S&P 500 und Dow auf Rekordhoch: SpaceX, AMD und Ölpreise im Fokus
Neue Allzeithochs an der Wall Street, gemischte Signale bei Tech-Aktien und sinkende Ölpreise prägen das Marktgeschehen.

Der S&P 500 und der Dow Jones haben am Dienstag neue Rekordstände markiert. Rückenwind lieferten sinkende Ölpreise und eine insgesamt starke Berichtssaison. Dennoch verlief die Nacht nicht ohne Turbulenzen – insbesondere bei SpaceX und AMD.
Die Erstquartalszahlen von SpaceX sorgten trotz übertroffenem Umsatz für eine holprige Marktreaktion. Anleger zeigten sich besorgt über steigende KI-Investitionsausgaben (Capex) und den hohen Cash-Burn des Unternehmens. Zusätzlich belastet die Sorge, dass Insiderverkäufe und frühe Investoren nach Ablauf der Lock-up-Fristen post-IPO Druck auf die Aktie ausüben könnten.
Palantir glänzt, AMD enttäuscht trotz starker Zahlen
Einen deutlichen Kontrast bot Palantir: Die Aktie des Datanalysespezialisten sprang nach beeindruckenden Quartalsergebnissen um fast 30% nach oben. Auch der Dow-Wert Caterpillar legte nach seinen Zahlen zu. Die Berichtssaison insgesamt gilt als außergewöhnlich stark.
AMD hingegen verlor vor dem Handelsbeginn am Donnerstag rund 7%, obwohl das Unternehmen die Umsatzprognosen für das Quartal übertroffen hatte. Der Grund liegt in der extrem hohen Bewertung: Die Aktie ist im bisherigen Jahresverlauf um rund 140% gestiegen, getrieben vom KI-Hype. Die Marktkapitalisierung von AMD beläuft sich auf 850 Milliarden US-Dollar, das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis der erwarteten Gewinne liegt bei 43 – weit über dem US-Chip-Sektordurchschnitt von 25 und mehr als doppelt so hoch wie der Multiplikator von Nvidia.
Der Rückgang der Ölpreise spielte ebenfalls eine wichtige Rolle für die gestrige Wall-Street-Rally. Die Sorte Brent Crude fiel am Dienstag um weitere 5% auf unter 80 US-Dollar pro Barrel. Am Mittwoch erholten sich die Preise jedoch wieder über diese Marke, nachdem die mit dem Iran verbündeten Huthi-Rebellen im Jemen einen Angriff auf einen saudi-arabischen Öltanker im Roten Meer gemeldet hatten.
Geopolitik: Straße von Hormus und Nahost-Vermittlung
US-Beamte deuteten an, dass Vermittlungsbemühungen zwischen den USA und dem Iran zur Wiederöffnung der Straße von Hormus in dieser Woche Fortschritte machen könnten. Teheran bestritt zwar direkte Gespräche mit Washington, bestätigte jedoch laufende Verhandlungen mit dem Oman über den Transit durch die Meerenge. Katarische Beamte erklärten zudem, Vermittler machten Fortschritte bei den Bemühungen zur Beendigung des Krieges. Der Verkehr durch die Meerenge ist derzeit so intensiv wie seit vielen Wochen nicht mehr.
Am Anleihemarkt hat der Rückgang der Ölpreise den Druck auf die Renditen von Staatsanleihen etwas gemildert. Dennoch betonte der Chef der Fed von Kansas City, Jeffrey Schmid, am Dienstag, dass die Zentralbank die Geldpolitik weiter straffen müsse, um die Inflation auf das Ziel von 2% zurückzuführen. Zusätzlich belastet die US-Haushaltslage: Berichten zufolge hat die US-Regierung bereits bis zu 100 Milliarden US-Dollar an Zollrückerstattungen ausgezahlt, nachdem der Oberste Gerichtshof viele Zölle Anfang des Jahres aufgehoben hatte.
Arbeitsmarkt und Devisenmärkte im Blick
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Zur AktienanalyseZum Auftakt der wichtigen Arbeitsmarktdaten dieser Woche zeigte sich, dass die Zahl der offenen Stellen im Juni sank, während die Neueinstellungen stiegen. Als nächster Datenpunkt stehen die ADP-Beschäftigtenzahlen des privaten Sektors für Juli auf dem Programm. Zudem werden die Details zur vierteljährlichen Refinanzierung (Quarterly Refunding) veröffentlicht, die zeigen sollen, wie die höheren Kreditaufnahmen entlang der Renditekurve verteilt werden.
An den Devisenmärkten erklärte US-Finanzminister Scott Bessent, er werde „alles tun, was nötig ist", um Japan bei der Verteidigung des Yen zu unterstützen. Er forderte die Fed zudem auf, die Repo-Fazilität aufzustocken, die bei der gemeinsamen Intervention in der vergangenen Woche genutzt wurde. Der Yen scheint sich vorerst auf einem stärkeren Niveau stabilisiert zu haben.
Für den weiteren Tagesverlauf stehen neben den ADP-Daten auch der ISM-Einkaufsmanagerindex für das nicht-verarbeitende Gewerbe sowie Quartalsergebnisse von Eli Lilly, Disney und Uber auf der Agenda. Reden von Fed-Gouverneurin Lisa Cook sind ebenfalls geplant.


