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S&P 500 und Nasdaq starten fester – Fed-Entscheidung im Fokus

Anleger warten auf die erste Zinsentscheidung unter Fed-Chef Kevin Warsh und verfolgen Details zum Iran-Friedensabkommen.

S&P 500 und Nasdaq starten fester – Fed-Entscheidung im Fokus

Die US-Börsen starteten am Mittwoch überwiegend fester in den Handel. Um 09:31 Uhr ET (13:31 Uhr GMT) stieg der S&P 500 um 0,1 % auf 7.516,89 Punkte, der technologielastige Nasdaq Composite kletterte um 0,4 % auf 26.484,98 Punkte. Der Dow Jones Industrial Average notierte mit 52.011,47 Punkten knapp über der Nulllinie. Am Vortag hatte der Dow einen neuen Rekordschlussstand erzielt, während S&P und Nasdaq nachgegeben hatten.

Die Analysten von Vital Knowledge kommentierten die Marktstimmung mit den Worten: „Es ist ein weiterer Morgen nach dem Motto ‚Keine Nachrichten sind gute Nachrichten', da die Aktien (größtenteils) eine Aufwärtstendenz zeigen, in der Hoffnung, dass der durch das iranische Memorandum of Understanding (MOU) ausgelöste Melt-up noch (mindestens) einige Wochen anhalten kann." Die Stimmung blieb insgesamt verhalten, da Händler nach einem ereignisreichen Wochenbeginn eine Verschnaufpause einlegten.

Fed-Entscheidung unter neuem Vorsitzenden Warsh

Im Mittelpunkt des Handelstages steht der Abschluss der zweitägigen geldpolitischen Sitzung der US-Notenbank Federal Reserve. Es wird erwartet, dass die Zentralbank die Zinssätze in einer Spanne von 3,5 % bis 3,75 % unverändert lässt. Es handelt sich dabei um die erste geldpolitische Entscheidung unter dem neuen Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh, der von Präsident Donald Trump ernannt wurde.

Warsh gilt als hin- und hergerissen zwischen dem Wunsch des Weißen Hauses nach aggressiven Zinssenkungen und Anzeichen für energiebedingten Inflationsdruck, der Erhöhungen der Kreditkosten rechtfertigen könnte. Sein Vorgänger Jerome Powell hatte Trumps Forderungen nach Zinssenkungen häufig zurückgewiesen, was eine Debatte über die Unabhängigkeit der Fed von politischer Einflussnahme auslöste. Powell ist weiterhin als Fed-Gouverneur im Amt.

Die Analysten von BofA Securities prognostizierten, dass der neue vierteljährliche Wirtschaftsausblick der Fed eine höhere Inflation, eine niedrigere Arbeitslosenquote und keine Zinssenkungen in diesem Jahr zeigen wird. Sie fügten hinzu, dass „einige Entscheidungsträger wahrscheinlich Zinserhöhungen prognostizieren werden". Hintergrund ist ein Ölschock, der durch den US-israelischen Angriff auf den Iran Ende Februar und die anschließende Schließung der Straße von Hormus ausgelöst wurde und Inflationsbefürchtungen schürte.

Zusätzliche Unterstützung erhielten die Märkte durch starke US-Konjunkturdaten: Die Einzelhandelsumsätze stiegen im Mai im Monatsvergleich um 0,9 % und übertrafen damit die Erwartungen eines Zuwachses von 0,5 % deutlich, wie das US Census Bureau mitteilte.

Iran-Friedensabkommen: 14-Punkte-Rahmen mit weitreichenden Folgen

Parallel zur Fed-Sitzung verfolgen Anleger die Details eines vorläufigen Friedensabkommens für den Nahen Osten. Ein 14-Punkte-Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran sieht laut Medienberichten einen dauerhaften Waffenstillstand vor, auch im Libanon, sowie die Aufhebung einer amerikanischen Seeblockade und die Wiederöffnung der Straße von Hormus. Eine formale Unterzeichnungszeremonie ist für Freitag geplant, danach sollen Verhandlungen über das iranische Atomprogramm beginnen.

Zu den finanziellen Anreizen für den Iran gehören laut Bloomberg News sofortige Ausnahmeregelungen für iranische Öl- und Petrochemieexporte bei Unterzeichnung, die Freigabe eingefrorener iranischer Vermögenswerte sowie ein regionaler Wiederaufbauplan im Wert von rund 300 Milliarden US-Dollar. Im Gegenzug würde sich Teheran bereit erklären, keine Atomwaffen anzustreben und sein Nuklearmaterial zu neutralisieren. Das Wall Street Journal betonte, dass die finanzielle Entlastung für den Iran entscheidend an die Einhaltung amerikanischer Forderungen geknüpft sei.

Die Rohölpreise reagierten auf die Entwicklungen: Brent-Rohöl stoppte seinen mehrtägigen Abwärtskurs und notierte zuletzt um 1,2 % höher bei 79,94 US-Dollar pro Barrel. Am Vortag war der Kontrakt erstmals seit März unter die Marke von 80 US-Dollar gefallen, notiert jedoch weiterhin über dem Vorkriegsniveau.

SpaceX setzt historischen Börsenlauf fort

Für Aufsehen sorgte erneut die Aktie von SpaceX, die zur Eröffnung um 4 % zulegte und damit ihren historischen Lauf seit dem Börsendebüt am Freitag fortsetzte. Am Dienstag hatte SpaceX in der Rangliste der wertvollsten Unternehmen der Welt den E-Commerce-Riesen Amazon überholt und kurzzeitig auch Softwaregigant Microsoft übertroffen. SpaceX beendete den Dienstag mit einem Plus von 4,8 % bei 201,80 US-Dollar, was einer impliziten Marktkapitalisierung von rund 2,65 Billionen US-Dollar entspricht – etwa 8 Milliarden US-Dollar mehr als die von Amazon.

SpaceX hatte den IPO-Preis am 12. Juni auf 135 US-Dollar pro Aktie festgelegt, was den größten Börsengang der Geschichte darstellte und zunächst 75 Milliarden US-Dollar einbrachte. Der Schlusskurs vom Dienstag bedeutet für SpaceX ein Plus von rund 50 % gegenüber dem IPO-Preis in nur vier Handelstagen. Auch die Aktien der Chiphersteller Intel und Broadcom legten vor Handelsbeginn zu, was auf eine Erholung bei den Halbleiterwerten hindeutet, nachdem ein Branchenindex in der vorangegangenen Sitzung den zweitschlechtesten Tag des Jahres verzeichnet hatte.

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