Solaranlagen sollen Netzkosten künftig mittragen
Bundesnetzagentur plant umfassende Reform der Entgeltsystematik bis Ende 2028

Die Bundesnetzagentur plant eine tiefgreifende Reform der Netzentgeltsystematik und will dabei auch Besitzer von Solaranlagen stärker zur Finanzierung des Stromnetzes heranziehen. In einem veröffentlichten Diskussionspapier schlägt die Behörde vor, künftig auch Einspeiser von Strom mit Netzentgelten zu belasten. Dabei kommen sowohl Arbeitspreise pro eingespeister Kilowattstunde als auch pauschale Anschlussentgelte in Betracht. Derzeit tragen ausschließlich Stromverbraucher die Kosten für den Netzausbau und -betrieb, was angesichts der wachsenden Zahl an Erzeugern zu einer ungleichen Lastenverteilung führt.
Behördenchef Klaus Müller erklärte, dass das System der Netzentgelterhebung reformbedürftig sei. Die Zahl der Nutzer, die in voller Höhe Netzentgelte zahlten, nehme ab, während die Kosten für den Netzbetrieb weiter steigen. Betreiber von Solaranlagen etwa beziehen weniger Strom aus dem Netz und zahlen dementsprechend geringere Entgelte, obwohl sie gleichzeitig durch ihre Einspeisung das Netz nutzen. Derzeit befinde sich der Entscheidungsprozess jedoch noch in einer frühen Phase und sei offen für verschiedene Ergebnisse.
Bis Ende des Jahres 2028 soll ein neues, europarechtskonformes System entwickelt werden, das alle Netznutzer in die Finanzierung der Netzinfrastruktur einbezieht. Dazu zählen neben privaten Haushalten mit Solaranlagen auch Betreiber von Stromspeichern sowie Einspeiser erneuerbarer Energien. Die geplante Reform verfolgt das Ziel, die entstehenden Kosten gerecht zu verteilen, netzdienliches Verhalten zu fördern und gleichzeitig die Anwendbarkeit im Alltag sicherzustellen.
Ein weiterer Aspekt der Reform könnte eine stärkere zeitliche und regionale Differenzierung der Netzentgelte sein. Diskutiert werden sogenannte dynamische Netzentgelte, die sich je nach Auslastung und Bedarf verändern. Dies soll dazu beitragen, die Nutzung des Stromnetzes effizienter zu gestalten und Engpässe zu vermeiden.
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Zur AktienanalyseDie Bundesnetzagentur verwies auf einen erheblichen Investitionsbedarf bis zum Jahr 2045. Insgesamt seien rund 360 Milliarden Euro für landgestützte Stromnetze und zusätzlich 160 Milliarden Euro für Offshore-Anbindungen notwendig. Die künftige Entgeltsystematik müsse so gestaltet werden, dass dieser Bedarf gedeckt werden kann, ohne einzelne Nutzergruppen finanziell zu überlasten.


