S&P 500 und Nasdaq geben nach – Tech-Aktien unter Druck
Technologiewerte belasten die US-Börsen, während Anleger vor Inflationsdaten und dem SpaceX-Börsengang vorsichtig agieren.

Der S&P 500 und der Nasdaq haben am Dienstag nachgegeben und frühere Gewinne wieder abgegeben. Technologiewerte verloren an Schwung und zogen die breiten Indizes nach unten. Im Vorfeld wichtiger Inflationsdaten und des mit Spannung erwarteten SpaceX-Börsengangs hielten sich viele Anleger zurück.
Der Technologieindex des S&P 500 verlor fast 1,7 Prozent. Besonders hart traf es die Chiphersteller: Intel, Broadcom und Micron Technology fielen zwischen 1,7 und 2 Prozent. Der Philadelphia SE Semiconductor Index sank um 2 Prozent – obwohl er im frühen Handel noch um bis zu 3 Prozent gestiegen war. Schwergewicht Nvidia büßte 1,2 Prozent ein, Apple verlor rund 3 Prozent und Microsoft gab 1,1 Prozent nach.
Auslöser für den Stimmungsumschwung war ein deutlicher Ausverkauf bei KI-Aktien am Freitag. Die enttäuschende Prognose von Broadcom hatte Sorgen über hohe Bewertungen im Technologiesektor geschürt – insbesondere bei Chipherstellern, die in diesem Jahr kräftig zugelegt hatten.
Zinssorgen belasten den Tech-Sektor
Jordan Rizzuto, CIO bei GammaRoad Capital Partners, ordnete die Bewegungen ein: „Technologieaktien sind der Bereich, in dem sich ein Großteil des Wachstums und des Momentums während dieser jüngsten Phase der Rallye konzentriert hat." Er ergänzte: „Sie reagieren in der Regel am empfindlichsten auf Zinssätze. Daher ist es keine Überraschung, dass angesichts der zunehmenden Unsicherheit über die Zinserwartungen bei kurzfristigen Positionierungen in diesen Sektoren, insbesondere im Tech-Bereich, Gewinnmitnahmen zu beobachten sind."
Ein stärker als erwartet ausgefallener Arbeitsmarktbericht vom Freitag verstärkte die Befürchtungen, dass die US-Notenbank Federal Reserve die Zinsen in diesem Jahr anheben könnte. Laut dem FedWatch-Tool der CME Group preisen Händler eine Wahrscheinlichkeit von 43 Prozent für eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte im Dezember ein.
Um 11:00 Uhr ET zeigte sich folgendes Bild an den US-Börsen:
Dow Jones Industrial Average
: +131,61 Punkte (+0,26%) auf 50.917,62 Zähler
S&P 500
: -16,10 Punkte (-0,22%) auf 7.389,63 Punkte
Nasdaq Composite
: -176,07 Punkte (-0,68%) auf 25.753,60 Zähler
SpaceX-Börsengang als zusätzlicher Belastungsfaktor
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Zur AktienanalyseNeben den Zinssorgen richtet sich der Blick der Marktteilnehmer auf den bevorstehenden Börsengang von SpaceX. Das Unternehmen von Elon Musk strebt eine Kapitalaufnahme von 75 Milliarden US-Dollar an – das höchste Volumen, das jemals bei einem Börsengang erzielt wurde. Die Gesamtbewertung des Unternehmens liegt bei 1,75 Billionen US-Dollar.
Paul Nolte, Senior Wealth Advisor und Marktstratege bei Murphy & Sylvest, wies auf einen wichtigen Mechanismus hin: „Fonds und ETFs müssen in ihren Portfolios Platz für SpaceX schaffen." Dies könnte bedeuten, dass bestehende Positionen – insbesondere in wachstumsstarken Technologieaktien – reduziert werden müssen, um Kapital für den Neuzugang freizumachen.
Am Mittwoch stehen die Verbraucherpreisdaten für Mai auf dem Programm. Analysten werden die Zahlen genau darauf untersuchen, wie sich der Anstieg der Energiepreise infolge des Iran-Krieges auf die Inflation ausgewirkt hat. Die Daten könnten entscheidende Hinweise auf den weiteren Zinskurs der Federal Reserve liefern.
An der NYSE überwogen die Gewinner gegenüber den Verlierern im Verhältnis von 1,72 zu 1, an der Nasdaq im Verhältnis von 1,32 zu 1. Der S&P 500 verzeichnete 26 neue 52-Wochen-Hochs und 6 neue Tiefs, während der Nasdaq Composite 133 neue Hochs und 84 neue Tiefs registrierte.

