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S&P 500 und Nasdaq steigen nach schwachem US-Arbeitsmarktbericht

Enttäuschende Jobdaten aus den USA dämpfen Zinserhöhungserwartungen der Fed und beflügeln die Wall Street zum Wochenausklang.

S&P 500 und Nasdaq steigen nach schwachem US-Arbeitsmarktbericht

Die US-Börsen starteten am Freitag überwiegend fester in den Handel. Auslöser war ein überraschend schwacher Arbeitsmarktbericht für Juli, der die Erwartungen an weitere Zinserhöhungen der US-Notenbank Federal Reserve deutlich zurückschraubte. Der S&P 500 legte um 0,3 % auf 7.731,39 Punkte zu, während der technologielastige Nasdaq Composite um 0,8 % auf 26.557,94 Punkte kletterte. Lediglich der Dow Jones Industrial Average gab leicht um 0,1 % auf 53.849,26 Punkte nach.

Der Bericht des U.S. Bureau of Labor Statistics zeigte, dass die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft im Juli um 23.000 gesunken ist. Analysten hatten hingegen einen Zuwachs von 85.000 Stellen erwartet. Es war der erste monatliche Stellenverlust seit Februar. Zusätzlich wurden die Beschäftigungszahlen für Mai und Juni um insgesamt 103.000 nach unten korrigiert.

Die Arbeitslosenquote sank im Juli leicht von 4,2 % im Juni auf 4,1 %. Der Rückgang der Gesamtbeschäftigung war maßgeblich auf einen Verlust von fast 50.000 Stellen im Bildungswesen der Kommunalverwaltungen zurückzuführen.

Statistischer Ausreißer oder echte Schwäche?

Bill Adams, Chefökonom für die USA bei der Fifth Third Commercial Bank, ordnete die Daten ein: „Das Verfehlen der Erwartungen im Juli lag an einem Rückgang der Beschäftigung im öffentlichen Dienst um 53.000 Stellen, was laut den Details der Umfrage auf Stellen im Bildungswesen der Kommunen zurückzuführen ist. Dies sieht nach einem statistischen Ausreißer bei der Saisonbereinigung aus." Die private Beschäftigung stieg im Juli hingegen um 30.000 Stellen – langsam, aber kein Krisenzeichen.

Adams verwies zudem auf den längerfristigen Trend: Das Beschäftigungswachstum lag in den letzten drei Monaten bei durchschnittlich 20.000 Stellen pro Monat, seit Jahresbeginn bei 61.000 Stellen monatlich. „Obwohl diese Daten enttäuschend sind, liegen sie immer noch über dem Durchschnitt der Wirtschaft von 10.000 Stellen pro Monat im Jahr 2025", so Adams.

Fed vor schwierigem Abwägungsprozess

Die Daten treffen die Federal Reserve zu einem heiklen Zeitpunkt. Einerseits bleibt der Arbeitsmarkt trotz des negativen Berichts insgesamt solide. Andererseits sind die Inflationsrisiken angesichts der anhaltenden Volatilität der Ölpreise infolge des Nahostkonflikts deutlich gestiegen. Einige Fed-Entscheidungsträger zeigten bei der letzten geldpolitischen Sitzung im Juli bereits eine klare Tendenz zu Zinserhöhungen.

Das duale Mandat der Fed – Preisstabilität und maximale Beschäftigung – stellt die Zentralbank damit vor ein Dilemma. Höhere Zinsen können zwar die Inflation bekämpfen, bergen aber das Risiko, den Arbeitsmarkt und die Gesamtwirtschaft zu schwächen. Adams erwartet, dass die Fed den Rückgang der Arbeitslosenquote im Juli als Argument nutzen wird, um über die schwachen Beschäftigtenzahlen hinwegzusehen und sich weiter auf die Inflationskontrolle zu konzentrieren.

Laut dem CME FedWatch Tool sanken die Chancen für eine Zinserhöhung um einen Viertelprozentpunkt im September nach Veröffentlichung des Berichts auf rund 44 %, verglichen mit 55 % am Vortag. Als entscheidender Faktor für die Fed-Entscheidung im September gilt nun die Veröffentlichung des Verbraucherpreisindex (VPI) für Juli.

Airbnb und Cloudflare mit starken Quartalszahlen

Abseits der Makrodaten sorgten starke Unternehmensberichte für positive Impulse. Airbnb legte zum Handelsauftakt um 12 % zu, nachdem der Vermittler von Kurzzeitmieten seinen Jahresausblick angehoben und besser als erwartete Ergebnisse für das Juniquartal vorgelegt hatte. Cloudflare kletterte um mehr als 11 %, da Gewinn und Umsatz die Prognosen der Wall Street übertrafen. Das Unternehmen profitierte dabei von der steigenden Nachfrage nach Infrastruktur für die Skalierung von KI-Programmen.

Die Nervosität rund um ausufernde KI-Ausgaben blieb in dieser Woche dennoch ein zentrales Marktthema. Insbesondere die Ergebnisse der Speicherchiphersteller Sandisk und Western Digital konnten die hohen Erwartungen der Anleger weitgehend nicht erfüllen.

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