Silberpreis 2024: Aufwärtstrend durch Zinswende und mehr
Ein Blick auf die Schlüsselfaktoren - Industrie, Investoren und Angebot - für Silberinvestitionen im kommenden Jahr

Die Aussicht auf eine Zinswende im Jahr 2024 hat nicht nur positive Auswirkungen auf den Goldmarkt, sondern auch auf den Silberpreis. Nach der jüngsten Sitzung der US-Notenbank Federal Reserve im Dezember, bei der die Aussicht auf drei Zinssenkungen für das kommende Jahr verkündet wurde, erlebte Silber einen Anstieg um etwa sechs Prozent auf 23,80 Dollar je Unze. Aktuell wird das wertvolle Edelmetall sogar für 24 Dollar je Unze gehandelt. Experten wie Alexander Zumpfe, ein renommierter Goldhändler bei Heraeus, betonen, dass sowohl Gold als auch Silber von den Erwartungen an niedrigere Zinsen profitieren, da sie keine laufenden Erträge abwerfen. Steigen die Zinsen, könnten andere sicherere Anlageformen wie Staatsanleihen attraktiver erscheinen. Eine Zinsumkehr im Jahr 2024 könnte jedoch dazu führen, dass Investoren vermehrt auf Edelmetalle zurückgreifen, was die Preise entsprechend stützen würde.
Die zukünftige Preisentwicklung von Silber hängt jedoch nicht nur von den Zinssätzen ab. Es gibt drei weitere entscheidende Faktoren, die im kommenden Jahr eine Rolle spielen werden.
Der erste Faktor ist die industrielle Nachfrage nach Silber. Im Gegensatz zu Gold, von dem nur ein geringer Prozentsatz für industrielle Zwecke benötigt wird, liegt dieser Anteil bei Silber bei rund 54 Prozent. Silber erfüllt eine doppelte Funktion, da es sowohl als Investmentmetall als auch in der Industrie gefragt ist. Die Investorennachfrage reagiert positiv auf die Zinswende und geopolitische Krisen, während die Industrienachfrage in solchen Zeiten zurückgehen kann. Eine stärkere Rezession könnte dazu führen, dass die Industrienachfrage sinkt und somit die Preise beeinflusst. Experten wie Henrik Marx von Heraeus gehen jedoch von einer moderaten globalen Rezession aus.
Darüber hinaus wird erwartet, dass die industrielle Nachfrage nach Silber trotz einer erwarteten Abschwächung aufgrund der Energiewende hoch bleibt. Die Nachfrage nach Silber für Photovoltaik-Anlagen erreichte 2023 ein Rekordniveau, insbesondere in China, wo fast die Hälfte aller neuen Solarkapazitäten installiert wurden.
Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Investorennachfrage. Obwohl die Investorennachfrage zugenommen hat, konnte sie den Rückgang der Nachfrage nach Silberschmuck und Barren und Münzen nicht kompensieren. Die Gesamtnachfrage nach Silber könnte aufgrund des hohen Zinsumfelds im Jahr 2023 um zehn Prozent gesunken sein.
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Zur AktienanalyseSchließlich spielt das Angebot an Silber eine entscheidende Rolle. Das Silver Institute prognostiziert einen Rückgang des Silberangebots um zwei Prozent im Jahr 2023, was zu einem Angebotsdefizit von 140 Millionen Unzen führen könnte. Trotz einer erwarteten Erholung der Minenproduktion im kommenden Jahr sieht man bei Heraeus keinen Preisrisiko, da die Nachfrage voraussichtlich das steigende Angebot ausgleichen wird. Insgesamt sind die Aussichten für den Silberpreis im Jahr 2024 positiv, obwohl er voraussichtlich weniger stark steigen wird als der Goldpreis.


