Softbank steigt bei Intel mit Milliarden ein
US-Regierung prüft Beteiligung, während der Chipriese Marktanteile verliert

Der angeschlagene Chipkonzern Intel erhält frisches Kapital aus Japan. Der Technologieinvestor Softbank steigt mit einer Milliardeninvestition bei dem US-Unternehmen ein. Wie beide Seiten mitteilten, erwarb Softbank Aktien im Wert von zwei Milliarden Dollar, was umgerechnet etwa 1,7 Milliarden Euro entspricht. Der Kaufpreis lag bei 23 Dollar je Anteilsschein und damit leicht unter dem jüngsten Börsenschluss. Die Nachricht sorgte nachbörslich für einen Kursanstieg von mehr als fünf Prozent, nachdem die Aktie zuvor im regulären Handel noch einen Rückgang von rund 3,6 Prozent verzeichnet hatte.
Die Transaktion kommt zu einem Zeitpunkt, an dem auch über einen möglichen Einstieg der US-Regierung bei Intel spekuliert wird. Nach Informationen des Finanzdienstes Bloomberg stehen Gespräche über einen Anteil von zehn Prozent im Raum. In Erwägung gezogen werde demnach, dass Intel Aktien als Gegenleistung für zugesagte Subventionen zur Verfügung stellt. Während der Amtszeit von Präsident Joe Biden wurden dem Konzern im Rahmen eines Gesetzes zur Förderung der heimischen Chipindustrie bereits Hilfen in Höhe von rund acht Milliarden Dollar zugesagt. Unter Einbeziehung militärischer Projekte summieren sich die staatlichen Zusagen auf knapp elf Milliarden Dollar – in etwa der Betrag, den ein zehnprozentiger Anteil an Intel aktuell an der Börse kosten würde.
Intel, einst dominierender Anbieter auf dem Halbleitermarkt, hat in den vergangenen Jahren an Wettbewerbsstärke eingebüßt. Besonders im Bereich der Künstlichen Intelligenz setzte sich der Grafikkarten-Spezialist Nvidia an die Spitze und nahm dem Traditionsunternehmen wichtige Marktanteile ab. Auch im klassischen Geschäft mit Prozessoren für Personal Computer sowie im Segment der Rechenzentrums-Chips spürt Intel wachsenden Druck durch starke Konkurrenten.
Der Einstieg von Softbank erfolgt vor diesem Hintergrund und ist Teil einer größeren Expansionsstrategie des japanischen Konzerns. Unter der Führung von Masayoshi Son treibt Softbank seine Aktivitäten in den USA verstärkt voran. Beteiligt ist das Unternehmen unter anderem am Projekt „Stargate“, das gemeinsam mit OpenAI den Aufbau großangelegter Rechenzentren für Künstliche Intelligenz zum Ziel hat. Zudem hält Softbank die Mehrheit am britischen Chipdesigner Arm, dessen Architektur in nahezu allen Smartphones und Tablet-Computern weltweit zum Einsatz kommt.
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Zur AktienanalyseMit dem Engagement bei Intel sichert sich Softbank nicht nur einen Anteil an einem traditionsreichen, wenn auch derzeit schwächelnden Halbleiterkonzern, sondern erweitert sein Portfolio in einem für die technologische Zukunft zentralen Industriezweig.


