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S&P 500 an Schlüsselmarke: Dieser Index entscheidet über die nächste Bewegung

Nach zwei turbulenten Handelstagen kämpfen Bullen und Bären um die 7.500-Punkte-Marke im S&P 500.

S&P 500 an Schlüsselmarke: Dieser Index entscheidet über die nächste Bewegung

Der S&P 500 befindet sich an einem entscheidenden Scheideweg. Nach zwei turbulenten Handelstagen stehen sich Bullen und Bären erneut an einer wichtigen technischen Marke gegenüber – der 7.500-Punkte-Marke. Optionshändler und Market Maker in Chicago kauften am Freitag Rücksetzer unter dieses Niveau zügig auf, verkauften jedoch fast ebenso schnell bei Erholungen darüber.

Ein zu starkes Abrutschen unter die 7.500er-Marke könnte die Tür für weitere deutliche Bewegungen öffnen. Dies legen Positionierungsdaten von SpotGamma und Barchart nahe. Bereits am Mittwoch war der S&P 500 auf den niedrigsten Stand seit Mitte Juni gefallen – ein Vorgeschmack auf das, was bei einem nachhaltigen Unterschreiten dieser Schlüsselmarke drohen könnte.

Das kombinierte Open Interest von Puts und Calls ist laut Barchart beim SPY ETF bei der Marke von 750 am höchsten. Nur wenige Punkte tiefer, bei 745, kippt die Situation jedoch: Dort deuten die Daten von Barchart und SpotGamma darauf hin, dass Market Maker nicht mehr als Stabilitätsquelle fungieren.

Negatives Gamma als Risikofaktor

An diesem Punkt wechselt die Hedging-Aktivität der Dealer in sogenanntes „negatives Gamma". Das bedeutet: Das stabilisierende Kaufen bei Kursrückgängen („Dip-Buying") und das dämpfende Verkaufen bei Kursanstiegen („Rip-Selling"), das den S&P 500 immer wieder zur 7.500er-Marke zurückgeführt hat, beginnt zu erodieren. Für Anleger ist dies ein wichtiges Signal, da Market Maker in diesem Umfeld Kursbewegungen verstärken statt abfedern.

„Sollte der SPX unter 7.450 fallen, rechnen wir mit einer größeren Abwärtsbewegung", schrieb Brent Kochuba, Gründer von SpotGamma, am Freitag in einer Mitteilung an Kunden. Kochuba fügte hinzu, dass der Verkauf kurzlaufender Calls um den Basispreis von 7.520 Punkten beim SPX attraktiv erscheine.

Ein weiterer wesentlicher Faktor für die monatelange Seitwärtsbewegung des S&P 500 ist die starke Spaltung innerhalb der Marktteilnehmer. Die Polarisierung zwischen KI-Technologieaktien und schwächelnden Sektoren führte dazu, dass ein Maß für den Gleichlauf des Marktes – der 1-Month Implied Correlation Index der Cboe – Anfang dieses Monats ein Allzeittief erreichte.

Der Cboe Implied Correlation Index als Frühindikator

Dieser wenig beachtete Index misst die erwartete Korrelation zwischen den 50 größten Werten im S&P 500 über den nächsten Monat. Ein niedriger Wert bedeutet, dass sich die einzelnen Aktien stark voneinander unterschiedlich entwickeln – der Markt also fragmentiert ist. Am 10. Juli berührte der Index den historisch niedrigen Wert von 3,3, was für einige Beobachter ein Zeichen wachsender Fragilität war.

Seither ist der Index jedoch sprunghaft angestiegen: von 3,3 am 10. Juli auf 12 in dieser Woche. Dies deutet auf eine breiter abgestützte Rallye und einen insgesamt festeren Markt hin. Ein konkretes Beispiel: Als der S&P 500 am Mittwoch nach der Fed-Sitzung fiel, verzeichnete nur eine einzige Aktie im gesamten Index ein 52-Wochen-Tief – ein Zeichen dafür, dass der Ausverkauf nicht flächendeckend war.

Dennoch bleibt Vorsicht geboten. Bei früheren Ausverkäufen stiegen die Korrelationen deutlich stärker an, bevor der Markt seinen Boden fand. Im Juni erreichte der Wert 20, im April sogar 45 – verglichen mit dem aktuellen Niveau von 12 ist der Markt also noch weit von einer panikartigen Gleichbewegung aller Aktien entfernt. Für Anleger bedeutet dies: Die Lage ist angespannt, aber noch nicht eskaliert.

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