S&P 500 mit stärkstem Zweimonats-Anstieg seit Jahrzehnten – Crash-Warnung?
Der S&P 500 legte in zwei Monaten über 16 Prozent zu – ein historisch seltenes Ereignis mit beunruhigendem Präzedenzfall aus 1987.

Der S&P 500 hat in den zwei Monaten bis Ende Mai 2026 einen Anstieg von mehr als 16 Prozent verzeichnet. Das ist laut Deutsche Bank Research eine der stärksten Zweimonats-Performances des US-Leitindex seit Beginn der Aufzeichnungen. Bemerkenswert ist dabei, dass dieser Anstieg trotz einer Reihe erheblicher Belastungsfaktoren gelang.
Zu diesen Hindernissen zählten Sorgen rund um Künstliche Intelligenz sowie geopolitische Unsicherheiten infolge des Krieges im Iran. Dennoch setzte sich der Aufwärtstrend am US-Aktienmarkt durch und überwand diese Widerstände mit bemerkenswerter Stärke. Für Anleger stellt sich nun die entscheidende Frage: Was bedeutet eine solche Rally historisch gesehen?
Ein seltenes Ereignis mit historischem Schatten
Die Analysten der Deutschen Bank Research haben den aktuellen Kursanstieg in einen historischen Kontext eingebettet – und die Erkenntnisse sind alarmierend. Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs ist der S&P 500 außerhalb von Rezessionserholungen nur ein einziges Mal ähnlich schnell gestiegen. Dieses Ereignis ereignete sich in den Monaten vor dem großen Börsencrash von 1987.
Der Crash von 1987, auch bekannt als „Schwarzer Montag", gilt als einer der dramatischsten Einbrüche in der Geschichte der US-Börse. Am 19. Oktober 1987 verlor der Dow Jones Industrial Average an einem einzigen Handelstag rund 22 Prozent seines Wertes – ein bis heute ungebrochener Rekord für den größten prozentualen Tagesverlust. Der aktuelle Vergleich der Deutschen Bank Research mit dieser Periode gibt daher zu denken.
Vier vergleichbare Phasen seit 1945
Insgesamt hat die Deutsche Bank Research seit dem Zweiten Weltkrieg lediglich vier Phasen identifiziert, in denen der S&P 500 eine derart rasante Zweimonats-Performance hinlegte. Drei dieser Fälle ereigneten sich im Anschluss an Rezessionen, was die starken Kursgewinne als Erholungsrallys erklärbar macht. Der vierte Fall – außerhalb einer Rezessionserholung – war eben jener aus dem Jahr 1987, dem kurz darauf der historische Crash folgte.
Die aktuelle Situation ähnelt damit strukturell am ehesten dem Vorcrash-Szenario von 1987, da die US-Wirtschaft derzeit nicht aus einer offiziellen Rezession herauskommt. Ob sich die Geschichte wiederholt, bleibt offen – doch die Parallele ist für Marktteilnehmer und Analysten gleichermaßen ein Warnsignal, das ernst genommen werden sollte.
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Zur AktienanalyseWas Anleger jetzt wissen sollten
Für deutsche Privatanleger, die in US-Aktien oder entsprechende ETFs investiert sind, ist die Einordnung der Deutschen Bank Research ein wichtiger Hinweis auf mögliche Risiken. Starke Kursanstiege in kurzer Zeit können auf überhitzte Märkte hindeuten und erhöhen die Anfälligkeit für Korrekturen. Gleichzeitig bedeutet eine historische Parallele keine Gewissheit – Märkte können sich trotz ähnlicher Ausgangsbedingungen sehr unterschiedlich entwickeln.
Entscheidend ist, dass Anleger die aktuelle Stärke des S&P 500 nicht unkritisch als Dauerzustand betrachten. Eine breite Diversifikation und ein wachsames Risikomanagement bleiben in einem solchen Umfeld besonders wichtig. Die Analyse der Deutschen Bank Research liefert dafür eine wertvolle historische Perspektive.

