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SoFi hebt Umsatzprognose 2026 an – Rekord bei Mitgliedern und Krediten

Das Fintech SoFi übertrifft die Wall-Street-Erwartungen mit Rekordwachstum bei Mitgliedern, Kreditvergaben und Umsatz.

SoFi hebt Umsatzprognose 2026 an – Rekord bei Mitgliedern und Krediten

Das US-amerikanische Fintech-Unternehmen SoFi hat am Mittwoch seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr 2026 deutlich nach oben korrigiert. Grundlage dafür ist ein starkes zweites Quartal, das von Rekordwerten bei Mitgliederwachstum und Kreditvergaben geprägt war. Der bereinigte Umsatz stieg im Quartal bis zum 30. Juni um 40 Prozent auf den Rekordwert von 1,2 Milliarden US-Dollar – und übertraf damit die Analystenschätzungen von 1,12 Milliarden Dollar deutlich.

Für das Gesamtjahr erwartet SoFi nun einen Umsatz zwischen 4,75 und 4,85 Milliarden US-Dollar. Analysten hatten laut Daten des Finanzdienstleisters LSEG lediglich mit rund 4,7 Milliarden Dollar gerechnet. Das Unternehmen übertrifft damit die Markterwartungen und sendet ein klares Signal der Stärke – trotz eines nach wie vor herausfordernden makroökonomischen Umfelds mit erhöhten Zinssätzen und hohen Lebenshaltungskosten.

Rekordwerte bei Mitgliedern und Kreditvergaben

Das gesamte Volumen der Kreditvergaben erreichte im zweiten Quartal einen Rekordwert von 14,8 Milliarden US-Dollar. Gleichzeitig wuchs die Mitgliederbasis um 35 Prozent auf ebenfalls rekordverdächtige 15,8 Millionen Mitglieder. Diese Zahlen unterstreichen, wie erfolgreich SoFi darin ist, neue Kunden zu gewinnen und bestehende langfristig an die Plattform zu binden.

Das Nettozinsergebnis – also die Differenz zwischen Zinseinnahmen und Zinsaufwendungen – stieg im Jahresvergleich um beeindruckende 52 Prozent auf 788,2 Millionen US-Dollar. Auch beim Gewinn je Aktie überzeugte SoFi: Der bereinigte Quartalsgewinn lag bei 12 Cent pro Aktie, ein Plus von 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr und einen Cent über den Erwartungen der Analysten.

CEO Anthony Noto zeigte sich gegenüber Reuters zuversichtlich über die Lage der Kunden: „Wir beobachten, dass unsere Mitglieder im aktuellen Umfeld widerstandsfähig bleiben. Die Ausgaben sind weiterhin hoch, die Nachfrage bleibt stark, und die Kreditperformance entspricht weiterhin unseren Erwartungen oder übertrifft diese sogar." Diese stabile Kreditqualität ist ein wesentlicher Faktor, der es SoFi ermöglicht, sein Kreditportfolio und die damit verbundenen Zinseinkünfte kontinuierlich auszubauen.

Vom Studienkredit-Startup zur Finanzplattform

SoFi hat sich in den vergangenen Jahren grundlegend gewandelt: Ursprünglich als Startup für die Refinanzierung von Studienkrediten gegründet, ist das Unternehmen heute eine umfassende Finanzdienstleistungsplattform. Dieses breite Produktangebot in Kombination mit einer konsequenten Digital-First-Strategie hat SoFi – wie auch anderen Fintech-Unternehmen – geholfen, sich als ernstzunehmender Herausforderer für traditionelle Bankenschwergewichte zu etablieren.

Noto betonte die strategische Ausrichtung des Unternehmens auf zwei Wachstumssäulen: „Wir können ein dauerhaftes Nettozinsergebnis erzielen, indem wir Kredite in unserer Bilanz halten, und wir können zudem kapitalleichte, gebührenbasierte Geschäftsbereiche ausbauen. Beides funktioniert, und diese Diversifizierung gibt mir großes Vertrauen." Hinsichtlich möglicher Übernahmen erklärte der CEO, der Hauptfokus liege weiterhin auf organischem Wachstum – Akquisitionen würden jedoch geprüft und verfolgt, wenn eine Gelegenheit „eindeutig sinnvoll" sei.

Für deutsche Anleger ist SoFi ein interessantes Beispiel dafür, wie Fintech-Unternehmen durch digitale Geschäftsmodelle und ein breites Produktspektrum traditionellen Banken Marktanteile abnehmen können – selbst in einem Umfeld mit hohen Zinsen und wirtschaftlicher Unsicherheit.

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