SoftBank übertrifft Erwartungen dank 8-Milliarden-Dollar-Gewinn aus Intel
Ein massiver Buchgewinn aus der Intel-Beteiligung verhalf SoftBank trotz eines Gewinnrückgangs von 17,7 Prozent zum Analystenübertreffen.

SoftBank hat im ersten Quartal des Geschäftsjahres einen Nettogewinn von 347,3 Milliarden Yen (rund 2,2 Milliarden US-Dollar) erzielt. Das Ergebnis lag damit deutlich über den von Analysten erwarteten 148,4 Milliarden Yen, sank jedoch im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 17,7 Prozent. Ausschlaggebend für das starke Abschneiden war ein Investitionsgewinn von 1,3 Billionen Yen (rund 8,2 Milliarden US-Dollar) aus der Beteiligung des japanischen Technologiekonzerns an Intel.
SoftBank hatte im vergangenen Jahr vereinbart, 2 Milliarden US-Dollar in Intel zu einem Preis von 23 US-Dollar je Aktie zu investieren. Seitdem ist die Intel-Aktie um mehr als 150 Prozent gestiegen und wird nun über 100 US-Dollar gehandelt – ein außerordentlicher Kursgewinn, der die Quartalsbilanz von Masayoshi Sons Konzern maßgeblich stützte.
Vision Funds und ByteDance im Plus
Neben dem Intel-Gewinn erzielte SoftBank einen Investitionsgewinn von 358,4 Milliarden Yen aus seiner Beteiligung an ByteDance, dem chinesischen Mutterkonzern der Videoplattform TikTok, der ebenfalls massiv in Künstliche Intelligenz investiert. Die technologielastigen Investmentvehikel des Konzerns, die sogenannten Vision Funds, in denen die Beteiligungen an ByteDance und OpenAI gebündelt sind, verzeichneten im Quartal einen Investitionsgewinn von 255,8 Milliarden Yen.
Beim KI-Unternehmen OpenAI hingegen verbuchte SoftBank in diesem Quartal weder Gewinne noch Verluste. Der Gewinnrückgang im ersten Quartal folgt auf Rekordergebnisse in den vorangegangenen Quartalen, die durch aufeinanderfolgende Neubewertungen der OpenAI-Beteiligung getrieben worden waren. Belastend wirkte sich zudem die Performance des kürzlich an die Börse gegangenen Zahlungsdienstleisters PayPay aus.
Sons KI-Strategie: Arm, OpenAI und Robotik
Masayoshi Son hat sich und seinen Konzern methodisch im Zentrum des globalen KI-Booms positioniert. Durch den Besitz des britischen Chipdesigners Arm, die Beteiligung an OpenAI sowie Engagements in den Bereichen Robotik, Rechenzentren und Energie ist SoftBank zu einem der zentralen Akteure der KI-Infrastruktur geworden.
SoftBank hat für seine jüngste Investitionsrunde in OpenAI insgesamt 64,6 Milliarden US-Dollar zugesagt, was nach Abschluss der Runde im Oktober einer Beteiligung von rund 13 Prozent entsprechen wird. Zur Finanzierung dieser Ambitionen hat der Konzern bereits Überbrückungskredite in Höhe von 40 Milliarden US-Dollar bereitgestellt und hält zudem Lombardkredite (sogenannte Margin Loans) auf seine fast 90-prozentige Beteiligung an Arm.
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Zur AktienanalyseVerschuldungsquote sinkt – CFO sieht Spielraum für mehr Investitionen
Finanzvorstand Yoshimitsu Goto erklärte, dass der Beleihungsauslauf (Loan-to-Value Ratio) der Gruppe – ein Maß für die Nettoverschuldung im Verhältnis zum Wert der Beteiligungen – Ende Juni bei 13 Prozent lag, nach 17 Prozent im März. Das Unternehmen strebt an, diese Quote unter normalen Umständen unter 25 Prozent zu halten. Goto deutete an, der Wert sei nun möglicherweise „zu sicher", was bedeute, dass SoftBank „mehr investieren" müsse.
Der Aktienkurs von SoftBank ist in diesem Jahr noch immer rund 23 Prozent im Plus, hat jedoch seit dem Höchststand des vergangenen Jahres etwa ein Drittel seines Wertes eingebüßt. Anfang Juni war SoftBank kurzzeitig zum wertvollsten börsennotierten Unternehmen Japans aufgestiegen, ist seitdem aber auf den dritten Platz hinter der Großbank MUFG und dem Automobilhersteller Toyota zurückgefallen. Die Aktie gilt als besonders volatil und reagiert stark auf die Aussichten für den Halbleiter- und KI-Sektor sowie auf Erwartungen rund um einen möglichen Börsengang von OpenAI.


