S&P 500 auf Rekordhoch – Dollar stürzt auf Vierjahrestief
Während US-Aktien neue Höchststände erreichen, fällt der Dollar auf ein Vierjahrestief. Starke Unternehmensgewinne treiben die Börsen, doch die Unsicherheit über Trumps Politik belastet die US-Währung massiv.

Die globalen Aktienmärkte haben am Dienstag neue Rekorde aufgestellt, während der US-Dollar unter extremem Verkaufsdruck steht. Der S&P 500 nähert sich der Marke von 7.000 Punkten, getrieben von starken Quartalszahlen amerikanischer Konzerne. Gleichzeitig fiel der Greenback auf ein Vierjahrestief – eine bemerkenswerte Divergenz an den Finanzmärkten.
Starke Unternehmensgewinne stützen Aktienmärkte
Neun der elf Sektoren im S&P 500 legten zu, angeführt von Technologie- und Versorgungswerten. General Motors sprang um 9 Prozent nach oben, während UnitedHealth Group 20 Prozent einbüßte. Auch internationale Märkte zeigten Stärke: Südkoreas Börse kletterte um 3 Prozent auf ein neues Allzeithoch, Brasiliens Aktienmarkt erreichte ebenfalls Rekordstände.
Die positive Stimmung wird durch solides Wirtschaftswachstum und das anhaltende Vertrauen in den KI-Boom gestützt. Investoren setzen darauf, dass die Unternehmensgewinne weiter steigen werden, trotz der zunehmenden Unsicherheit in anderen Marktsegmenten.
Dollar-Ausverkauf nimmt Fahrt auf
Der US-Dollar gerät unter massiven Verkaufsdruck und notiert gegenüber allen wichtigen Währungen auf mehrjährigen Tiefständen. Der Euro durchbrach die Marke von 1,20 Dollar und erreichte ein neues Vierjahreshoch. Das britische Pfund kletterte ebenfalls auf ein Vierjahreshoch, während der Schweizer Franken auf ein Elfjahrshoch stieg.
Verantwortlich für die Dollar-Schwäche sind mehrere Faktoren: die Unsicherheit über die politische Richtung unter US-Präsident Donald Trump, Washingtons Wunsch nach einem niedrigeren Wechselkurs und Bedenken hinsichtlich der Unabhängigkeit der Federal Reserve. Anleger manifestieren ihre "Sell America"-Strategie vorrangig am Devisenmarkt.
Schweizer Franken als sicherer Hafen gefragt
Der Schweizer Franken erweist sich als König der sicheren Währungen. Gegenüber dem Euro fiel der Kurs auf 0,9163 Franken – der niedrigste Stand seit Januar 2015, als die Schweizerische Nationalbank den Mindestkurs aufhob. Auch gegenüber dem Dollar notiert die Schweizer Währung auf einem Elfjahrshoch.
Da der japanische Yen unter innenpolitischer Unsicherheit und einem schwachen Anleihenmarkt leidet, profitiert der Franken von seiner traditionellen Rolle als sicherer Hafen in turbulenten Zeiten.
Gold glänzt, Rohstoffe gemischt
Die Krisenwährung Gold erreichte neue Höchststände, angetrieben von der politischen Unsicherheit. Auch Silber legte zu, während Platin und Palladium um 3 bis 5 Prozent nachgaben. Öl verteuerte sich um rund 3 Prozent.
Am Anleihemarkt stiegen die Renditen US-amerikanischer Staatsanleihen am langen Ende um 4 Basispunkte, was die Zinskurve steiler werden ließ.
Verbrauchervertrauen auf Tiefststand
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseDas US-Verbrauchervertrauen fiel auf den niedrigsten Stand seit über elfeinhalb Jahren. Dies wirft Fragen über die weitere wirtschaftliche Entwicklung auf, auch wenn die Aktienmärkte bisher davon unbeeindruckt bleiben.
Wie lange hält die Aktien-Rally?
Die zentrale Frage für Investoren lautet: Wie lange können Aktien von der steigenden Unsicherheit und Volatilität an anderen Märkten, insbesondere am Devisenmarkt, immun bleiben? Scharfe Dollar-Rückgänge, vor allem wenn sie von Ausverkäufen am Anleihemarkt begleitet werden, könnten Aktienanleger nervös machen.
Am Mittwoch stehen wichtige Ereignisse an: Die Federal Reserve gibt ihre Zinsentscheidung bekannt, und Tech-Giganten wie Microsoft, Meta und Tesla veröffentlichen ihre Quartalszahlen. Diese könnten weitere Impulse für die Märkte liefern.


