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Sneaker-Designer Philéo Landowski: Sein persönlicher Tokio-Guide

Der französische Sneaker-Designer Philéo Landowski teilt seine Lieblingsadressen in Tokio – von ruhigen Bars bis zu handgefertigten Schuhen.

Sneaker-Designer Philéo Landowski: Sein persönlicher Tokio-Guide

Philéo Landowski, Gründer der Sneaker-Marke Phileo und ehemaliger künstlerischer Berater bei Salomon, reist seit 2023 regelmäßig nach Tokio. Zwei- bis viermal pro Jahr besucht der Franzose die japanische Metropole – nicht nur zur Erholung, sondern auch als kreative Inspirationsquelle. Seine erste Reise dauerte sechs Wochen, und seitdem hat die Stadt sein Designdenken nachhaltig geprägt.

Landowski begann seine unternehmerische Karriere bereits mit 13 Jahren: Er gründete die Marke Bunker Scootering, um eigene Ersatzteile für Freestyle-Scootering herzustellen. Mit 15 oder 16 Jahren entwarf er seine ersten Schuhe – eine Mischung aus Sneaker und Tennisschuh. Mit 17 lernte er die Künstlerin Katerina Jebb kennen, die ihn mit Adrian Joffe, dem Präsidenten von Comme des Garçons und Dover Street Market, bekannt machte. 2021 kam er zu Dover Street Market, nachdem er seine erste Kollektion in London, Paris und New York lanciert hatte.

Bei Salomon arbeitete Landowski an Modellen wie dem Speedverse PRG und den XT-SP1-Sneakern, die zu einem großen Erfolg wurden. Nach dem Ende dieser Zusammenarbeit suchte er Abstand und fand ihn in Tokio – vor allem im ruhigen Stadtteil Aoyama, wo sich das Büro von Comme des Garçons befindet.

Tokio abseits des Trubels

Landowski betont, dass er die lauten und überfüllten Viertel wie Shinjuku oder Shibuya zunächst hasste. Shinjuku gilt als der belebteste Bahnhof der Welt – für jemanden, der schon die Pariser Métro meidet, ein echter Kulturschock. Sein bevorzugtes Viertel ist Aoyama: ruhig, grün, mit kleinen Häusern und Boutiquen wie Dries Van Noten und der japanischen Bekleidungsmarke Kolor des Designers Junichi Abe.

Sein wichtigster Shopping-Rat ist klar: Kaufen Sie in Tokio nur japanische Produkte. Ausländische Waren seien meist deutlich teurer und überall erhältlich. Stattdessen empfiehlt er Pillings für hochwertige Strickwaren sowie Ssstein. Besonders hebt er Minezo Sports Shoes hervor – handgefertigte Schuhe, bei denen Kunden Leder und Design selbst wählen können.

Für Schnäppchenjäger lohnt sich das Viertel Shimokitazawa, Tokios Anlaufstelle für Second-Hand-Mode. Dort fand Landowski einen Bottega-Mantel aus Daniel Lees AW20-Kollektion für rund 500 Euro. Das Einkaufszentrum Ginza Six bietet ebenfalls gute Second-Hand-Abteilungen.

Bücher, Bars und japanische Küche

Buchliebhaber sollten das Viertel Jimbōchō Book Town besuchen, das sich ganz dem Buchhandel widmet. Landowski empfiehlt den Komiyama Book Store, der sich über vier Etagen erstreckt und auf Fotografie- und Kunstbücher spezialisiert ist. Dort erwarb er eine signierte Erstausgabe von „In the American West" für einige hundert Euro. Das Sortiment umfasst auch alte Flyer von Comme des Garçons x Louis Vuitton-Kollaborationen aus den frühen 2000er-Jahren.

Zum Feiern ist Landowski nach eigener Aussage nicht besonders aufgelegt – er bevorzugt einen ruhigen Cocktailabend. Das Little Smith in Ginza beschreibt er als dunkle Bar aus Eichenholz mit niedrigen Tischen, die an eine von der Yakuza frequentierte Lokalität erinnert. Dort bestellt er klassisch eine Bloody Mary. Das These in Aoyama, eine der ersten Bars, die er in Japan besuchte, überzeugt ihn mit einem guten Soundsystem und Musik von Nischen-Produzenten aus Frankreich.

Beim Essen setzt Landowski auf lokale Klassiker. Das Nakame no Teppen Honten in Meguro City ist ein traditionelles japanisches Restaurant, in das man durch eine kleine Tür kriecht – das Essen wird direkt vor den Gästen zubereitet. Yakisoba und Karaage sind Pflicht. Das Tatemichiya in Shibuya ist zwangloser und bekannt für Soba und Tempura; im Eingangsbereich hängt ein Kunstwerk des japanischen Künstlers Yoshitomo Nara. Für beide Restaurants empfiehlt er, früh zu erscheinen oder Wartezeiten einzuplanen.

Design-Philosophie aus Japan

Tokio hat Landowskis Designdenken grundlegend verändert. Konzepte wie Sokubaku – Einschränkung als schöpferische Kraft – und Wabi-Sabi – die Schönheit des Unvollkommenen – haben ihn gelehrt, mit Beschränkungen zu arbeiten. „Es fühlt sich ein wenig wie das Schuhmachen an – es gibt viele Probleme, aber die Dinge werden interessanter, wenn man sie zum Funktionieren bringt", so Landowski. Die japanische Mentalität, Regeln zu respektieren und das Unverständliche zu akzeptieren, hat ihn nachhaltig geprägt – und fließt direkt in seine Arbeit als Sneaker-Designer ein.

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