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S&P 500 steigt so schnell wie seit dem Zweiten Weltkrieg kaum

Nur viermal seit 1945 legte der S&P 500 in zwei Monaten über 16% zu – mit teils beunruhigenden historischen Parallelen.

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S&P 500 steigt so schnell wie seit dem Zweiten Weltkrieg kaum

Der S&P 500 hat in den vergangenen zwei Monaten bis Ende Mai um mehr als 16% zugelegt. Das klingt zunächst nach einer erfreulichen Nachricht für Anleger – doch Experten von Deutsche Bank Research weisen auf einen beunruhigenden historischen Kontext hin: In den 81 Jahren seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs ist der Index nur viermal so schnell gestiegen. Zum Vergleich: Die durchschnittliche jährliche Rendite des S&P 500 liegt über viele Jahrzehnte bei knapp 10% – ohne Inflationsbereinigung. Im vergangenen Jahrzehnt waren es immerhin beeindruckende 13,7% pro Jahr.

Ein Blick auf die aktuelle Jahresperformance unterstreicht die Dynamik: Seit Jahresbeginn hat der S&P 500 laut Slickcharts.com (Stand: 2. Juni) bereits 11,72% zugelegt – Dividenden reinvestiert eingerechnet. Das ist für einen Zeitraum von nur wenigen Monaten eine außergewöhnliche Entwicklung.

Historische Parallelen: Drei Erholungen und ein Crash

Von den vier vergleichbaren Fällen in der Nachkriegsgeschichte lassen sich drei klar einordnen: Sie ereigneten sich jeweils am Ende einer Rezession. Konkret handelt es sich um die Erholungsphasen nach der Ölkrise in den 1970er-Jahren, nach der globalen Finanzkrise von 2008 sowie nach den wirtschaftlichen Verwerfungen durch die Covid-19-Pandemie. In all diesen Fällen folgte auf den rasanten Anstieg eine nachhaltige wirtschaftliche Erholung.

Der vierte Fall hingegen gibt Anlass zur Sorge. Er ereignete sich unmittelbar vor dem Börsencrash von 1987 – einem der dramatischsten Ereignisse in der Geschichte der US-Aktienmärkte. Am sogenannten „Schwarzen Montag" brach der Dow Jones Industrial Average an einem einzigen Handelstag um fast 22% ein. Es war kein gewöhnlicher Rücksetzer, sondern ein echter Crash.

Die aktuelle Situation ähnelt nach Einschätzung der Analysten eher dem Jahr 1987 als den Rezessionserholungen. Damals hatte der S&P 500 im Jahr vor dem Crash rund 39% an Wert gewonnen. Ob sich dieses Muster wiederholt, lässt sich naturgemäß nicht mit Sicherheit sagen – denn jeder Marktzyklus hat seine eigenen Besonderheiten.

Was Anleger jetzt beachten sollten

Wichtig ist: Es besteht kein Anlass zur Panik. Niemand kann mit Sicherheit vorhersagen, wie sich der Markt von Tag zu Tag oder von Jahr zu Jahr entwickeln wird. Wer beispielsweise bereits 2023 in Erwartung eines Rückgangs verkauft hätte, wäre an zahlreichen Kursgewinnen vorbeigegangen. Timing des Marktes ist notorisch schwierig – selbst für Profis.

Dennoch empfehlen die Experten eine gewisse Vorsicht. Anleger sollten nicht überrascht sein, wenn der Markt in naher Zukunft nachgibt. Wer Gelder benötigt, die er in den nächsten fünf oder sogar zehn Jahren brauchen könnte, sollte ernsthaft in Erwägung ziehen, diese aus dem Aktienmarkt abzuziehen und in sicherere Anlageformen umzuschichten.

Für langfristig orientierte Investoren mit einem Anlagehorizont von mehr als zehn Jahren gilt hingegen das bewährte Prinzip: Ruhe bewahren, investiert bleiben und kurzfristige Schwankungen aussitzen. Die Geschichte zeigt, dass der Aktienmarkt langfristig stets neue Höchststände erreicht hat – auch nach den schlimmsten Einbrüchen.

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