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Snap-Aktie springt 8% nach starkem Quartalsbericht und Prognose

Snap übertrifft im zweiten Quartal die Erwartungen bei Umsatz und Gewinn und gibt eine optimistische Prognose für Q3 ab.

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Snap-Aktie springt 8% nach starkem Quartalsbericht und Prognose

Snap hat im zweiten Quartal sowohl beim Umsatz als auch beim bereinigten Gewinn die Erwartungen der Analysten übertroffen. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 19% auf 1,34 Milliarden US-Dollar. Die Aktie legte daraufhin im nachbörslichen Handel um rund 8% zu.

Der Nettoverlust des Unternehmens verringerte sich deutlich auf 164 Millionen US-Dollar, verglichen mit 262,6 Millionen US-Dollar bzw. 16 Cent pro Aktie im Vorjahreszeitraum. Der bereinigte Gewinn belief sich laut StreetAccount auf 250 Millionen US-Dollar und übertraf damit die Analystenschätzung von 192 Millionen US-Dollar klar.

Starke Prognose für das dritte Quartal

Für das laufende dritte Quartal erwartet Snap einen Umsatz zwischen 1,7 Milliarden und 1,74 Milliarden US-Dollar. Damit übertrifft das Unternehmen die Analystenschätzungen von 1,7 Milliarden US-Dollar. Der bereinigte Gewinn soll zwischen 300 Millionen und 350 Millionen US-Dollar liegen, wobei der Mittelwert von 325 Millionen US-Dollar knapp unter der StreetAccount-Prognose von 327 Millionen US-Dollar bleibt.

CEO Evan Spiegel erklärte in einem Brief an die Aktionäre, das Unternehmen habe eine „sich verbessernde Dynamik in unserem Werbegeschäft gesehen". Bereits beim letzten Ergebnisbericht im Mai hatte Snap von „ersten ermutigenden Anzeichen" einer Erholung im Werbebereich gesprochen, nachdem große Werbekunden in Nordamerika zuvor als Gegenwind bezeichnet worden waren.

Nutzerwachstum global positiv, Nordamerika schwächelt

Die Zahl der weltweit täglich aktiven Nutzer (DAU) stieg im Jahresvergleich um 5%. In Nordamerika hingegen sank die DAU-Zahl um 7% auf 92 Millionen und blieb im Vergleich zum ersten Quartal unverändert. Spiegel nannte in der Telefonkonferenz „Fortschritte bei der Stärkung des Kern-Kommunikationserlebnisses" sowie neuere Produkte wie die Kurzvideo-Funktion Spotlight als Wachstumstreiber.

Die Kategorie der sonstigen Umsätze, zu der auch der Abonnementdienst Snapchat+ gehört, legte im zweiten Quartal im Jahresvergleich um beeindruckende 85% auf 316 Millionen US-Dollar zu. Dies zeigt, dass Snap seine Einnahmequellen erfolgreich diversifiziert und sich nicht ausschließlich auf das Werbegeschäft verlässt.

KI-Investitionen und AR-Brille als Zukunftswetten

Snap erhöhte seine Prognose für die Infrastrukturkosten im Gesamtjahr um 50 Millionen US-Dollar auf eine Spanne zwischen 1,65 Milliarden und 1,7 Milliarden US-Dollar. Das Unternehmen begründete dies mit „zusätzlichen Investitionen in die KI- und Machine-Learning-Infrastruktur, die zur Unterstützung des Umsatzwachstums erforderlich sind".

Im Juni stellte Snap zudem seine erste Augmented-Reality-Brille für die breite Öffentlichkeit vor. Die AR-Brille namens „Specs" wird 2.195 US-Dollar kosten, bei einer rückzahlbaren Kaution von 200 US-Dollar, und soll noch in diesem Jahr ausgeliefert werden. Spiegel betonte, Snap gehe diese Investition „mit großer Disziplin" an und konzentriere sich auf „das Kundenerlebnis, die Produktqualität und die Entwicklung des Ökosystems".

Hinsichtlich des Massenmarkts für AR-Brillen zeigte sich Spiegel realistisch: „Ich denke, es wird bis zum Ende des Jahrzehnts dauern, bevor wir eine Akzeptanz im Massenmarkt sehen. Ich glaube, dass beispielsweise Gewicht und Kosten sinken müssen, damit die Absatzzahlen wirklich deutlich ansteigen."

Werbemarkt unter Druck – Konkurrenten kämpfen

Die starken Snap-Zahlen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die Wall Street zuletzt hart mit anderen Online-Werbeplattformen ins Gericht gegangen war. Reddit meldete zwar ebenfalls besser als erwartete Quartalszahlen, warnte jedoch vor „unbeständigem" Traffic aus Suchmaschinen-Referrals – was Sorgen um das Nutzerwachstum schürte und die Aktie einbrechen ließ. Auch Meta-Aktien gerieten zuletzt unter Druck. Snaps solide Ergebnisse und die optimistische Prognose heben sich damit positiv vom Branchenumfeld ab.

Spiegel wies zudem darauf hin, dass Snap das „regulatorische Umfeld, einschließlich Altersverifizierung, Datenschutz und Anforderungen an die Online-Sicherheit, genau beobachtet", was seiner Einschätzung nach „die Produkterlebnisse oder das Nutzerwachstum und das Engagement im Laufe der Zeit beeinflussen könnte".

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