S&P senkt China-Immobilien-Prognose: Verkäufe brechen weiter ein
S&P Global Ratings verschärft seine düstere Prognose für Chinas Immobilienmarkt drastisch. Die Ratingagentur rechnet nun für 2026 mit einem Verkaufsrückgang von 10% bis 14%, nachdem die Verkäufe 2025 bereits um 12,6% auf 8,4 Billionen Yuan eingebrochen si

S&P Global Ratings hat seine Erwartungen für den chinesischen Immobilienmarkt erneut nach unten korrigiert. Für 2026 prognostiziert die Ratingagentur nun einen Rückgang der Immobilienverkäufe um 10% bis 14%, verglichen mit der Oktober-Schätzung von minus 5% bis 8%. Die Analysten sehen nur noch den Staat als Retter: "Dies ist ein so tief verwurzelter Abschwung, dass nur die Regierung in der Lage ist, die überschüssigen Bestände zu absorbieren."
Dramatischer Absturz in vier Jahren
Der chinesische Immobilienmarkt, der einst mehr als ein Viertel der gesamten Wirtschaftsleistung ausmachte, hat innerhalb von nur vier Jahren eine beispiellose Talfahrt erlebt. Die jährlichen Verkäufe haben sich halbiert: Von 18,2 Billionen Yuan (2,6 Billionen Dollar) im Jahr 2021 auf nur noch 8,4 Billionen Yuan (1,21 Billionen Dollar) im Jahr 2025. Der Absturz begann mit Pekings hartem Durchgreifen gegen die schuldenfinanzierten Geschäftsmodelle der Bauträger.
Preisverfall beschleunigt sich
Besonders alarmierend: Die Immobilienpreise dürften 2026 um weitere 2% bis 4% fallen, nachdem sie bereits 2025 ähnlich stark gesunken waren. "Sinkende Preise untergraben das Vertrauen der Hauskäufer", warnt S&P. "Es ist ein Teufelskreis, aus dem es keinen einfachen Ausweg gibt." Selbst in den größten Metropolen verschärft sich die Lage: Peking, Guangzhou und Shenzhen meldeten 2025 Preisrückgänge von mindestens 3%. Einzig Shanghai sticht mit einem Plus von 5,7% heraus.
Überkapazitäten trotz Absatzkrise
Trotz der anhaltenden Verkaufsflaute haben die Bauträger ihre Bautätigkeit nicht gedrosselt. Dies führte laut S&P zum sechsten Jahr in Folge mit fertiggestellten, aber unverkauften Neubauten. Die Ratingagentur schlägt vor, dass der chinesische Staat mehr unverkaufte Immobilien aufkaufen könnte, um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Allerdings seien die bisherigen staatlichen Bemühungen in diesem Bereich begrenzt geblieben.
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Zur AktienanalysePrognosen mehrfach verschlechtert
Die Geschwindigkeit der Verschlechterung überrascht selbst Experten. S&P musste seine Prognosen im Jahresverlauf 2025 mehrfach anpassen: Im Mai ging die Agentur noch von minus 3% aus, im Oktober von minus 8%. Tatsächlich fielen die Verkäufe dann um 12,6%. Für deutsche Anleger mit Exposure in chinesischen Immobilienwerten oder Baukonzernen bedeutet diese Entwicklung erhebliche Risiken, da eine schnelle Erholung des Marktes zunehmend unwahrscheinlich erscheint.


