendbaren Raketen

Der doppelte Misserfolg der Tianlong-3 verdeutlicht die strukturelle Herausforderung für chinesische Raketenentwickler: Während SpaceX mit der Falcon 9 und dem Starship die Wiederverwendbarkeit von Raketenstufen bereits zur Routine gemacht hat, konnte bislang kein chinesisches Unternehmen die vollständige Bergung und Wiederverwendung einer orbitalen Raketenstufe demonstrieren.

Ein weiterer chinesischer Akteur in diesem Wettbewerb ist LandSpace, das mit seiner Zhuque-3 bereits größere Fortschritte erzielt hat. LandSpace plant, die Zhuque-3 im ersten Halbjahr 2025 zu ihrem zweiten Testflug zu schicken. Dennoch gilt: Der technologische Vorsprung von SpaceX bleibt für alle chinesischen Wettbewerber eine enorme Hürde.

Die Fähigkeit zur Wiederverwendung von Raketenstufen ist aus wirtschaftlicher und strategischer Sicht entscheidend. Sie senkt die Startkosten erheblich und ermöglicht es, Satelliten schneller und günstiger in die Umlaufbahn zu bringen – für Zwecke von der Breitbandkommunikation bis hin zur militärischen Aufklärung. Für China, das seine Abhängigkeit von ausländischer Raumfahrttechnologie reduzieren will, bleibt dieser Bereich eine der wichtigsten technologischen Prioritäten der kommenden Jahre.

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