S&P bestätigt US-Rating AA+ mit stabilem Ausblick
S&P Global Ratings bekräftigt die zweitbeste Bonitätsnote für die USA trotz hoher Haushaltsdefizite und wachsender Staatsverschuldung.

S&P Global Ratings hat das langfristige Länderrating der Vereinigten Staaten erneut mit AA+ bestätigt und den Ausblick als stabil eingestuft. Wie Bloomberg am Freitag unter Berufung auf die Ratingagentur berichtete, begründet S&P die Entscheidung mit der widerstandsfähigen US-Wirtschaft sowie der Erwartung, dass sich die Haushaltsdefizite zwar auf hohem Niveau einpendeln, aber nicht weiter verschlechtern werden.
Die Ratingagentur hebt hervor, dass die US-Wirtschaft weiterhin solide Steuereinnahmen generieren sollte – gestützt durch robustes Wachstum und Zolleinnahmen. Diese Faktoren sollen dazu beitragen, die Haushaltsdefizite in den kommenden Jahren zu stabilisieren. Ein stabiler Ausblick spiegele die Erwartungen einer anhaltenden wirtschaftlichen Expansion, einer glaubwürdigen Geldpolitik sowie von Defiziten wider, die zwar hoch bleiben, sich aber nicht wesentlich ausweiten.
Staatsverschuldung nähert sich 100 Prozent des BIP
Trotz der Bestätigung zeichnet S&P ein nüchternes Bild der langfristigen Haushaltslage. Die Agentur erwartet, dass sich die Nettoverschuldung des US-Gesamtstaates im Laufe der Zeit 100 Prozent des Bruttoinlandsprodukts annähern wird. Als Treiber nennt S&P steigende Zinskosten sowie höhere Ausgaben im Zusammenhang mit einer alternden Bevölkerung – eine Herausforderung, die viele westliche Industrienationen teilen.
Darüber hinaus verweist die Ratingagentur auf die anhaltende politische Polarisierung in den USA. Parteiübergreifende Bemühungen zur Defizitsenkung blieben trotz des zunehmenden fiskalischen Drucks schwierig. Dennoch geht S&P davon aus, dass der Kongress die Schuldenobergrenze des Bundes bei Bedarf weiterhin anheben oder aussetzen werde. Die Agentur verwies dabei auf die potenziell schwerwiegenden Folgen eines Zahlungsausfalls für die Finanzmärkte und die Gesamtwirtschaft.
Warnung vor möglicher Ratingverschlechterung
S&P ließ jedoch auch eine deutliche Warnung verlauten: Das Länderrating könnte in den nächsten zwei Jahren unter Druck geraten, falls sich die Haushaltsdefizite weiter ausweiten. Dies wäre insbesondere dann der Fall, wenn der Gesetzgeber es versäumt, die Ausgaben zu begrenzen oder Einnahmeverluste durch Änderungen im Steuerrecht auszugleichen. Für Anleger in US-Staatsanleihen ist dies ein wichtiges Signal.
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Zur AktienanalyseAktuell bewerten alle drei großen Ratingagenturen – S&P, Moody's und Fitch – die USA mit ihrer jeweils zweithöchsten Bonitätsnote bei stabilem Ausblick. S&P ergänzte, die Bewertung spiegele auch eine stärkere politische Polarisierung und deutlichere politische Umschwünge wider, als dies bei vielen anderen hoch bewerteten staatlichen Kreditnehmern der Fall sei.
Historisch bedeutsam ist dabei der Hintergrund: S&P war im Jahr 2011 die erste große Ratingagentur, die den USA die Bestnote AAA entzog. Damals begründete die Agentur diesen Schritt mit Sorgen über die fiskalischen Aussichten des Landes sowie den politischen Stillstand in Washington. Seitdem halten die USA das AA+-Rating – ein Umstand, der die strukturellen Herausforderungen der weltgrößten Volkswirtschaft dauerhaft unterstreicht.


