S&P 500 übersteigt Vorkriegsniveau – hält die Rallye an?
Trotz US-Blockade der Straße von Hormus und gescheiterter Iran-Verhandlungen legte der S&P 500 um 1% zu.

Der S&P 500 hat ein bemerkenswertes Comeback vollzogen: Der US-Leitindex notiert nun 0,1% über seinem Stand von Ende Februar – also wieder über dem Niveau, das vor Kriegsbeginn herrschte. Noch vor zwei Wochen schien ein solches Szenario kaum vorstellbar. Der Index schloss zuletzt mit einem Tagesplus von 1% und machte damit die letzten verbliebenen Kriegsverluste vollständig wett.
Bemerkenswert ist dabei der Zeitpunkt der Erholung: Die US-Blockade der Straße von Hormus trat gestern in Kraft, nachdem Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran am Wochenende gescheitert waren. Trotz dieser geopolitischen Eskalation zeigten sich die Anleger kaum beeindruckt und setzten stattdessen auf steigende Kurse.
Leerverkäufer als Treiber der Erholung
Ein wesentlicher Teil der Erholung des S&P 500 seit seinen Tiefstständen vom 30. März geht laut Marktbeobachtern auf die Eindeckung von Leerverkäufen zurück. Defensiv positionierte Hedgefonds, die auf fallende Kurse gesetzt hatten, mussten ihre Short-Positionen schließen – und kauften dabei Aktien zurück. Dieses sogenannte „Short Covering" verstärkte den Aufwärtsdruck auf den Index erheblich.
Short Covering bezeichnet den Vorgang, bei dem Leerverkäufer ihre geliehenen und verkauften Aktien zurückkaufen müssen, um ihre offenen Positionen zu schließen. Steigen die Kurse entgegen der Erwartung, entsteht Druck, Verluste zu begrenzen – was wiederum die Kurse weiter nach oben treibt.
Steigende Kurse könnten weitere Nachfrage auslösen
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Zur AktienanalyseStrategen weisen darauf hin, dass steigende Aktienkurse eine Eigendynamik entwickeln können. Höhere Kursniveaus dürften demnach weitere Nachfrage generieren – etwa von Investoren, die bislang an der Seitenlinie gewartet haben. Ob dieser Effekt ausreicht, um die Rallye auf ein breiteres Fundament zu stellen, bleibt jedoch abzuwarten.
Für deutsche Anleger ist die Entwicklung am US-Aktienmarkt von besonderer Bedeutung, da der S&P 500 als globaler Stimmungsindikator gilt und Bewegungen dort häufig auf europäische Märkte ausstrahlen. Die Frage, ob die aktuelle Erholung nachhaltig ist oder lediglich technischer Natur bleibt, dürfte die Märkte in den kommenden Handelstagen weiter beschäftigen.


