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S&P Global verfehlt Gewinnprognose 2026 – Aktie stürzt 18 Prozent

Finanzdatenkonzern enttäuscht mit schwacher Jahresprognose und verhaltenen Quartalszahlen – Analysten sehen Ratings-Geschäft unter Druck

S&P Global verfehlt Gewinnprognose 2026 – Aktie stürzt 18 Prozent

Die Aktien von S&P Global sind am Dienstag im vorbörslichen Handel um über 18 Prozent eingebrochen. Der Finanzdaten- und Analysekonzern verfehlte mit seiner Gewinnprognose für 2026 die Erwartungen der Wall Street deutlich und enttäuschte auch mit den Quartalszahlen. Bereits seit Jahresbeginn hatte die Aktie bis Montag 15 Prozent an Wert verloren.

Für das Gesamtjahr 2026 rechnet S&P Global mit einem bereinigten Gewinn pro Aktie zwischen 19,40 und 19,65 US-Dollar. Die Analystenschätzungen lagen im Durchschnitt bei 19,94 US-Dollar. Im vierten Quartal meldete das Unternehmen einen bereinigten Nettogewinn von 4,30 US-Dollar je Aktie und verfehlte damit die Erwartungen von 4,33 US-Dollar knapp. Der Umsatz stieg im Quartal um 9 Prozent auf 3,92 Milliarden US-Dollar und übertraf die Prognosen leicht.

Ratings-Geschäft enttäuscht Investoren

Besonders kritisch bewerten Analysten die Aussichten für das Ratings-Segment. Jeffrey Silber von BMO Capital bezeichnet die prognostizierte organische Wachstumsrate von nur 4 bis 7 Prozent in konstanter Währung als "schwach". Investoren hatten auf ein stärkeres Jahr für Anleiheemissionen und Rating-Aktivitäten gehofft. Die Prognose liegt zudem unter den mittelfristigen Zielen, die das Unternehmen im Dezember kommuniziert hatte.

Shlomo Rosenbaum von Stifel stuft die Ergebnisse als "gemischt" ein und warnt vor weiterem Druck auf die Aktie. Problematisch seien der niedriger als erwartete Free Cashflow sowie die Umsatzwachstumsraten von drei der vier Geschäftseinheiten, die unter den strategischen Bandbreiten lägen. Die Marktteilnehmer zeigen sich besorgt über die nachlassende Dynamik in Teilen des Geschäfts.

KI-Unsicherheit belastet Branche

S&P Global gerät in einen breiteren Marktabschwung, der durch einen Ausverkauf bei Technologieaktien ausgelöst wurde. Investoren befürchten, dass rasante Fortschritte bei künstlicher Intelligenz die Software- und Dienstleistungsbranche grundlegend verändern könnten. Paradoxerweise erhöhen Technologiekonzerne derzeit ihre Anleiheemissionen zur Finanzierung von KI-Infrastruktur und Cloud-Kapazitäten, was traditionell die Nachfrage nach Kreditratings ankurbelt.

Analysten argumentieren jedoch, dass Unternehmen mit proprietären Daten und Benchmarks wie S&P Global weitgehend geschützt sein könnten. KI-bedingte Effizienzgewinne könnten die Margen dennoch steigern und die Stimmung gegenüber der Aktie mittelfristig verbessern. Für 2025 meldete das Unternehmen einen bereinigten Gewinn pro Aktie von 17,83 US-Dollar, was einem Anstieg von 14 Prozent entspricht.

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