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S&P 500 auf Rekordhoch: Burry warnt vor Crash wie 1987

Der „Big Short"-Investor Michael Burry sieht trotz neuer Bestmarken ein erhebliches Absturzrisiko am US-Aktienmarkt.

S&P 500 auf Rekordhoch: Burry warnt vor Crash wie 1987

Der S&P 500 hat ein neues Rekordhoch auf Schlusskursbasis erreicht – das erste seit 42 Handelstagen. Doch nicht alle Marktteilnehmer feiern diesen Meilenstein. Zu den prominentesten Mahnern gehört Michael Burry, der Investor, der durch seine frühe Vorhersage des US-Immobiliencrashs vor der Finanzkrise 2008 weltberühmt wurde.

Burry äußerte sich am frühen Mittwoch auf der Plattform X mit einem Auszug aus seinem Substack-Beitrag. Seine Botschaft war klar und eindringlich: „Ich glaube weiterhin, dass es möglich ist, dass wir uns nahe einem bedeutenden Top befinden und ein Einbruch wie im Jahr 1987 möglich ist."

Burry sieht frisches Kapital als Risiko

Gleichzeitig räumte Burry ein, dass neue Allzeithochs typischerweise weiteres Kapital in den Markt locken. „Das Erreichen neuer Höchststände beim S&P 500 wird wahrscheinlich frisches Kapital in den Markt spülen", schrieb er. Diese Dynamik – steigende Kurse ziehen neue Investoren an – kann kurzfristig die Rally befeuern, birgt aber nach Burrys Einschätzung mittelfristig erhebliche Risiken.

Der Vergleich mit dem Jahr 1987 ist dabei besonders bedeutsam. Am 19. Oktober 1987, dem sogenannten „Schwarzen Montag", verlor der Dow Jones Industrial Average innerhalb eines einzigen Handelstages rund 22 Prozent seines Wertes – der bis heute größte prozentuale Tagesverlust in der Geschichte des US-Aktienmarktes. Ein vergleichbarer Einbruch heute würde für Anleger weltweit verheerende Folgen haben.

Wer ist Michael Burry?

Michael Burry ist Gründer des Hedgefonds Scion Asset Management und wurde durch den Bestseller sowie den gleichnamigen Hollywood-Film „The Big Short" einer breiten Öffentlichkeit bekannt. Er erkannte bereits 2005 die strukturellen Schwächen des US-Hypothekenmarktes und wettete mit enormem Erfolg gegen Subprime-Hypothekenpapiere – ein Schritt, der ihm und seinen Investoren Milliardengewinne einbrachte, während der Markt 2008 kollabierte.

Seitdem gilt Burry als einer der bekanntesten Contrarian-Investoren der Wall Street – also als Anleger, der bewusst gegen den vorherrschenden Markttrend positioniert. Seine Warnungen werden von der Finanzwelt stets aufmerksam verfolgt, auch wenn er in der Vergangenheit nicht immer mit seinen pessimistischen Einschätzungen recht behielt.

Für deutsche Privatanleger ist Burrys Warnung ein Anlass zur Reflexion. Der S&P 500 ist als Leitindex der US-Börse auch für hiesige Anleger von zentraler Bedeutung – viele deutsche Sparer und Fondsanleger sind über ETFs oder aktiv gemanagte Fonds direkt oder indirekt in amerikanische Aktien investiert. Ein starker Rücksetzer an der Wall Street würde unweigerlich auch die deutschen und europäischen Märkte belasten.

Ob Burrys Szenario eintritt, bleibt offen. Doch die Kombination aus einem frischen Allzeithoch, neuem Kapitalzufluss und den Warnungen eines der bekanntesten Krisenvorhersager der Welt dürfte viele Anleger zum Nachdenken bringen.

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