Sojabohnen-Futures fallen nach enttäuschendem Trump-Xi-Gipfel in Peking
Der Gipfel zwischen Trump und Xi brachte keine neuen Kaufzusagen für US-Sojabohnen – die Märkte reagierten mit deutlichen Verlusten.

Die Sojabohnen-Futures an der Chicago Board of Trade (CBOT) haben am Donnerstag deutlich nachgegeben. Auslöser war das Treffen von US-Präsident Donald Trump mit dem chinesischen Staatschef Xi Jinping in Peking, das keine erhöhten Kaufzusagen für US-Agrarprodukte hervorbrachte. Damit wurden Markthoffnungen auf ein ausgeweitetes chinesisches Kaufprogramm enttäuscht.
US-Finanzminister Scott Bessent erklärte, dass Chinas bestehende Kaufverpflichtungen bedeuteten, dass das Thema „Sojabohnen erledigt" sei. Diese Aussage dämpfte die Erwartungen der Marktteilnehmer erheblich, die auf ein höheres Kaufziel seitens Chinas gehofft hatten. Analysten hatten allerdings bereits im Vorfeld darauf hingewiesen, dass sie nicht mit einer Ausweitung der Käufe über die im Oktober gemachten Zusagen hinaus rechneten.
Als Hauptgründe für die zurückhaltende chinesische Nachfrage nannten Analysten die schwache Binnennachfrage in China sowie preislich konkurrenzfähige Lieferungen aus Brasilien. Der südamerikanische Exporteur gilt als direkter Wettbewerber der USA auf dem chinesischen Sojabohnenmarkt und hat zuletzt Marktanteile gewonnen.
Kursverluste quer durch den Soja-Komplex
Die CBOT-Sojabohnen für die Juli-Lieferung schlossen mit einem Minus von 36,5 Cents bei 11,92 US-Dollar je Scheffel. Auch die Folgeprodukte gerieten unter Druck: CBOT-Sojaöl für Juli fiel um 0,66 Cent auf 73,66 Cents pro Pfund. CBOT-Sojaschrot für Juli sank um 6 US-Dollar auf 332,50 US-Dollar pro Short Ton – und das, nachdem er am Mittwoch noch den höchsten Stand seit November erreicht hatte.
Die schwachen Exportdaten verstärkten den Abwärtsdruck zusätzlich. Das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) meldete wöchentliche US-Sojabohnen-Exportverkäufe von lediglich 102.100 Tonnen für das Vermarktungsjahr 2025/26 – ein Tiefstwert für das laufende Vermarktungsjahr. Analysten hatten mit Verkäufen zwischen 100.000 und 500.000 Tonnen gerechnet, womit das tatsächliche Ergebnis am unteren Ende der Erwartungsspanne lag.
Verarbeitungskapazitäten unter Druck
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Zur AktienanalyseZusätzlich belastet wird der Markt durch eine voraussichtliche Verlangsamung der US-Sojabohnenverarbeitung im April. Mehrere Verarbeiter haben ihre Anlagen für saisonale Wartungs- und Reparaturarbeiten stillgelegt, was die sogenannte „Crush"-Rate – also die Menge der zu Öl und Schrot verarbeiteten Sojabohnen – gedrosselt hat. Dies geht aus einer Analystenumfrage im Vorfeld eines Berichts der National Oilseed Processors Association hervor, der am Freitag veröffentlicht werden soll.
Für deutsche Anleger und Beobachter des Agrarrohstoffmarkts verdeutlicht die aktuelle Entwicklung, wie stark die Sojabohnenpreise von geopolitischen Signalen und den Handelsbeziehungen zwischen den USA und China abhängen. Solange Brasilien als günstige Alternative für chinesische Käufer zur Verfügung steht und die US-Exportnachfrage schwächelt, bleibt das Aufwärtspotenzial für US-Sojabohnen begrenzt.


