Sino Biopharm: Lizenzdeal mit AstraZeneca und GSK-Partnerschaft ausgeweitet
Der chinesische Pharmahersteller sichert sich 200 Millionen Dollar Vorauszahlung und bis zu 1,9 Milliarden Dollar Meilensteinzahlungen.

Sino Biopharmaceutical (HK: 1177) hat am Mittwoch gleich zwei bedeutende Partnerschaften mit westlichen Pharmakonzernen bekanntgegeben. Die Aktie des in Hongkong börsennotierten Unternehmens legte daraufhin um bis zu 7 Prozent auf 5,15 Hongkong-Dollar zu, gab einen Teil der Gewinne jedoch im Tagesverlauf wieder ab.
Im Zentrum der Meldungen steht eine Lizenzvereinbarung mit dem britisch-schwedischen Pharmariesen AstraZeneca. Sino Biopharms Tochtergesellschaft Chia Tai Tianqing Pharmaceutical Group räumt AstraZeneca dabei exklusive Rechte für die Entwicklung, Herstellung und Vermarktung des inhalierten PDE3/4-Inhibitors TQC3721 außerhalb Chinas ein. TQC3721 ist ein experimentelles Medikament zur Behandlung von Atemwegserkrankungen.
Milliardenschweres Potenzial für Sino Biopharm
Finanziell ist der Deal für Sino Biopharm äußerst attraktiv: Das Unternehmen erhält eine Vorabzahlung in Höhe von 200 Millionen US-Dollar. Darüber hinaus hat es Anspruch auf bis zu 1,9 Milliarden US-Dollar an Meilensteinzahlungen, die an Entwicklungs-, Zulassungs- und Vertriebserfolge geknüpft sind. Zusätzlich sind gestaffelte, zweistellige Lizenzgebühren auf den jährlichen Nettoumsatz vereinbart.
Bemerkenswert ist, dass TQC3721 bereits zuvor im Fokus von Lizenzaktivitäten stand: Anfang dieses Jahres hatte Sino Biopharm bestimmte Rechte an dem Wirkstoff bereits an den französischen Pharmariesen Sanofi lizenziert. Die neue Vereinbarung mit AstraZeneca ergänzt diese Strategie und zeigt das internationale Interesse an dem Atemwegsmittel.
Ausweitung der GSK-Partnerschaft in China
Parallel dazu gab Sino Biopharm eine Erweiterung seiner strategischen Zusammenarbeit mit dem britischen Pharmaunternehmen GSK bekannt. Das chinesische Unternehmen sichert sich dabei die Vermarktungsrechte für die GSK-Atemwegsmedikamente Trelegy Ellipta und Anoro Ellipta auf dem chinesischen Festland. Sino Biopharm übernimmt damit die Verantwortung für Import, Vertrieb, Krankenhauszugang und Werbeaktivitäten – die Umsätze aus den Verkäufen in China werden direkt vom Unternehmen verbucht.
Die Zusammenarbeit mit GSK ist nicht neu: Bereits im Mai hatte Sino Biopharm eine strategische Partnerschaft mit dem britischen Konzern geschlossen, um die Markteinführung der Hepatitis-B-Therapie Bepirovirsen in China zu unterstützen. Die nun bekanntgegebene Ausweitung auf Atemwegsmedikamente vertieft diese Beziehung erheblich.
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Zur AktienanalyseKlare Strategie: Monetarisierung der Forschungspipeline
Die jüngsten Ankündigungen reihen sich in eine klare strategische Ausrichtung von Sino Biopharm ein. In den vergangenen zwei bis drei Jahren hat das Unternehmen seine grenzüberschreitenden Lizenz- und Vertriebspartnerschaften mit multinationalen Pharmakonzernen stetig ausgebaut. Ziel ist es, die eigene Forschungspipeline zu monetarisieren und gleichzeitig von der Vertriebsstärke globaler Partner zu profitieren.
Für deutsche Anleger ist Sino Biopharmaceutical als einer der größten chinesischen Arzneimittelhersteller relevant, der zunehmend als Brücke zwischen dem chinesischen Pharmamarkt und westlichen Konzernen fungiert. Die Kombination aus Lizenzeinnahmen und direkten Vertriebsrechten in China zeigt, dass das Unternehmen auf mehreren Ebenen an der Wertschöpfungskette partizipieren will.


