Snowflake, JPMorgan, Robinhood KI und Ölpreise im Fokus
Fünf Themen bewegen die Märkte: Ölpreisanstieg nach US-Iran-Konflikt, Snowflake-Kursexplosion und neue KI-Tools für Privatanleger.

Die Aktienmärkte starten schwächer in den Donnerstag, nachdem alle drei großen US-Indizes am Vortag knappe Gewinne verbuchen konnten. Fünf Themen dominieren den Handelstag: der eskalierte US-Iran-Konflikt, ein historischer Kurssprung bei Snowflake, mögliche Milliarden-Übernahmen durch JPMorgan Chase, neue KI-Handelstools von Robinhood sowie der Strategiestreit zwischen Lamborghini und Ferrari.
Ölpreise steigen nach US-Iran-Eskalation
Die Rohölpreise tendieren am Donnerstagmorgen fester, nachdem der Iran mitteilte, einen US-Luftwaffenstützpunkt ins Visier genommen zu haben. Dies folgte auf neue US-Angriffe auf Teheran. Der Preisanstieg ist bemerkenswert, denn am Vortag war der Ölpreis noch um mehr als 5% gefallen – dieser Rückgang hatte dem Dow Jones Industrial Average sogar zu einem Rekordschlussstand verholfen.
US-Außenminister Marco Rubio erklärte, die USA wollten der Diplomatie „jede Chance auf Erfolg" geben, warnte jedoch gleichzeitig, dass das Weiße Haus alternative Optionen habe, falls Friedensgespräche scheitern. Iranische Staatsmedien berichteten laut Reuters, Teheran beabsichtige, den kommerziellen Verkehr in der Straße von Hormus innerhalb eines Monats nach einer Einigung wieder auf das Vorkriegsniveau anzuheben. Das Weiße Haus bezeichnete diesen Bericht jedoch als „völlige Erfindung". Händler an den Prognosemärkten zeigen sich ebenfalls skeptisch, was eine Normalisierung des Verkehrs in der strategisch wichtigen Meerenge vor Juli betrifft. Der für Donnerstag anstehende PCE-Preisindex (Preisindex für persönliche Konsumausgaben) für April soll Aufschluss darüber geben, wie sich der Konflikt auf die US-Inflation auswirkt.
Snowflake auf Kurs für besten Handelstag aller Zeiten
Das Cloud-Datenunternehmen Snowflake sorgt für Aufsehen: Die Aktie schoss im nachbörslichen Handel um mehr als 37% in die Höhe, nachdem das Unternehmen stärker als erwartete Ergebnisse für das erste Quartal gemeldet hatte. Damit ist die Aktie auf Kurs für ihren besten Handelstag in der Unternehmensgeschichte.
Neben den starken Quartalszahlen kündigte Snowflake eine Ausgabenzusage in Höhe von 6 Milliarden US-Dollar gegenüber Amazon Web Services an. Der Deal umfasst den Kauf von Amazons maßgeschneiderten Silizium-Komponenten sowie KI-Chips. Zusätzlich gab Snowflake die Übernahme des KI-Startups Natoma bekannt. Auch Salesforce meldete Quartalsergebnisse, die die Wall-Street-Schätzungen bei beiden Kennzahlen übertrafen – der Jahresausblick des Softwarekonzerns blieb jedoch leicht hinter den Erwartungen zurück.
JPMorgan Chase auf Akquisitionskurs
JPMorgan-Chef Jamie Dimon deutete auf einer Konferenz in New York an, dass die größte US-Bank in den nächsten Jahren bis zu 20 Milliarden US-Dollar für eine Übernahme ausgeben könnte. Die Bank sei „auf der Suche" nach Gelegenheiten, so Dimon. Ein Geschäft dieser Größenordnung wäre die größte Akquisition in Dimons über zwei Jahrzehnte währender Amtszeit an der Spitze von JPMorgan.
Dimon relativierte seine Aussagen jedoch: Er bezeichnete Übernahmen als Mechanismus des letzten Auswegs und nicht als primäre Wachstumsstrategie. Wenn Banker sich zu sehr auf Dealmaking konzentrierten, könne dies ein Weg sein, eine schwache organische Expansion zu verschleiern, warnte er.
Robinhood bringt KI-Agenten für Privatanleger
Der US-Broker Robinhood stellte neue Tools vor, die es KI-Agenten ermöglichen, eigenständig mit Aktien zu handeln und Käufe zu tätigen. Nutzer können ihre Agenten anweisen, Portfolios umzuschichten, Anlagethemen zu überwachen und Handelsstrategien auszuführen. Die Agenten sollen zudem auf Schnäppchenjagd gehen und Käufe mit virtuellen Kreditkarten tätigen können.
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Zur AktienanalyseDie neuen Produkte stellen laut CNBC einen der ersten Versuche dar, KI-Finanztools direkt in die Hände von Privatanlegern zu geben – bislang waren solche Werkzeuge vor allem institutionellen Investoren vorbehalten. Für deutsche Privatanleger ist dies ein Signal, dass die Demokratisierung von KI-gestütztem Investieren zunehmend Fahrt aufnimmt.
Lamborghini gegen Ferrari: Streit um die Elektrostrategie
Lamborghini-CEO Stephan Winkelmann sieht sich durch die jüngsten Entwicklungen bei Ferrari bestätigt. Ferrari-Aktien wurden Anfang der Woche abverkauft, nachdem der Luxussportwagenhersteller sein erstes rein elektrisches Modell vorgestellt hatte. Winkelmann erklärte, die Entscheidung von Lamborghini, vollelektrische Autos zu streichen und sich stattdessen auf Hybridfahrzeuge zu konzentrieren, sei „der richtige Weg" gewesen.
Winkelmann betonte, dass jede Marke „für sich selbst entscheiden muss" und „jeder seine eigene Strategie hat". Gleichzeitig verwies er darauf, dass die Akzeptanz von Elektrofahrzeugen unter der Kundenbasis von Lamborghini nicht zugenommen habe. Abseits der Luxusautowelt meldete Boeing-CEO Kelly Ortberg, dass der Flugzeugbauer die Anforderungen der US-Luftfahrtbehörde FAA erfüllt habe, um die monatliche Produktion der 737 Max auf 42 Maschinen pro Monat zu erhöhen.


