S&P 500 und Dow Jones erreichen Rekordhochs dank KI-Boom
Starke Quartalsergebnisse von Caterpillar und Palantir sowie Hoffnungen auf ein Nahost-Abkommen treiben die Wall Street auf neue Allzeithochs.

Der S&P 500 und der Dow Jones Industrial Average haben am Dienstag neue Rekordhochs markiert. Ausschlaggebend waren starke Quartalsprognosen von Caterpillar und Palantir Technologies, die das Anlegervertrauen in die KI-getriebene Nachfrage stärkten. Gleichzeitig sorgten Hoffnungen auf ein baldiges Abkommen zur Beendigung des Nahostkonflikts für fallende Rohölpreise.
Der Dow Jones kletterte um 647,09 Punkte oder 1,22 Prozent auf 53.825,50 Punkte und erreichte damit ein Allzeithoch. Der S&P 500 gewann 44,06 Punkte oder 0,58 Prozent auf 7.644,56 Punkte – sein erstes Rekordhoch seit Juni. Der Nasdaq Composite legte um 304,36 Punkte oder 1,16 Prozent auf 26.213,57 Punkte zu.
KI-Aktien als Kurstreiber
Palantir Technologies war einer der größten Gewinner des Tages: Die Aktie legte um 17,4 Prozent zu, nachdem das Unternehmen seine Jahresumsatzprognose erneut angehoben hatte. Auch der Chiphersteller On Semiconductor gewann rund 1 Prozent, nachdem er einen Quartalsumsatz über den Erwartungen prognostiziert hatte.
Besonders auffällig war der Kurssprung von Caterpillar: Der Baumaschinenhersteller, der als Konjunkturbarometer für die globale Industrie gilt, stieg um 12 Prozent. Das Unternehmen hob seine Prognose für das jährliche Umsatzwachstum an und profitierte dabei vom Ausbau von KI-Rechenzentren, der die Nachfrage nach seinen Energieerzeugungsanlagen und Baumaschinen ankurbelte.
Der Philadelphia Semiconductor Index, der die wichtigsten Chip-Aktien abbildet, legte um rund 4 Prozent zu. Die großen Hyperscaler zeigten sich hingegen uneinheitlich: Alphabet und Microsoft gaben im frühen Handel leicht nach.
Anleger prüfen Nachhaltigkeit der KI-Gewinne
Investoren haben in dieser Berichtssaison die Ergebnisse von Unternehmen mit KI-Bezug besonders genau unter die Lupe genommen. Sie suchen nach Belegen dafür, dass sich die milliardenschweren Investitionen in künstliche Intelligenz tatsächlich auszahlen. Die starken Ergebnisse von Microsoft und Amazon in der Vorwoche hatten bereits für Erleichterung gesorgt und die Wall Street nach einem turbulenten Juli gestützt.
„Die KI-Gewinnentwicklung war fantastisch, aber die große Frage, die sich die Anleger nun stellen, ist, ob dies nachhaltig sein wird", sagte Eric Parnell, Chefmarktstratege der Great Valley Advisor Group. „Und wenn es nachhaltig ist, werden wir damit beginnen müssen, die Gewinner von den Verlierern zu trennen."
Die laufende Berichtssaison verläuft insgesamt besser als im historischen Vergleich. Von den 304 Unternehmen im S&P 500, die bis Freitag ihre Ergebnisse für das zweite Quartal vorgelegt hatten, übertrafen 85,2 Prozent die Analystenerwartungen – deutlich über dem langfristigen Durchschnitt von 67,5 Prozent.
Nahost-Hoffnungen drücken Ölpreise
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Zur AktienanalyseIm geopolitischen Bereich fielen die Rohölpreise um über 2 Prozent. Ein katarischer Beamter erklärte, dass die Bemühungen um eine diplomatische Lösung des Konflikts fortgesetzt würden. US-Finanzminister Scott Bessent sagte zudem, dass ein Abkommen mit dem Iran zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus bereits am Dienstag oder Mittwoch zustande kommen könnte. Der Energiesektor im S&P 500 führte die Verluste mit einem Rückgang von 2,5 Prozent an – sieben der elf S&P-Sektoren schlossen im Minus.
Weitere Einzelwerte im Fokus: Die US-Photonik-Unternehmen Coherent und Lumentum legten um 14 Prozent beziehungsweise 7,8 Prozent zu, nachdem Reuters berichtet hatte, dass die Trump-Regierung ein Importverbot für neue Modelle chinesischer Rechenzentrumskomponenten vorbereitet. McDonald's notierte trotz enttäuschender Ergebnisse 1,2 Prozent höher, während Pfizer nach seinen Quartalszahlen um 1 Prozent nachgab.
Elon Musks SpaceX veröffentlichte nach Börsenschluss seinen ersten Ergebnisbericht seit dem Börsendebüt. Die Aktien des Unternehmens stiegen im Vorfeld um 4,4 Prozent. An der NYSE überwogen die Gewinner gegenüber den Verlierern im Verhältnis von 1,36 zu 1, an der Nasdaq im Verhältnis von 2,04 zu 1.


