SNB-Chef Schlegel warnt: Nahost-Unsicherheit bleibt weiterhin sehr hoch
SNB-Präsident Martin Schlegel sieht anhaltende Risiken im Nahen Osten und erhöhte Bereitschaft zu Devisenmarktinterventionen.

Der Präsident der Schweizerischen Nationalbank (SNB), Martin Schlegel, hat sich besorgt über die anhaltende Unsicherheit im Nahen Osten geäußert. Auf die Frage nach dem Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran erklärte Schlegel: „Die Situation ist nach wie vor sehr unsicher." Die Zentralbank habe die jüngsten Entwicklungen in der Region sorgfältig bewertet, bevor sie ihre geldpolitischen Entscheidungen getroffen habe.
Schlegel schloss ausdrücklich nicht aus, dass die Deeskalation des Konflikts nur vorübergehender Natur sein könnte. Die geopolitische und handelspolitische Unsicherheit sei insgesamt sehr hoch, betonte der SNB-Chef. Besonders die Energiemärkte seien maßgeblich von der Lage im Nahen Osten beeinflusst – ein Faktor, den die Nationalbank bei ihrer Lagebeurteilung besonders im Blick behält.
Erhöhte Interventionsbereitschaft am Devisenmarkt
In Bezug auf mögliche Devisenmarktinterventionen äußerte sich Schlegel ebenfalls. Die Bereitschaft der SNB, bei Bedarf am Devisenmarkt zu intervenieren, sei höher als zuvor, wenngleich er einräumte, dass es schwierig zu sagen sei, ob sie größer oder geringer als in früheren Phasen ausfalle. Zudem habe sich der Schweizer Franken seit der letzten Sitzung der Nationalbank leicht abgeschwächt.
Schlegel erläuterte, dass die SNB bei Interventionsentscheidungen stets die Gesamtsituation berücksichtige. Viele Faktoren beeinflussten den Wechselkurs des Frankens, darunter die Zinsdifferenz zur Europäischen Zentralbank (EZB) sowie die erhöhte Interventionsbereitschaft der Bank selbst. Der Franken gilt traditionell als sicherer Hafen in Krisenzeiten und wertet in geopolitisch unsicheren Phasen häufig auf – was die Exportwirtschaft der Schweiz belasten kann.
Ausblick hängt von Nahost-Entwicklung ab
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Zur AktienanalyseDie künftige geldpolitische Entwicklung der SNB sei laut Schlegel maßgeblich von der weiteren Lage im Nahen Osten abhängig. Dies unterstreicht, wie stark geopolitische Faktoren derzeit die Entscheidungsfindung der Schweizer Zentralbank prägen. Für deutsche und europäische Anleger ist dies von Bedeutung, da der Schweizer Franken als wichtige Reservewährung im europäischen Raum gilt und Wechselkursbewegungen direkte Auswirkungen auf den Handel zwischen der Schweiz und der Eurozone haben.
Auf eine weitere Frage antwortete Schlegel, dass es keine Pläne für ein Delisting der Schweizerischen Nationalbank gebe. Die SNB ist eines der wenigen Zentralbankinstitute weltweit, deren Aktien an einer Börse gehandelt werden, was ihr einen besonderen Status unter den Notenbanken verleiht. Insgesamt zeichnet Schlegels Auftritt das Bild einer Zentralbank, die in einem schwierigen geopolitischen Umfeld wachsam bleibt und ihre Handlungsspielräume flexibel hält.


