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Softline-Einzelhandel: Raymond James sieht Wachstumsbeschleunigung in Q1 2026

76% der analysierten Unternehmen übertrafen die Umsatzerwartungen – Nordamerika wächst stärker, Luxus zeigt gemischtes Bild.

Softline-Einzelhandel: Raymond James sieht Wachstumsbeschleunigung in Q1 2026

Raymond James hat die Ergebnisse des ersten Quartals 2026 für rund 45 Unternehmen aus den Bereichen Softlines-Einzelhandel, globale Marken und digitaler Handel ausgewertet. Das Fazit fällt überwiegend positiv aus: 76% der analysierten Unternehmen übertrafen die Umsatzerwartungen, im Durchschnitt um 220 Basispunkte über dem Konsens. Noch beeindruckender ist die Gewinnseite: Rund 90% der Unternehmen übertrafen die Schätzungen für den Gewinn je Aktie – und zwar um durchschnittlich 17% gegenüber den Markterwartungen.

Das Wachstum in Nordamerika beschleunigte sich im ersten Quartal auf 7%, nach 6% im vierten Quartal des Vorjahres. Als Treiber dieser Entwicklung identifizierte Raymond James vor allem die Sektoren Luxusgüter und digitaler Handel. In den Unternehmenskommentaren wurden jedoch auch Risikofaktoren deutlich: makroökonomische Unsicherheit, eine vorsichtige Lagerbestandsplanung sowie ein spürbarer Druck auf Konsumenten mit niedrigerem Einkommen.

Athleisure und Schuhe: Klare Gewinner und Verlierer

Im Segment Athleisure und Schuhe zeigte sich ein differenziertes Bild. Adidas meldete starke Ergebnisse, während Nike im dritten Geschäftsquartal (endend im Februar) ein leicht positives Wachstum verzeichnete. Puma und Under Armour blieben hingegen unter Druck, da ihre jeweiligen Restrukturierungsbemühungen noch andauern. Besonders stark schnitten On und HOKA – eine Marke von Deckers – ab, die beide ein zweistelliges Wachstum erzielten. Birkenstock verfehlte die Erwartungen leicht, während Crocs gemischte Ergebnisse präsentierte.

Im Premium- und Luxussegment zeigte sich eine auffällige Zweiteilung. Europäische Schwergewichte wie LVMH, Kering, Hermès und Hugo Boss meldeten allesamt Umsatzrückgänge. Nordamerikanische Marken hingegen überzeugten: Tapestry, Ralph Lauren und Canada Goose verzeichneten ein kräftiges Wachstum. Capri blieb laut Raymond James weiterhin eine Baustelle.

Digitaler Handel als stärkster Wachstumstreiber

Den höchsten Wachstumsbeitrag unter allen Teilsektoren lieferte der digitale Handel. Besonders Secondhand- und Marktplatz-Unternehmen wie The RealReal, thredUP, Etsy und eBay meldeten Zuwächse. Die Marktschätzungen für das Umsatzwachstum im zweiten Quartal stiegen seit Beginn der Berichtssaison für das erste Quartal um 10 Basispunkte, während die Schätzungen für den digitalen Handel sogar um 250 Basispunkte zulegten.

Im Bekleidungssegment übertrafen die meisten Marken und Einzelhändler die Erwartungen. Levi's, Urban Outfitters und American Eagle führten das Feld an. Bei den Multi-Brand-Einzelhändlern zeigte sich hingegen der Druck auf einkommensschwächere Konsumenten deutlich. Die Off-Price-Einzelhändler TJX, ROST und BURL konnten in diesem Umfeld eine klare Outperformance erzielen – ein Hinweis darauf, dass preisbewusste Käufer verstärkt auf günstigere Alternativen ausweichen.

Unternehmen mit Fokus auf das Segment Wohnen blieben hinter den Erwartungen zurück. In Europa zeigte sich das Wachstum in den Bereichen Athleisure, Schuhe und Luxus im Quartalsvergleich stabil, wenngleich Nike und Hermès eine sequentielle Verschlechterung verzeichneten. Im asiatisch-pazifischen Raum hingegen beschleunigte sich das Wachstum in allen beobachteten Teilsektoren – ein positives Signal für die globale Nachfrageentwicklung.

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