S&P 500 und Nasdaq erholen sich nach heftigem Tech-Ausverkauf
Nach zwei Tagen massiver Verluste bei Technologie- und Halbleiterwerten starten die US-Märkte mit leichten Gewinnen.

Die US-Aktienmärkte versuchten am Mittwoch zur Handelseröffnung eine Erholung, nachdem es in den vorangegangenen zwei Handelstagen zu einem heftigen Ausverkauf bei Technologie- und Halbleiterwerten gekommen war. Um 09:32 Uhr ET (13:32 Uhr GMT) stieg der S&P 500 um 0,4 % auf 7.392,58 Punkte. Der technologielastige Nasdaq Composite legte um 0,5 % auf 25.709,83 Punkte zu, während der Dow Jones Industrial Average mit 51.650,44 Punkten kaum verändert notierte.
Im Fokus der Anleger stehen die Quartalszahlen des Speicherchipherstellers Micron Technology, die nach Börsenschluss veröffentlicht werden. Die Aktie erholte sich nach den Verlusten der Vortage und stieg nach der Eröffnungsglocke um 1,7 %. Micron gehört neben Samsung und SK Hynix zu den weltweit größten Herstellern von Speicherchips.
Hohe Erwartungen an Micron-Zahlen
Der Bericht wird genau auf Hinweise zur KI-gesteuerten Nachfrage nach Speichern beobachtet, die Micron und seinen Wettbewerbern im vergangenen Jahr einen erheblichen Gewinnanstieg beschert hat. Laut Daten von Investing.com wird erwartet, dass Micron für die drei Monate bis Mai einen Gewinn je Aktie von 19,92 US-Dollar bei einem Umsatz von 34,66 Milliarden US-Dollar ausweisen wird. Die Zahlen werden jedoch vor dem Hintergrund hoher Anlegererwartungen an die Unternehmensprognose veröffentlicht.
Der zweitägige Ausverkauf hatte zuvor deutliche Spuren hinterlassen: Der Philadelphia Semiconductor Index rutschte am Dienstag um fast 8 % ab. Der Nasdaq brach um 2,2 % ein, der S&P 500 verlor 1,4 %, während der Dow Jones nur geringfügig nachgab. Die Verluste im Blue-Chip-Index wurden dadurch begrenzt, dass Anleger in Sektoren außerhalb der Technologiebranche umschichteten – darunter Finanzen, Versorger und das Gesundheitswesen.
KI-Handel unter Druck: Bewertungen und Zinsen als Belastungsfaktoren
Die scharfe Liquidation hat Risse im KI-Handel offengelegt. Anleger lösen angesichts überzogener Bewertungen und der Aussicht auf längerfristig hohe Zinsen der US-Notenbank Federal Reserve massiv überfüllte Positionen auf. Die Trendwende markiert einen Wendepunkt für die technologielastigen Indizes, die zuvor eine bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit bewiesen und Rekordhochs erreicht hatten.
Der Markt steht vor einem grundlegenden Abwägungsproblem: ob das explosive Unternehmenswachstum die Belastungen einer anhaltend restriktiven Geldpolitik übertreffen kann. Die Gewinnmultiplikatoren der Tech-Giganten sind auf historische Extreme angeschwollen, was kaum Spielraum für Fehler lässt – gerade wenn die Rechnungen für massive Investitionsausgaben fällig werden.
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Zur AktienanalyseDaten des CME FedWatch Tools implizieren derzeit eine weitere geldpolitische Straffung um 50 Basispunkte bis zum Jahresende, einschließlich einer Wahrscheinlichkeit von 40 % für eine Zinserhöhung im Juli. Für kapitalhungrige Tech-Unternehmen, die auf die Emission von Schuldtiteln angewiesen sind, könnten steigende Renditen ihre langfristigen Bewertungsmodelle untergraben und ein institutionelles Streben nach Risikominderung auslösen.
Wichtige Wirtschaftsdaten stehen bevor
Der Fokus liegt in dieser Woche zudem auf den anstehenden Daten zum PCE-Preisindex für Mai, die am Donnerstag veröffentlicht werden. Dieser Wert gilt als der bevorzugte Inflationsindikator der Federal Reserve und wird allgemein erwartet, dass er in die Zinspläne der Zentralbank einfließen wird. Ebenfalls am Donnerstag wird eine endgültige Schätzung für das Bruttoinlandsprodukt des ersten Quartals erwartet.

