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Silbernachfrage 2026: Investitionen gleichen Industrierückgang aus

Silver Institute erwartet stabilen Markt trotz sinkender Industrienachfrage – Privatanleger treiben Investmentnachfrage auf Dreijahreshoch.

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Silbernachfrage 2026: Investitionen gleichen Industrierückgang aus

Die weltweite Silbernachfrage wird im Jahr 2026 voraussichtlich stabil bleiben, obwohl die industrielle Verwendung zurückgeht. Das teilte das Silver Institute am Dienstag mit. Steigende physische Investitionen sollen die Rückgänge bei Industrie, Schmuck und Silberwaren weitgehend ausgleichen.

Silber notiert derzeit bei rund 81 US-Dollar pro Feinunze – ein Plus von 14 Prozent seit Jahresbeginn. Ende Januar hatte massive Kaufaktivität von Privatanlegern den Preis auf ein Rekordhoch von 121,60 Dollar getrieben. Im Gesamtjahr 2025 war der Silberpreis um beeindruckende 147 Prozent gestiegen.

Trotz der hohen Preise steuert der Silbermarkt auf das sechste Defizitjahr in Folge zu. Das Beratungsunternehmen Metals Focus schätzt das strukturelle Defizit für 2026 vorläufig auf 67 Millionen Feinunzen. Eine aktualisierte Prognose soll Mitte April folgen. Im Vorjahr hatte der Verband noch ein deutlich höheres Defizit von 117,6 Millionen Unzen für 2025 prognostiziert.

Industrienachfrage unter Druck

Die industrielle Silberverarbeitung wird 2026 voraussichtlich um 2 Prozent auf 650 Millionen Unzen sinken – den niedrigsten Stand seit vier Jahren. Hauptgrund sind Einsparungsmaßnahmen und die direkte Substitution von Silber im Photovoltaiksektor, wo Hersteller von Solarmodulen nach günstigeren Alternativen suchen.

Besonders stark betroffen ist die Schmuckindustrie. Die Nachfrage dürfte das zweite Jahr in Folge sinken, um 9 Prozent auf 178 Millionen Unzen. Rekordpreise belasten die Käufer vor allem in Indien und anderen wichtigen Märkten. Bei Silberwaren wird sogar ein Rückgang von 17 Prozent erwartet, ebenfalls angeführt von Indien.

Investoren entdecken Silber wieder

Im Gegensatz dazu sollen die physischen Investitionen um 20 Prozent auf ein Dreijahreshoch von 227 Millionen Unzen steigen. Nach drei Jahren mit Rückgängen erholt sich die westliche Nachfrage in diesem Segment deutlich. Privatanleger setzen verstärkt auf das Edelmetall als Inflationsschutz und Portfolio-Diversifikation.

Das weltweite Silberangebot wird um 1,5 Prozent auf ein Zehnjahreshoch von 1,05 Milliarden Unzen steigen. Die Minenproduktion soll um 1 Prozent auf 820 Millionen Unzen zunehmen. Besonders stark wächst das Recycling: Mit einem Plus von 7 Prozent dürfte es erstmals seit 2012 die Marke von 200 Millionen Unzen überschreiten.

Silber wird in zahlreichen Branchen eingesetzt – von der Schmuckindustrie über Elektronik und Elektromobilität bis hin zu Solarmodulen. Die vielfältigen Anwendungen machen das Edelmetall zu einem wichtigen Industriemetall mit Investmentcharakter.

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