S&P 500 und Nasdaq fallen – Starke Jobdaten belasten Chip-Aktien
Solide US-Arbeitsmarktdaten schüren Sorgen vor einer restriktiveren Fed-Politik und drücken Technologiewerte zum Handelsstart.

Der S&P 500 und der Nasdaq haben am Donnerstag schwächer eröffnet. Auslöser war eine Kombination aus nachlassenden Chip-Aktien nach einer kräftigen Rallye und einem überraschend starken US-Arbeitsmarktbericht, der die Erwartungen an eine straffere Geldpolitik der US-Notenbank Fed befeuerte.
Der S&P 500 verlor zur Eröffnung 47,0 Punkte oder 0,62 Prozent und notierte bei 7.537,36 Zählern. Der technologielastige Nasdaq Composite gab sogar um 294,4 Punkte oder 1,10 Prozent auf 26.536,59 Punkte nach. Lediglich der Dow Jones Industrial Average konnte sich dem Abwärtstrend entziehen und stieg um 48,1 Punkte oder 0,09 Prozent auf 51.610,02 Zähler.
Starker Arbeitsmarkt als zweischneidiges Schwert
Die US-Wirtschaft schuf im Mai 172.000 neue Stellen und übertraf damit die Markterwartungen deutlich. Für Anleger ist das jedoch keine uneingeschränkt gute Nachricht: Ein robuster Arbeitsmarkt signalisiert der Fed, dass die Wirtschaft stark genug ist, um höhere Zinsen zu verkraften – oder diese länger beizubehalten. Genau diese Sorge vor einer anhaltend restriktiven Geldpolitik belastet risikoreiche Anlageklassen wie Technologie- und Chip-Aktien besonders stark.
Chip-Aktien standen dabei im Mittelpunkt des Ausverkaufs. Nach einer kräftigen Rallye in den Vortagen gerieten die Halbleiterwerte unter Druck. Der Sektor gilt als besonders zinssensitiv, da Wachstumsunternehmen bei höheren Zinsen stärker abgestraft werden – ihre zukünftigen Gewinne verlieren im Barwert an Attraktivität.
Warnzeichen von Citi und BofA
Zusätzlichen Gegenwind liefern aktuelle Warnungen großer Bankhäuser. Die Citigroup warnte, dass die globalen Aktienmärkte so überhitzt seien wie seit dem Jahr 2008 nicht mehr – ein deutliches Signal, dass die Bewertungen vieler Märkte historisch betrachtet auf einem kritischen Niveau angelangt sind. Michael Hartnett von der Bank of America schlug in dieselbe Kerbe und warnte vor einer Gefahr, die die Börsenrallye im Juni beenden könnte.
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Zur AktienanalyseAuch geopolitische Faktoren belasten die Marktstimmung. Die Hisbollah lehnte eine Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon ab, was die Unsicherheit im Nahen Osten weiter erhöht und Anleger zusätzlich vorsichtig stimmt.
Die Kombination aus einem starken Arbeitsmarktbericht, überhitzten Bewertungen laut Großbanken und geopolitischen Spannungen sorgt damit für ein schwieriges Umfeld an den US-Börsen. Für deutsche Anleger mit Engagements in US-Technologiewerten oder breit gestreuten Indexfonds bleibt die Entwicklung der Fed-Zinspolitik der entscheidende Faktor in den kommenden Wochen.


