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Sofortprogramm gefordert: Wohnungsbau bleibt in der Krise

Steigende Preise, Auftragsmangel und schleppende Maßnahmen erschweren die Schaffung bezahlbaren Wohnraums

Sofortprogramm gefordert: Wohnungsbau bleibt in der Krise

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat ein Sofortprogramm für den sozialen Wohnungsbau gefordert. Angesichts anhaltender struktureller Probleme und einer weiterhin angespannten Auftragslage im Wohnungsbau sieht das Institut dringenden Handlungsbedarf. Wie das Münchner ifo-Institut mitteilte, meldeten im Dezember 53,6 Prozent der Unternehmen in der Branche einen Mangel an Aufträgen, eine Zahl, die sich im Vergleich zum November nur minimal verbessert hat. Trotz eines leichten Anstiegs im Geschäftsklima verharrt dieses weiterhin im negativen Bereich, was die schwierige Situation unterstreicht.

Laut DIW sollten Kommunen mit besonders angespannten Wohnungsmärkten verstärkt durch Bundesmittel unterstützt werden. Darüber hinaus müsse der rechtliche Rahmen angepasst werden, um die Umsetzung solcher Maßnahmen zu beschleunigen. Der DIW-Experte Martin Gornig hob hervor, dass die bisherigen politischen Maßnahmen, wie die erhöhte degressive Abschreibung von Investitionen, zwar erste Erfolge zeigen, jedoch nicht ausreichen, um die akute Krise im Wohnungsbau zu bewältigen. Die vergangenen Jahre hätten eine erhebliche Lücke zwischen dem Baubedarf und der Bauleistung entstehen lassen, wobei das Neubauvolumen auch 2026 voraussichtlich noch deutlich unter dem Niveau von 2021 liegen werde.

Zusätzlich bleibt der Wohnungsbau von steigenden Baupreisen betroffen. Im November verteuerten sich die Kosten für den Neubau konventioneller Wohngebäude um 3,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Besonders stark stiegen die Preise für Dachdeckungs- und Erdarbeiten, die um 3,6 beziehungsweise 4,5 Prozent zunahmen. Auch die Kosten für Ausbauarbeiten und technische Anlagen verzeichneten überdurchschnittliche Zuwächse. Heiz- und zentrale Wassererwärmungsanlagen, darunter Wärmepumpen, wurden beispielsweise um 4,9 Prozent teurer.

Die gestiegenen Bau- und Finanzierungskosten, die infolge globaler Krisen wie dem russischen Angriff auf die Ukraine und den damit verbundenen Preisanstiegen für Rohstoffe und Energie entstanden sind, belasten den Wohnungsbau zusätzlich. Trotz eines Rückgangs der Auftragsstornierungen, die zuletzt bei zehn Prozent lagen, reichen die gesunkenen Zinsen bislang nicht aus, um eine nachhaltige Trendwende im Sektor einzuleiten. Angesichts dieser Herausforderungen bleibt die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum eine zentrale Aufgabe für die Bundesregierung, die ihre Zielvorgaben bislang verfehlt hat.

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