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S&P 500 und Nasdaq auf Rekordhoch – doch zwei Risiken wachsen

Trotz neuer Allzeithochs bei S&P 500 und Nasdaq warnen Experten vor zwei wachsenden Risikofaktoren, die die Rally gefährden könnten.

S&P 500 und Nasdaq auf Rekordhoch – doch zwei Risiken wachsen

Der US-Aktienmarkt hat in einem bemerkenswerten Tempo seine Verluste aufgeholt. In weniger als drei Wochen wurden sowohl die Korrektur des Nasdaq Composite als auch der Rücksetzer des S&P 500 vollständig wettgemacht – beide Indizes markieren nun neue Rekordhochs. Was für einen Unterschied ein paar Wochen an der Wall Street machen können.

Doch hinter der beeindruckenden Erholung lauern zwei bedeutende Risikofaktoren, die Anleger nicht ignorieren sollten. Analysten warnen, dass die rasante Rally möglicherweise auf tönernen Füßen steht und die Gegenwinde an Stärke gewinnen.

Trumps Handelspolitik und ihre inflationären Folgen

Ein zentrales Risiko liegt in der Wirtschaftspolitik von Präsident Donald Trump. Obwohl Anleger offenbar ein schnelles Ende des Iran-Krieges einpreisen, dürften die inflationären Auswirkungen der Trump-Maßnahmen noch einige Zeit in der US-Wirtschaft nachwirken. Handelszölle und protektionistische Maßnahmen entfalten ihre preistreibende Wirkung oft mit Verzögerung – und dieser Effekt ist noch nicht vollständig in den Märkten eingepreist.

Für deutsche Anleger ist dieser Aspekt besonders relevant: Eine anhaltend hohe Inflation in den USA würde die US-Notenbank Federal Reserve unter Druck setzen, die Zinsen länger hochzuhalten. Das hätte direkte Auswirkungen auf globale Kapitalmärkte und den Wechselkurs des US-Dollars gegenüber dem Euro.

Historisch hohe Bewertungen als zweiter Risikofaktor

Der zweite und möglicherweise noch gravierendere Risikofaktor ist die Bewertung des Aktienmarktes. Ein bereits historisch teurer Aktienmarkt ist durch die jüngste Rally noch kostspieliger geworden. Hohe Bewertungsniveaus bedeuten, dass Aktien wenig Spielraum für Enttäuschungen lassen – schlechte Nachrichten können bei überteuerten Märkten überproportional starke Kursrückgänge auslösen.

Zum Börsenschluss am 26. März befanden sich sowohl der von Substanzwerten geprägte Dow Jones Industrial als auch die anderen großen US-Indizes in einer Phase erhöhter Unsicherheit. Die anschließende Erholung hat die Bewertungen nun auf noch höhere Niveaus getrieben, was das Risiko weiterer Rückschläge erhöht.

Schnelle Erholung als zweischneidiges Schwert

Die Geschwindigkeit der Markterholung ist bemerkenswert – und genau das gibt Anlass zur Vorsicht. Wenn Märkte in kürzester Zeit massive Verluste aufholen, spiegelt das oft Optimismus wider, der möglicherweise nicht vollständig durch fundamentale Daten gedeckt ist. Anleger, die auf eine Fortsetzung der Rally setzen, sollten sich der strukturellen Risiken bewusst sein.

Für langfristig orientierte Privatanleger gilt: Neue Allzeithochs sind kein Garant für weitere Kursgewinne. Die Kombination aus inflationären Nachwirkungen der US-Handelspolitik und historisch hohen Bewertungen mahnt zur Vorsicht – auch wenn die Stimmung an der Wall Street derzeit euphorisch erscheint.

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