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SNB-Protokoll: Nahost-Krieg erhöht Unsicherheit für Schweizer Wirtschaft

Der Nahost-Konflikt belastet die Schweizer Wirtschaftsaussichten und treibt den Franken in die Höhe, wie SNB-Protokolle zeigen.

SNB-Protokoll: Nahost-Krieg erhöht Unsicherheit für Schweizer Wirtschaft

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) sieht im Nahost-Krieg das größte Risiko für die Schweizer Wirtschaft und Inflation. Das geht aus dem am Donnerstag veröffentlichten Protokoll der jüngsten Zinssitzung der SNB hervor. Die Notenbank beließ ihren Leitzins im März unverändert bei null Prozent.

Als Begründung für die Zinspause nannte die SNB ausdrücklich die gestiegene Unsicherheit durch den Konflikt im Nahen Osten. „Das Hauptrisiko für die Wirtschafts- und Inflationsprognose der Schweiz geht von den Entwicklungen in der Weltwirtschaft aus", heißt es im Protokoll. Insbesondere der Krieg im Nahen Osten könnte die Wirtschaftstätigkeit stärker dämpfen als erwartet.

Franken auf Elf-Jahres-Hoch gegenüber dem Euro

Ein zentrales Problem für die SNB ist der starke Aufwertungsdruck auf den Schweizer Franken. Anfang März stieg die Währung gegenüber dem Euro auf den höchsten Stand seit elf Jahren. Auslöser waren Kapitalzuflüsse, die durch den US-israelischen Krieg gegen den Iran verstärkt wurden und den Franken als sicheren Hafen in die Höhe trieben.

Die SNB signalisierte daher eine erhöhte Bereitschaft zu Interventionen an den Devisenmärkten. Laut Protokoll soll die Interventionsbereitschaft angesichts der geopolitischen Lage und der damit verbundenen Flucht in sichere Häfen hoch bleiben. Ziel ist es, einer raschen und übermäßigen Aufwertung des Frankens entgegenzuwirken, die die Preisstabilität in der Schweiz gefährden würde.

Ein zu starker Franken ist für die exportorientierte Schweizer Wirtschaft traditionell ein Problem. Er verteuert Schweizer Produkte im Ausland und drückt gleichzeitig die Importpreise, was deflationären Druck erzeugen kann. Die SNB kämpft seit Jahren mit dieser Herausforderung und hat in der Vergangenheit wiederholt am Devisenmarkt eingegriffen.

SNB-Präsident warnt vor Zweitrundeneffekten

SNB-Präsident Martin Schlegel unterstrich die Unsicherheitslage zusätzlich. Am Mittwoch erklärte er, dass die Unsicherheit über die Schweizer Inflationsaussichten „ziemlich hoch" sei. Besonders im Blick behält die SNB mögliche Zweitrundeneffekte des Nahost-Konflikts auf die Inflation.

Zweitrundeneffekte entstehen, wenn steigende Preise – etwa durch höhere Energiekosten infolge geopolitischer Spannungen – zu höheren Lohnforderungen führen, die wiederum die Inflation weiter anheizen. Für die SNB ist dies ein entscheidender Faktor bei der Beurteilung des weiteren geldpolitischen Kurses.

Das Protokoll verdeutlicht, dass die SNB in einem schwierigen Spannungsfeld agiert: Einerseits muss sie die Preisstabilität wahren, andererseits den Franken vor übermäßiger Aufwertung schützen. Die weitere Entwicklung des Nahost-Konflikts dürfte daher maßgeblich bestimmen, wie die Schweizer Notenbank in den kommenden Monaten handelt.

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