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South Bow und Bridger planen neue Ölpipeline nach Cushing

Das kanadische Unternehmen South Bow und die US-amerikanische Bridger Pipeline wollen gemeinsam Öl von Wyoming nach Oklahoma transportieren.

South Bow und Bridger planen neue Ölpipeline nach Cushing

Das kanadische Unternehmen South Bow und die US-amerikanische Bridger Pipeline planen die gemeinsame Entwicklung einer neuen Ölpipeline von Guernsey im US-Bundesstaat Wyoming nach Cushing, Oklahoma. Dies teilten die Unternehmen Reuters am Dienstag mit. Das Projekt soll entlang eines Korridors entwickelt werden, der von einem anderen Unternehmen erworben wurde.

Die neue Pipeline wäre der dritte Abschnitt eines größeren Projekts zum Transport von Öl aus der kanadischen Provinz Alberta zum bedeutenden Öl-Knotenpunkt Cushing in Oklahoma. Laut einem Research-Bericht von J. P. Morgan hat ein Joint Venture zwischen South Bow und Bridger das Wegerecht für die sogenannte Liberty-Pipeline von Tallgrass Energy erworben. Die Liberty-Pipeline war ein abgebrochenes Projekt, das ursprünglich darauf abzielte, Öl aus den Rocky Mountains und den Bakken-Fördergebieten in North Dakota nach Cushing zu transportieren.

Bridger und South Bow lehnten es ab, Details der Übernahme zu bestätigen. Tallgrass Energy reagierte nicht auf eine Anfrage zur Stellungnahme. Beide Unternehmen betonten jedoch, dass ihre Priorität darin liege, die Landeigentümer und Gemeinden entlang der geplanten Route einzubinden.

Dritter Abschnitt eines größeren Pipeline-Systems

Das neue Projekt ergänzt den bereits vorgeschlagenen Prairie Connector – eine Ölpipeline von Alberta nach Guernsey, Wyoming, die South Bow und Bridger separat planen. Diese Pipeline könnte Kanadas Rohölexporte in die USA um mehr als 12 Prozent steigern und dem Land dringend benötigte Exportkapazitäten verschaffen. US-Präsident Donald Trump unterzeichnete im April eine Anordnung, die eine grenzüberschreitende Genehmigung für dieses Projekt erteilte – eine teilweise Wiederbelebung des umstrittenen Keystone-XL-Projekts.

Zum Vergleich: Im Jahr 2021 hatte der damalige Präsident Joe Biden die für den Bau von Keystone XL erforderliche Genehmigung formell widerrufen. Keystone XL war die letzte große Pipeline, die zwischen Kanada und den Vereinigten Staaten geplant war. Der Prairie Connector würde zwar eine andere Route durch die USA nehmen als Keystone XL, würde aber auf bestehender Infrastruktur aufbauen: Der Teil von South Bow würde etwa 150 Kilometer Pipeline in Kanada nutzen, die bereits gebaut ist und derzeit ungenutzt bleibt.

Diese bestehende Leitung würde an die von Bridger geplante Pipeline in Montana anschließen und sich über etwa 645 Meilen (rund 1.038 Kilometer) bis nach Guernsey erstrecken. Der nun geplante dritte Abschnitt von Guernsey nach Cushing schließt die Lücke im Gesamtsystem.

Fehlende Transportkapazitäten als Treiber

Matthew Lewis, Gründer von Plainview Energy Analytics, erläutert die strategische Bedeutung des Projekts: „Der dritte Abschnitt ist ein wesentlicher Bestandteil des Gesamtprojekts. Derzeit gibt es keine nennenswerten Kapazitäten für den Ölabtransport aus der Region Wyoming/Colorado zu wichtigen Knotenpunkten wie Cushing. Daher ist ein großes Neubauprojekt erforderlich, um dieses Öl von Wyoming zu einem Öldrehkreuz zu transportieren."

Cushing in Oklahoma gilt als einer der wichtigsten Öl-Handelsknotenpunkte in Nordamerika und ist der physische Lieferpunkt für den US-amerikanischen WTI-Rohöl-Terminkontrakt. Eine direkte Anbindung an diesen Knotenpunkt ist für Produzenten aus der Region von erheblichem wirtschaftlichem Interesse.

Zeitplan und nächste Schritte

South Bow plant, die Arbeiten an seinem Teil des Prairie Connector etwa im zweiten Quartal 2027 wieder aufzunehmen. Laut einer Einreichung bei der kanadischen Energieregulierungsbehörde (Canada Energy Regulator) erwartet das Unternehmen, dass die Pipeline etwa im vierten Quartal 2028 in Betrieb gehen wird. Zuletzt gab South Bow bekannt, dass es die Zusagen der Verlader gesichert habe, die es für das Vorantreiben des Projekts benötigt hatte – ein wichtiger Meilenstein für die weitere Projektentwicklung.

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