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Singapurs Inflation bleibt im Mai bei 1,8 Prozent stabil

Die Teuerungsrate überraschte positiv – sinkende Telekommunikationspreise bremsten den Preisauftrieb trotz steigender Verkehrs- und Lebensmittelkosten.

Singapurs Inflation bleibt im Mai bei 1,8 Prozent stabil

Die Inflation in Singapur hat sich im Mai 2026 stabil bei 1,8 Prozent gehalten und damit die Erwartungen der Ökonomen deutlich unterboten. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt einen Anstieg auf 2,0 Prozent prognostiziert. Gegenüber dem Vormonat April blieb die Gesamtinflationsrate damit unverändert.

Als wesentlicher Dämpfer erwies sich der Rückgang der Preise für Telekommunikationsdienstleistungen. Diese halfen, die Preissteigerungen in anderen Bereichen – darunter Individualverkehr, Unterkünfte, Einzelhandel und Lebensmittel – teilweise auszugleichen. Besonders Autos und Motorräder verteuerten sich und trieben die Inflation im Verkehrsbereich nach oben.

Kerninflation ebenfalls unter den Erwartungen

Noch deutlicher fiel die Überraschung bei der Kerninflation aus. Diese Kennzahl, die die volatilen Kategorien Unterkünfte und Individualverkehr ausklammert, lag im Mai bei lediglich 1,4 Prozent. Ökonomen hatten hier mit 1,6 Prozent gerechnet. Die Kerninflation gilt als wichtiger Indikator für den zugrundeliegenden Preisdruck in einer Volkswirtschaft.

Die Monetary Authority of Singapore (MAS), die Zentralbank des Stadtstaates, wies in einer offiziellen Mitteilung darauf hin, dass sich die Energiepreise zuletzt zwar etwas entspannt hätten, im Vergleich zum Niveau von 2025 jedoch weiterhin erhöht blieben. „Da höhere Energiekosten zeitversetzt die globalen Lieferketten durchlaufen, wird erwartet, dass sie im Laufe der Zeit die Produktions- und Transportkosten für eine breitere Palette der von Singapur importierten Waren und Dienstleistungen erhöhen werden", schrieb die Zentralbank.

Zudem geht die MAS davon aus, dass die Arbeitskosten im Dienstleistungssektor in diesem Jahr langsamer steigen werden, da sich das nominale Lohnwachstum abschwächt. Auch der inländische Konsum könnte angesichts der wirtschaftlichen Unsicherheit vorsichtiger ausfallen, so die Einschätzung der Notenbank.

MAS steuert über Wechselkurs statt Zinsen

Die aktuellen Inflationsdaten fallen in eine geldpolitisch bedeutsame Phase für Singapur. Die MAS hatte im April ihre Geldpolitik gestrafft – die erste Straffung seit April 2022. Als Begründung wurden Inflationsrisiken infolge des Konflikts im Nahen Osten angeführt. Im Gegensatz zu den meisten anderen Zentralbanken weltweit steuert die MAS die Geldpolitik nicht über Zinssätze, sondern über den Wechselkurs. Sie erlaubt dem Singapur-Dollar, sich innerhalb eines nicht offengelegten Bandes gegenüber einem Korb von Währungen der wichtigsten Handelspartner zu bewegen.

Bei ihrer geldpolitischen Überprüfung im April hatte die MAS ihre Inflationsprognosen für das Gesamtjahr angehoben. Sowohl die Kern- als auch die Gesamtinflation werden nun in einer Spanne von 1,5 bis 2,5 Prozent erwartet – zuvor lag die Prognose bei 1,0 bis 2,0 Prozent.

Starkes BIP-Wachstum als positiver Hintergrund

Der Inflationsbericht erscheint vor dem Hintergrund eines überraschend kräftigen Wirtschaftswachstums. Das Bruttoinlandsprodukt Singapurs wuchs im ersten Quartal 2026 im Jahresvergleich um 6,0 Prozent und übertraf damit die von Reuters-Analysten prognostizierten 5,1 Prozent deutlich.

Das Ministerium für Handel und Industrie hält an seiner BIP-Wachstumsprognose für 2026 von 2,0 bis 4,0 Prozent fest. Gleichzeitig warnte das Ministerium jedoch, dass die „Abwärtsrisiken infolge des Konflikts zwischen den USA, Israel und dem Iran erheblich zugenommen haben". Für internationale Anleger bleibt Singapur damit ein wichtiger Indikator für die wirtschaftliche Lage in der gesamten asiatisch-pazifischen Region.

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