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SK Hynix und Micron erreichen Billionen-Dollar-Bewertung dank KI-Boom

Ein akuter Mangel an HBM-Chips für KI-Systeme treibt die Bewertungen führender Speicherchiphersteller auf historische Höchststände.

SK Hynix und Micron erreichen Billionen-Dollar-Bewertung dank KI-Boom

Der rasant wachsende Bedarf an High-Bandwidth-Memory-Chips (HBM) für KI-Rechensysteme hat zwei der weltgrößten Speicherchiphersteller in den exklusiven Billionen-Dollar-Club katapultiert. SK Hynix und Micron Technology haben die Marktbewertungsschwelle von einer Billion US-Dollar überschritten und schließen sich damit Samsung Electronics in einer Elitegruppe von Halbleiterherstellern an, die vom KI-Infrastrukturausbau profitieren.

Am 28. Mai schloss SK Hynix an der koreanischen Börse mit einer Marktkapitalisierung von rund 1,631 Billionen Won – umgerechnet etwa 1,08 Billionen US-Dollar. Bereits zwei Tage zuvor, am 27. Mai, hatte Micron Technology diesen Meilenstein erreicht: Die Aktie des in Idaho ansässigen Unternehmens sprang an einem einzigen Handelstag um 19 Prozent und schloss bei 895,88 US-Dollar.

Bewertungslücke zwischen SK Hynix und Samsung schrumpft

Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung auf dem südkoreanischen Heimatmarkt. Laut Daten des Korea CXO Institute hat sich der Abstand in der Marktkapitalisierung zwischen SK Hynix und Samsung auf rund 6 Prozent verengt – zum ersten Mal seit über einem Jahr fällt diese Lücke in den einstelligen Bereich. Vor genau einem Jahr war das Verhältnis noch deutlich ungleicher: Während Samsung bei einem Indexwert von 100 lag, kam SK Hynix lediglich auf 45,8.

Der Marktwert von Samsung Electronics beläuft sich derzeit auf etwa 1,750 Billionen Won (rund 1,16 Billionen US-Dollar), nachdem das Unternehmen die Billionen-Dollar-Marke ebenfalls Anfang Mai überschritten hatte. Beide koreanischen Konzerne liegen jedoch weiterhin hinter der Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC), die als erstes asiatisches Unternehmen überhaupt eine Billionen-Dollar-Bewertung erreicht hatte.

Die Nachfrage nach HBM-Chips ist eng mit dem globalen KI-Investitionsboom verknüpft. Microsoft prognostizierte zuletzt Investitionsausgaben von 190 Milliarden US-Dollar für das Gesamtjahr, wobei 25 Milliarden US-Dollar davon auf steigende Komponentenkosten – insbesondere für Halbleiter – entfallen sollen. Dieser Beschaffungsdruck hat dazu geführt, dass Technologiekonzerne weltweit versuchen, künftige Lagerbestände frühzeitig zu sichern.

Kunden wollen SK-Hynix-Fabriken direkt mitfinanzieren

Laut einem Exklusivbericht von Reuters haben industrielle Käufer sogar angeboten, neue Fertigungslinien von SK Hynix direkt zu finanzieren oder den Kauf von Extreme-Ultraviolet-Lithographiesystemen (EUV) des niederländischen Maschinenherstellers ASML zu übernehmen – Anlagen, die im Einzelhandel jeweils Hunderte Millionen Dollar kosten. Ein konkreter Vorschlag bezog sich auf die erste Bauphase der neuen SK-Hynix-Fabrik im Yongin-Komplex in Südkorea, wo der Schwerpunkt auf Dynamic Random-Access Memory (DRAM) liegen soll.

Das Management von SK Hynix zeigt sich gegenüber solchen Angeboten jedoch zurückhaltend. Die Bedenken: Direkte Kundeninvestitionen könnten das Unternehmen an vergünstigte langfristige Preisstrukturen binden oder die kommerzielle Flexibilität einschränken – ein Risiko, das die Unternehmensführung offenbar nicht eingehen möchte.

Rekordgewinne durch First-Mover-Vorteil bei HBM

Die Knappheit an HBM-Chips hat SK Hynix bereits zu außergewöhnlichen Finanzergebnissen verholfen. Für das im März abgeschlossene Quartal meldete das Unternehmen eine Verfünffachung des Nettogewinns auf den Rekordwert von 40 Billionen Won. Treiber dieser Entwicklung ist der First-Mover-Vorteil bei der Lieferung von HBM3- und HBM3E-Chips an den KI-Chiphersteller Nvidia.

Parallel dazu hat SK Hynix im März einen Antrag bei der US-Börsenaufsichtsbehörde SEC eingereicht, um noch in diesem Jahr American Depositary Receipts (ADRs) an einer US-Börse zu notieren. Damit würde das Unternehmen für internationale Investoren deutlich zugänglicher werden – ein weiteres Signal für den wachsenden globalen Stellenwert des koreanischen Chipherstellers im KI-Zeitalter.

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