Singapur-Dollar trotzt Iran-Krise: Stärkste Asienwährung im Vergleich
Während asiatische Währungen unter Druck geraten, hält der Singapur-Dollar dank solider Staatsfinanzen und MAS-Politik besser stand.

Der Singapur-Dollar erweist sich als widerstandsfähigste Währung Asiens inmitten der Iran-Spannungen. Seit Beginn des Konflikts am 28. Februar verlor der SGD gegenüber dem US-Dollar lediglich 1,6 Prozent – deutlich weniger als der regionale Durchschnitt von 2,3 Prozent. Das geht aus einer aktuellen Research-Note der Schweizer Großbank UBS hervor.
Die Strategen Teck Leng Tan und Dominic Schnider nennen zwei Hauptgründe für die relative Stärke: die solide Haushaltslage Singapurs und den einzigartigen geldpolitischen Ansatz der Monetary Authority of Singapore (MAS). Anders als die meisten Zentralbanken weltweit nutzt die MAS die Währungsaufwertung gezielt als Instrument zur Inflationsbekämpfung.
Asiatische Währungen stehen seit Wochen unter erheblichem Druck. Höhere Ölpreise belasten die meisten asiatischen Volkswirtschaften als Netto-Energieimporteure – mit Ausnahme von Australien, Indonesien und Malaysia. Hinzu kommt eine risikoaverse Stimmung globaler Investoren, die ihr Engagement an asiatischen Finanzmärkten zurückfahren.
Haushaltsstärke als Puffer
Singapurs fiskalische Position bietet der Regierung erheblichen Spielraum. Laut Budget 2026 erwartet die Stadtstaatregierung für das am 31. März 2026 endende Geschäftsjahr einen Haushaltsüberschuss von 15,1 Milliarden Singapur-Dollar – das entspricht 1,9 Prozent des BIP. Diese starke Ausgangslage ermöglicht es den politischen Entscheidungsträgern, die Wirtschaft bei Bedarf gezielt zu stützen.
Ein Vergleich mit der Vergangenheit verdeutlicht den Ansatz: Während des Russland-Ukraine-Krieges 2022 stellte die Regierung ein Unterstützungspaket von 1,5 Milliarden Singapur-Dollar bereit. Ähnliche Maßnahmen sind auch jetzt denkbar, sollten die Energiepreise dauerhaft hoch bleiben.
Die MAS-Strategie unterscheidet sich fundamental von anderen Zentralbanken. Während weltweit diskutiert wird, ob eine geldpolitische Straffung bei angebotsgetriebenen Ölpreisschocks sinnvoll ist, begrüßt die MAS einen starken SGD, um importierte Energiekosten zu senken. Voraussetzung ist allerdings, dass dauerhaft hohe Ölpreise das globale Wachstum nicht massiv beeinträchtigen.
UBS-Kursziele und Zinsperspektiven
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Zur AktienanalyseUBS behält ihre USDSGD-Kursziele bei: 1,25 für Juni und September sowie 1,24 für Dezember 2025. Für März 2027 wurde ein neues Ziel von 1,24 hinzugefügt. Aktuell notiert das Währungspaar zwischen 1,27 und 1,28 – was weiteres Aufwertungspotenzial für den SGD impliziert.
Die Strategen erwarten, dass die MAS ihre Politik durch ein schnelleres Aufwertungstempo des SGD im Jahresverlauf straffen wird. Dies steht im klaren Gegensatz zur US-Notenbank Federal Reserve, bei der angesichts eines schwächeren Arbeitsmarktes und kontrollierter Inflation weitere Zinssenkungen erwartet werden.
Der dreimonatige Singapore Overnight Rate Average (SORA) dürfte unterdessen auf einem Dreieinhalbjahrestief zwischen 1,0 und 1,2 Prozent verharren. Inländische Zinssätze spielen in der MAS-Politik eine untergeordnete Rolle. Da Kapitalzuflüsse auf der Suche nach einem stabilen bis stärkeren SGD anhalten, bleiben lokale Zinsen voraussichtlich gedämpft.


